Haundorf
Ein neues Dach für die Marienkirche
Wegen eines Sturmschadens bekommt die Haundorfer Kirche neue Ziegel.
Wegen eines Sturmschadens bekommt die Haundorfer Kirche neue Ziegel.
Foto: Manfred Welker

Seit kurzer Zeit ist die Marienkirche im Herzogenauracher Ortsteil Haundorf eingerüstet. Das Dach wird neu eingedeckt, weil dort ein Sturmschaden entdeckt wurde. Wie Kirchenpfleger Baptist Lunz zu berichten weiß, haben sich die Verantwortlichen der Erzdiözese Bamberg dafür entschieden, statt einer kleinen Reparatur die gesamte Dachhaut zu erneuern.

Bemerkenswert ist, dass immer noch die ersten Ziegel seit der Erbauung der Kirche im Jahr 1936 auf dem Dach liegen. Hergestellt wurden sie damals von der Ergoldsbacher Ziegelei, auch die derzeitige Eindeckung wird von der Nachfolgefirma angefertigt. Denn eine Eindeckung mit Biberschwanzziegeln kommt wegen der höheren Dachlast für den Dachstuhl nicht infrage. Zum Abschluss der Sanierungsmaßnahmen wird noch die Fassade gestrichen.

Wunsch nach eigener Kirche

Kirchlich war das politisch eigenständige Haundorf stets mit der katholischen Pfarrei St. Maria Magdalena in Herzogenaurach verbunden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Wunsch nach einem eigenen Kirchengebäude immer lauter geworden. 1921 war der Plan zum Bau eines Schulhauses und der Errichtung einer Kirche ins Auge gefasst worden. Das Schulhaus konnte bereits 1921 begonnen und 1923 vollendet werden. Aber erst nach den wirtschaftlich schwierigen Inflationsjahren gründete sich am 17. Januar 1932 der Kirchenbauverein Haundorf.

20.000 Reichsmark

Die Grundsteinlegung für den Bau der Kirche erfolgte am Ostermontag, 13. April 1936. Zu diesem Zeitpunkt wurden ca. 20.000 Reichsmark für den Bau veranschlagt. Nach einer Bauzeit von knapp einem halben Jahr konnte am 6. Oktober 1936 die Kirche durch den Bamberger Erzbischof Jakobus von Hauck eingeweiht werden. Bereits bei der Einweihung war der Bau schuldenfrei, außerdem standen noch Finanzmittel für die Ausstattung zur Verfügung.Um Raum für eine Warmluftheizung zu erhalten, wurde in den Jahren 1965 und 1966 die bestehende Sakristei erweitert. Damit konnte die Nutzung des Gotteshauses auch in der Winterzeit sichergestellt werden. Eine Ergänzung der künstlerischen Ausstattung erfuhr die Kirche 1979 durch das Einsetzen von Buntglasfenstern der Firma W. Derix in Rottweil und Taunusstein. Die Kirchengemeinde kann stets auf Eigenleistungen der Dorfgemeinschaft zählen, wenn es um Streichen, Putzen und den Blumenschmuck im Gotteshaus geht.