„Eine andere Welt des Sehens“
Der Künstler und „Malerschmied“ Bernhard Belzer im Gespräch mit Besucherinnen der Vernissage
Der Künstler und „Malerschmied“ Bernhard Belzer im Gespräch mit Besucherinnen der Vernissage
Foto: Richard Sänger
Herzogenaurach – vernissage Der „Malerschmied“ Bernhard Belzer zeigt seine Werke im Kunstraum in Herzogenaurach.

Richard Sänger

Außergewöhnliche Kunst ist derzeit im Kunstraum an der Langenzenner Straße zu sehen. In einer umfangreichen Werkschau präsentiert der Niederndorfer Bernhard Belzer, der „Malerschmied“, Werke, die in den letzten Jahren entstanden sind.

Der ehemalige Schmied widmet sich ganz der Kunst und damit dem, was er eigentlich schon immer wollte, nämlich dem Malen. Er streckt seine Hände nach vorne: „Schauen Sie sich diese Hände an“, sagt er bei der Vernissage mit einem Schmunzeln, „die Hände eines Schmiedes sind doch viel größer, und meine sind mehr fürs Malen geeignet.“

Gerade seine künstlerischen Fähigkeiten kamen ihm bei seinen Kunstschmiedearbeiten zugute. „Wasser, Feuer, Luft und Erde – das sind die Grundelemente, die mir als Kunstschmied dienten und mich nun als Maler in eine andere Welt des Sehens entführen“, erzählt er und deutet auf einzelne Werke. Sein fünftes Element sind Ölfarben und Pigmente, die er übereinander anbringt, verwischt und mischt. Außergewöhnlich ist auch: Seine Bilder entstehen ohne Pinsel, sondern mit seinen Fingern.

Als Titel der Ausstellung wählte Belzer „Jenseits der Fotografie“ und „Keine schönen Bilder?“. „Jenseits der Fotografie“ deshalb, weil seine Bilder keine fotografischen Wahrheiten darstellen. Bei „Keine schönen Bilder?“ stellt sich gleich eine neue Frage: Was ist schön an der Kunst? Das sei eine Frage des Blickwinkels, betont er.

Als politisch interessierter Mensch schuf Belzer auch drei Werke zum Krieg in der Ukraine. Belzer stellt die Frage: Ist Putin ein neuer Cäsar? Und dazu: „Putin, der Schreckliche“. So zeigt er neben einer entrückten Maria mit ihrem Kind auch schreiende Menschen im Krieg und damit das Leid der Menschen.

Mit seinen Werken möchte er die Betrachter auch zum Nachdenken anregen, vielleicht auch ein wenig provozieren. Er lädt auf jeden Fall zur Diskussion ein.

Die Ausstellung ist bis 15. Mai jeweils samstags und sonntags von 15 bis 18.30 Uhr sowie dienstags und freitags von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Bernhard Belzer ist anwesend und erläutert seine Werke.