Gesundheitswesen
Ukrainische Patienten werden über das Kleeblattsystem verteilt
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek lobte in Erlangen das Kleeblattsystem.
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek lobte in Erlangen das Kleeblattsystem.
Chlicha
Erlangen

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat am Donnerstagabend am Universitätsklinikum Erlangen zwei ukrainische Patienten aus dem Kriegsgebiet besucht und sich über deren Behandlung informiert.

Der Minister betonte aus diesem Anlass: „Unsere Solidarität mit der Ukraine nach dem Angriff Russlands ist ungebrochen. Deshalb ist es für uns in Bayern eine Selbstverständlichkeit, dass wir helfen – das gilt auch im Bereich der medizinischen und pflegerischen Versorgung. Ich wünsche den Verletzten eine möglichst rasche Genesung.“

Verletzte sowie akut behandlungsbedürftige Patientinnen und Patienten, die unmittelbar aus dem ukrainischen Kriegsgebiet oder über andere Staaten gezielt zur Behandlung nach Deutschland kommen, werden über das sogenannte Kleeblattsystem auf Kliniken in ganz Deutschland verteilt. Auf dieser Grundlage wurden im Universitätsklinikum Erlangen bislang insgesamt 13 ukrainische Patientinnen und Patienten behandelt, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.

Der Minister unterstrich demnach: „Das Kleeblattsystem hat sich in der Corona-Pandemie bei der Verteilung schwerst erkrankter Covid-19-Patientinnen und -Patienten bewährt. Auf diese Expertise kann nun zurückgegriffen werden. Mein Dank gilt in diesem Zusammenhang auch den Klinikmitarbeiterinnen und -mitarbeitern für ihren überragenden Einsatz.“

Um die Verteilung der ukrainischen Patientinnen und Patienten über das deutschlandweite System zu ermöglichen, wurde als Ansprechpartner und zentrale Anlaufstelle für alle Anfragen beziehungsweise Anforderungen nach Patientenübernahmen aus dem Ausland auf Bundesebene ein sechstes Kleeblatt unter Beteiligung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sowie des Gemeinsamen Melde- und Lagezentrums von Bund und Ländern (GMLZ) gebildet.

Dieses organisiert in Abstimmung mit den jeweiligen Spocs („Single Point of Contact“) die Verteilung der Patienten auf die von den Ländern gebildeten fünf Kleeblätter (Bayern als eigenes Kleeblatt) innerhalb Deutschlands.

Für Bayern fungiert innerhalb des Kleeblattsystems die Integrierte Leitstelle Nürnberg als Spoc Süd. Über das Kleeblatt Süd wurden bisher insgesamt 96 Patientinnen und Patienten auf bayerische Krankenhäusern verteilt und dort behandelt.

Der Minister betonte: „Mein besonderer Dank gilt den Koordinatoren für das Kleeblatt Süd, Albert Schiele und Marc Gistrichovsky, für ihren unermüdlichen Einsatz. Sie finden unter Einbindung aller Akteure, insbesondere der ärztlichen Bezirkskoordinatoren immer die passende Behandlung am passenden Ort. Das ist medizinisch wie organisatorisch eine Mammutaufgabe.“ red

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