Höchstadt a. d. Aisch
„HÖS“ kehrte zurück
Zwei Goggomobile mit einem alten HÖS-Kennzeichen im Jahr 2005. Georg Hahn aus Höchstadt und Kreisheimatpfleger und Autor Manfred Welker aus Herzogenaurach.
Zwei Goggomobile mit einem alten HÖS-Kennzeichen im Jahr 2005. Georg Hahn aus Höchstadt und Kreisheimatpfleger und Autor Manfred Welker aus Herzogenaurach.
Foto: Archiv Manfred Welker

Nach der Fusion der Landkreise Erlangen und Höchstadt/Aisch „überlebte“ das alte HÖS-Kennzeichen an älteren Fahrzeugen und war gelegentlich auf den Straßen zu sehen. Denn mit der Neuschaffung des Landkreises Erlangen-Höchstadt wurde statt des HÖS-Kennzeichens für Fahrzeuge nur noch das ER vergeben.

Viele Landkreisbürger wollten aber ihre eigene Herkunft gegenüber Erlangen zumindest mit dem Autokennzeichen weiterhin gewahrt wissen. Bereits 1974 hatte der damalige SPD-Kreisrat Franz Gehr für die Beibehaltung des HÖS-Kennzeichens plädiert und eine Initiative mit Autoaufklebern und Plakaten „HÖS muß bleiben“ gestartet. Damit hatte er aber keinen Erfolg, denn am 16. Dezember 1974 bevorzugten die Kreisräte in der Kreistagssitzung das ERH-Kfz-Nummernschild, um mit dem Buchstaben H auch Höchstadt zu berücksichtigen. Allerdings konnte dieser Beschluss nicht umgesetzt werden, es blieb weiterhin beim ER.

Als das Bundesverkehrsministerium im Dezember 1977 neue Nummernschilder genehmigte, wendete sich das Blatt.

In der 23. Sitzung des Kreistages des Landkreises Erlangen-Höchstadt am 15. Dezember 1977 findet sich unter Punkt 7 „Kraftfahrzeug-Unterscheidungszeichen für die in der Gebietsreform neugebildeten Landkreise“. Die Mitglieder des Kreistags votierten mehrheitlich dafür, in Zukunft das Kennzeichen ERH zu verleihen.

Dennoch dauerte es noch bis zum Frühjahr des übernächsten Jahres. Eine Zeitung titelten am 14. März 1979: „Höchstadt auf Autonummer. ERH fährt ab 15. April.“ Weiter ist im Artikel zu lesen: „Wichtigste Information des Landrats: Ab dem 15. April fahren neu zugelassene Autos im Landkreis mit dem Kennzeichen ERH. Die Zuteilung der drei Buchstaben würde laut Ministerium schon ,ab sofort’, dem 1. April, möglich gewesen. Nicht weil man glaubte, die Leute würden einen Aprilscherz befürchten, sondern weil es verwaltungstechnisch notwendig ist, wird ,ERH’ aber erst ab dem 15. April zugeteilt.“

Mit der Überschrift: „Kennzeichen erwartet Premiere. Ab dem 17. April 1979“ wurden die Landkreisbürger auf das ERH-Kennzeichen vorbereitet. Grund für das Datum war die Tatsache, dass das Osterfest auf den 15. April fiel und erst am Tag nach den Feiertagen die neuen Kennzeichen ausgegeben werden konnten. Für den damaligen Landrat Franz Krug war es im Nachhinein ein verbindender Faktor, denn es hätten sich viele Gemeinden in den Buchstaben wiederfinden können, denn einen der Buchstaben würde jede Stadt oder Gemeinde im Namen tragen.

Ein neuerlicher Sinneswandel der Behörden im Jahr 2012 ermöglichte es, dass alte Autonummernschilder durch die Landratsämter wieder vergeben werden konnten. In Bayern fiel der Entschluss am 14. Januar 2013.

„Bayern gibt Grünes Licht für alte Kennzeichen“ hieß eine der Überschriften am 15. Januar 2013. Auf dem zugehörigen Foto waren Kennzeichen wie EBS (Ebermannstadt), GUN (Gunzenhausen) HÖS (Höchstadt) und PEG (Pegnitz) zusammengestellt. Ab dem 2. Februar 2015 wurde wieder das HÖS-Kennzeichen ausgegeben.

Seitdem wird vor allem in Höchstadt davon Gebrauch gemacht.