Pflege
Fachbetrieb muss die Bäume kontrollieren
Großenseebach – „In der Gemeindeverwaltung gehen vermehrt Anfragen mit der Bitte ein, gemeindliche Bäume aus unterschiedlichen Gründen (Laubfall, Beschattung, herunte...

„In der Gemeindeverwaltung gehen vermehrt Anfragen mit der Bitte ein, gemeindliche Bäume aus unterschiedlichen Gründen (Laubfall, Beschattung, heruntergefallene Früchte und dergleichen) zurückzuschneiden oder gar zu entfernen“, erklärte Bürgermeister Jürgen Jäkel (MfG) den Mitgliedern des Gemeinderates. Schon in einer früheren Sitzung wurde das Thema diskutiert.

So sei die Gemeinde für die Verkehrssicherungspflicht und damit für die Freihaltung des Lichtraums verantwortlich. Bei Straßen von erheblicher Verkehrsbedeutung (Bundes- und Ausfallstraßen) muss der Luftraum über den Fahrbahnen bis zu der Höhe von mindestens vier Metern freigehalten werden. Außerdem sollten für den Fußgängerverkehr zwei Meter zuzüglich eines Sicherheitsraums veranschlagt werden.

Diese Arbeiten werden durch die gemeindlichen Bauhofmitarbeiter allerdings regelmäßig erledigt, so Jäkel. Darüber hinausgehende Wünsche Einzelner könnten in den meisten Fällen nur durch Inanspruchnahme externer Dienstleister mit Hubsteiger erledigt werden, da die gemeindliche Bauhofausstattung die Erledigung dieser Aufgaben nicht zulässt. Folglich würden auf die Gemeinde sowohl höhere Kosten entfallen, als auch durch regelmäßiges Abwägen von Einzelfallentscheidungen Ungleichbehandlungen hervorgerufen werden. Eine einheitliche Grenze zur Erfüllung derartiger Bürgerwünsche könne nicht definiert werden.

Rückschnitt nur zur Sicherheit

Bäume spielten aber eine existenzielle Rolle für die Menschheit und seien der zentrale Baustein des Ökosystems. Im Sinne der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes sollte aus Sicht der Verwaltung von Baumrückschnitten, die über die Verkehrssicherungspflicht hinausgehen, abgesehen und somit eine einheitliche Regelung getroffen werden. Dazu erstellte die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) eine Richtlinie zur Überprüfung der Verkehrssicherheit von Bäumen, die sogenannte Baumkontrollrichtlinie. Dabei geht es um die Einteilung der Regelkontrolle durch einen Baumschutzbeauftragten mit Dokumentationspflicht zum Zustand des Baumes, der Bodenversiegelung, der Grundwasserabsenkung und der Entwicklungsphase des Baumes. Nach Aussage des Bürgermeisters lehnen die Mitarbeiter des Bauhofes, die dazu auch noch ausgebildet werden müssten, die Verantwortung ab.

Aus den vorgenannten Gründen formulierte der Bürgermeister den Beschlussvorschlag: Die Gemeindeverwaltung wird beauftragt, gemäß der Baumkontrollrichtlinien der FLL Regelkontrollen mit Kontrollintervallen und Dokumentationspflicht und damit etwaige Aufträge zur Baumpflege, zum Baumschnitt und zur Baumfällung an einen Baumpflegefachbetrieb in Auftrag zu geben. Diesem wurde auch ohne Diskussion zugestimmt.