Mainbernheim
Alles wird teurer: Höhere Gebühren für die Nutzung städtischer Räume
Seit zehn Jahren sind die Gebühren für die Nutzung der Mehrzweckhalle gleich. Jetzt beschloss der Stadtrat eine Anhebung. Auch für andere städtische Räume muss ab 2023 mehr bezahlt werden.
Seit zehn Jahren sind die Gebühren für die Nutzung der Mehrzweckhalle gleich. Jetzt beschloss der Stadtrat eine Anhebung. Auch für andere städtische Räume muss ab 2023 mehr bezahlt werden.
Gerhard Krämer
Mainbernheim – Die Benutzungsgebühren für städtische Einrichtungen sind seit längerer Zeit nicht mehr angepasst worden. Jetzt hat der Mainbernheimer Stadtrat Erhöhungen beschlossen.

Für die Mehrzweckhalle haben die aktuellen Gebühren seit 2012 Bestand. Angesichts der jährlichen Defizite für die Halle erscheine eine angemessene Anhebung notwendig, erklärte Bürgermeister Peter Kraus in der jüngsten Ratssitzung. Gestiegene Löhne, Energiekosten und Aufwendungen für TÜV- und Handwerkerleistungen rechtfertigten eine Erhöhung. Dem stimmten die Ratsmitglieder zu.

Die Gebühr für die stundenweise Nutzung für örtliche Vereine, Schule und private Nutzer steigt ab Januar 2023 von 12,50 auf 15 Euro. Dem TSV werde weiterhin eine Ermäßigung von vier Euro als Sportförderung gewährt. Ein ganzer Veranstaltungstag kostet künftig 300 statt 250 Euro. Höhere Gebührensätze gibt es auch für die Auf- und Abbautage, die Küchennutzung, den Auf- und Abbau der Tanzfläche oder der Bühne durch den Bauhof sowie für den TSV-Fasching.

Kraus wies darauf hin, dass bei der Mitvermietung von Bühne, Tanzpodium oder Küche Umsatzsteuer anfällt. Es sei denn, deren Einführung zum 1. Januar für kommunale Leistungen werde erneut verschoben.

Auch Nutzung von Kantorat und Feuerwehrhaus wird teurer

Die Nutzungsgebühren für den Veranstaltungsraum steigen von 80 auf 90 Euro (bis sechs Stunden) pro Tag und von 150 auf 180 Euro für Veranstaltungen über sechs Stunden. Örtliche Vereine erhalten weiterhin eine Ermäßigung von 50 Prozent.

Auch die Gebühren für die Nutzung des Kantorats und des alten Feuerwehrhauses werden angehoben. Vereine zahlen für einen Abend statt zehn jetzt 15 Euro. Der Stundensatz für private Nutzung oder für Gymnastik bleibt bei zehn Euro, der halbe Tag erhöht sich jedoch von 25 auf 35 Euro, der ganze Tag von 50 auf 70 Euro.

Steigen werden auch die Übernachtungspreise in der Radlerherberge. Ein normales Bett kostete für die erste Nacht bisher 25 Euro, für jede weitere Nacht 20 Euro. Das dritte Bett (Auszieh- oder Klappbett) schlug mit 20/15 Euro zu Buche. Ab 2023 kostet das Bett 35 Euro für eine Nacht und 30 für jede weitere. Das zusätzliche Bett wir 30 beziehungsweise 25 Euro kosten.

Potenzial der Radlerherberge besser nutzen

Stadtrat Eugen Reifenscheid meinte, dass man das Potenzial der Radlerherberge besser nutzen müsse. Es müsse möglich sein, die Verlustzone zu verlassen. Bürgermeister Kraus schlug vor, dass dieses Thema der Ausschuss für Kultur, Tourismus, Wirtschaft und Demografie behandeln solle.

Auch der Rechnungsprüfungsausschuss hatte sich bei der Prüfung der Jahresrechnung 2021 mit der Radlerherberge und den Übernachtungszahlen befasst. Hatte es 2018 noch 193 Übernachtungen gegeben, seien es die Folgejahre unter 100 gewesen.

Neben der Prüfung, ob die Haushaltssatzung eingehalten worden ist, hatte der Rechnungsprüfungsausschuss sich auch mit den Kosten für den Pulverturm, der Stadtplanerin, den Energiekosten und den städtischen Mietwohnungen beschäftigt. Angesichts der derzeitigen Lage wird künftig mit einer Verdoppelung der Energiekosten gerechnet. Trotz der Erhöhungen beim Strompreis bleibt die Stadt aber beim heimischen E-Werk.

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