Glaube
Gläubige aus Aschbach und Heuchelheim pilgern nach Dettelbach
Die Fußwallfahrer aus Aschbach und Heuchelheim umrunden dreimal den Gnadenaltar. Das ist eine uralte Pilger-Tradition.
Die Fußwallfahrer aus Aschbach und Heuchelheim umrunden dreimal den Gnadenaltar. Das ist eine uralte Pilger-Tradition.
Foto: Seeger
Heuchelheim

Wie viele Anliegen, Bitten und Sorgen in die Rucksäcke gepackt wurden, wissen nur die Wallfahrer selbst. In der Dettelbacher Wallfahrtskirche haben die Pilger aus Aschbach und Heuchelheim ihre „Pakete“ am Gnadenaltar von Maria im Sand niedergelegt. Die Gottesmutter werde die Anliegen zu ihrem Sohn bringen, war die trostreiche Botschaft, die Dekan Gerhard Spöckl aus Kitzingen, als Zelebrant des Gottesdienstes, den Wallfahrern zurief.

Auf welches Jahr oder Ereignis die Dettelbach-Wallfahrt der Steigerwälder Pfarreien zurückgeht, habe man nie in Erfahrung bringen können, sagt Vorbeterin Monika Pflaum. Nach Dettelbach zur Maria im Sande pilgern wohl schon seit rund 500 Jahren die Gläubigen der Region. Auch für die beiden Orte im Steigerwald sei die alljährliche Wallfahrt eine Herzensangelegenheit. Sogar in den zwei Corona-Jahren hätten sich Wallfahrer zu Fuß in kleinen Gruppen auf den Weg gemacht, so Pflaum.

An diesem Samstag Mitte September waren es 37 Pilger aus Aschbach und 17 aus Heuchelheim, die sich den Fußmarsch – ab Aschbach 39 Kilometer − zutrauten. „Beim frühen Morgenlicht“ um 6.45 Uhr trafen die Gruppen aus Heuchelheim und Aschbach an der Seeramsmühle aufeinander, um den weiteren Weg gemeinsam zu gehen.

Gleich zu Beginn ihres Weges und später noch ein zweites Mal wurden die Fußgruppen ordentlich nass. Unter den Weisungen ihrer Wallfahrtsführer Reinhard Seeger (Aschbach) und Gerhard Feller (Heuchelheim) nahmen die Pilger größtenteils Wege abseits der Verkehrsstraßen. In den Ortschaften trafen jeweils die neun Blasmusiker aus Aschbach auf die Pilger, um sie mit Musik und Gesang durch die unterfränkischen Dörfer zu begleiten.

Bei der Ankunft vor der Wallfahrtskirche mit ihrer prächtigen Fassade wurden die Fußwallfahrer bereits von vielen Pilgern aus ihren Gemeinden erwartet. Viele, die dabei sein wollten und nicht mehr so gut zu Fuß waren, kamen motorisiert nach Dettelbach. Den Blick auf das Gnadenbild der schmerzhaften Muttergottes, gerichtet, umrundeten die Wallfahrer beim Einzug dreimal den Altar. Dann erschall das „Großer Gott wir loben dich“ in den „fränkischen Himmel“. „Wer den Himmel sucht, muss nach Franken!“, sagte Dekan Gerhard Spöckl in seiner Predigt. see