Wäldchen weicht
Die Bäume an der Kärntner Straße müssen einem größeren Bauvorhaben weichen
Die Bäume an der Kärntner Straße müssen einem größeren Bauvorhaben weichen
Foto:
Herzogenaurach – Ein Wohnprojekt in der Kärntner Straße erfordert Opfer, 15 Bäume müssen gefällt werden. Die Stadt verlangt einen Ausgleich.

An der Kärntner Straße ist die Errichtung von zwei Mehrfamilienhäusern, einem Boardinghaus und einem Einfamilienhaus sowie eine Tiefgarage geplant. Ein entsprechender Bauantrag lag dem Bauausschuss in seiner Sitzung am Mittwochabend vor. Schmerzlich an der Angelegenheit: Ein "kleiner Wald" muss dem Bauvorhaben weichen.

Auch entspricht die Anlage nicht den Festsetzungen des Bebauungsplanes Nr. 22 "Burgstaller Weg". Dennoch wurden die erforderlichen Befreiungen befürwortet. Für das Bauvorhaben müssen auf dem Baugrundstück insgesamt 15 Laubbäume, die der Baumschutzverordnung der Stadt Herzogenaurach unterstellt sind, gefällt werden. "Diese Bäume sind im Laufe der Jahre auf dem brach liegenden Grundstück von selbst gewachsen, fallen jetzt aber aufgrund ihrer Größe unter die Baumschutzverordnung", erklärte Bürgermeister German Hacker (SPD) dazu.

Die Genehmigung zur Fällung der Bäume wurde unter der Maßgabe erteilt, dass ein Ausgleich gewährleistet sein muss. Der Baum Nr. 16 beispielsweise, eine Stiel-Eiche (Quercus robur) mit einem Stammumfang von 99 Zentimetern) muss erhalten werden, indem ihn man verpflanzt. Für solche Großbaumverpflanzungen gibt es Experten. Im vorliegenden Fall liegt das Angebot einer Fachfirma vor, das mit dem Sachgebiet für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz abzustimmen ist.

Auf dem Baugrundstück sind außerdem 14 Ersatzpflanzungen zu leisten. Baumarten, Qualität und Baumstandorte seien gemäß dem vorliegenden und vorab abgestimmten Freiflächengestaltungsplan auszuführen, wurde vorgegeben. Auch die Fällung von insgesamt vier geschützten Laubbäumen auf dem Nachbargrundstück wird unter der Maßgabe genehmigt, dass Ersatzpflanzungen auf dem gleichen Grundstück durchgeführt werden. Es sollen also vier heimische Laubbäume respektive Obstbäume mit einem Stammumfang von mindestens 14 bis 16 Zentimetern gepflanzt werden.

Gebäuderiegel zu massiv

Nicht genehmigt wurde in der gleichen Sitzung der Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage und Pool mit Pergola an der Leharstraße. Auch diese Anlage entspricht nicht den Festsetzungen des Bebauungsplanes Nr. 22 "Burgstaller Weg", bekam aber auch keine Befreiung.

Aus städtebaulichen Gründen, so heißt es in der Begründung, wurde das gemeindliche Einvernehmen für die geplante deutliche Überschreitung der südlichen Baugrenze und für die gedrehte Firstrichtung nicht erteilt.

Denn es wird Wert auf die im Bebauungsplan festgesetzten Baugrenzen und die "zwingend festgesetzte Stellung der Gebäude in West-Ost-Richtung" gelegt. Wörtlich heißt es: "Diese Vorgaben definieren die Grundzüge der städtebaulichen Planung und sichern die Gestaltung der Quartiersbebauung."

Alternative wäre machbar

Dieser städtebauliche Leitgedanke bleibe bei der vorliegenden Planung jedoch vollständig außer Betracht, wurde verdeutlicht. Insbesondere die beabsichtigte Riegelbebauung über eine Länge von 30 Metern und die durchgängige Firstausrichtung in Nord-Süd-Richtung gefällt der Verwaltung nicht: Sie "beeinträchtigt das harmonische Ortsbild nachhaltig". Allein die südliche Doppelhaushälfte überschreite die Baugrenze um mehr als elf Meter und stehe vollständig außerhalb des zulässigen Baufeldes.

Weiterhin wurde angeführt, dass eine Realisierung der geplanten Doppelhaushälften auch unter Berücksichtigung der Vorgaben möglich wäre. Eine Befreiung für den vorgelegten Plan wollte man daher aus städtebaulichen Gründen nicht aussprechen. Wie Bürgermeister Hacker in der Sitzung erklärte, wurde der Antragsteller vorab darüber informiert, dass eine alternative Planung Aussicht auf Erfolg habe.

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen: