Rücklagen schrumpfen
Nach der zweijährigen Corona-Pause kehrte der Gemeinderat in den Sitzungssaal zurück.
Nach der zweijährigen Corona-Pause kehrte der Gemeinderat in den Sitzungssaal zurück.
Foto: Richard Sänger
Großenseebach – Gemeinderat Das Gremium bereitete den Haushaltsplan 2022 und die Finanzplanung bis 2025 vor.

Nach über zwei Jahren Corona-Wanderschaft traf sich der Gemeinderat zum ersten Mal dort, wo das Herz der Kommunalpolitik schlägt. Im Sitzungssaal der Gemeindeverwaltung fand zum ersten Mal in dieser Wahlperiode jene Veranstaltung statt, für die dieser Ort eigentlich gemacht ist – die Vollversammlung des Gemeinderates.

„Es ist auch für mich eine Premiere, ich bin froh, dass wir wieder hier tagen können. Man ist sich näher, man kann mehr mit Zurufen arbeiten, das ging ja alles nicht so richtig in der Mehrzweckhalle“, sagte Bürgermeister Jürgen Jäkel (MfG). Denn nicht nur für ihn war es nach der Kommunalwahl im Mai 2020 die erste Sitzung im Verwaltungsgebäude, sondern auch für die sechs neuen Mitglieder des Gemeinderates.

Auf der Tagesordnung standen neben dem Haushalt für das Jahr 2022 nur noch ein Sachstandsbericht zu den Umbaumaßnahmen der Kindertageseinrichtung sowie die Besetzung einer FSJ-Stelle für die Kita-Seebachwichtel.

Wünsche wurden eingearbeitet

Der Haushaltsplan 2022 und die Finanzplanung der Gemeinde   Großenseebach für die Jahre von 2021 bis 2025 wurden in der Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses vorberaten. „Die geäußerten Änderungs- und Ergänzungswünsche wurden eingearbeitet und berücksichtigt“, erklärte Kämmerer Detlef Genz zu Beginn seiner Erläuterungen des Zahlenwerkes.

So schließt der Gesamthaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit insgesamt 7,3 Millionen Euro ab, auf den Verwaltungshaushalt entfallen knapp 5,3 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt beläuft sich auf 2,02 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr (4,9 Millionen) ergibt sich beim Verwaltungshaushalt eine Steigerung von 8,15 Prozent.

Der Kämmerer verwies dabei auf wesentliche Einnahmen in Höhe von 250.000 Euro Personalkostenersatz zur Mittagsbetreuung und Kindergartengebühren sowie Zuweisungen des Freistaates Bayern für den Kindergarten. Die Grundsteuer B brachte 178.000 Euro in die Kasse, an Gewerbesteuer wurden 505.000 Euro eingenommen und bei der Einkommensteuerbeteiligung konnten 2,15 Mio. Euro verbucht werden. Außerdem gab es noch knapp 400.000 Euro an Schlüsselzuweisungen.

Bei Einnahmen gibt es auch Ausgaben: So werden sich die Personalausgaben auf 1,8 Millionen Euro belaufen und für den Kindergarten werden rund 240.000 Euro ausgegeben. An den Abwasserzweckverband fließen 200.000 Euro, an die VG-Heßdorf 440.000 Euro, an den Landkreis 1,35 Millionen Euro, knapp 200.000 Euro werden dem Vermögenshaushalt zugeführt.

Planung von Jahr zu Jahr

Zur Finanzierung von Aufgaben im Haushaltsjahr werden den Rücklagen in diesem Jahr rund 1,6 Millionen Euro entnommen, und im kommenden Jahr kalkuliert der Kämmerer mit einer Rücklagenentnahme in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro. „Inwieweit dies dann tatsächlich der Fall sein wird, bleibt abzuwarten, da die wirklich konkrete Planung von Jahr zu Jahr stattfindet“, betonte der Kämmerer.

Schule und Kita

Die wesentlichen Ausgaben im Vermögenshaushalt sind Beschaffungen für den gemeindlichen Bauhof und EDV-Bedarf von rund 65.000 Euro, das Baugebiet Nähe Neuenbürg mit 200.000 Euro und die Sanierung der Bergstraße mit 350.000 Euro. Für Planungskosten und Bebauungskosten werden rund 450.000 Euro eingestellt. Für die Schule sind für Digitalisierung und raumtechnische Anlagen 385.000 Euro reserviert und der Umbau der Kita wird etwa 150.000 Euro kosten.

Die kommunalen Schulden wurden im Jahr 2020 endgültig getilgt, das war ein Darlehen im Zusammenhang mit der Errichtung von PV-Anlagen. Zum Jahresbeginn betrug die allgemeine Rücklage planmäßig 4,2 Millionen Euro, zum Jahresende wird die Summe auf knapp 2,6 Millionen Euro geschrumpft sein.

Aufgrund der Vorberatung gab es zum Haushalt keine Fragen und keine Diskussion, sondern die Zustimmung des Gremiums.