Kitzingen
Diakonie eröffnet Tagespflege im Mühlenpark
Auf eine gute Zukunft des Diakonie-Tagespflege in der Sickershäuser Str. 2g stießen (von links): Erste Bürgermeisterin Astrid Glos, Zimmerermeister Jürgen Haag, Einrichtungsleiter René Kinstle, Dekanin Kerstin Baderschneider, Diakonie-Geschäftsführer Carsten Bräumer und Landrätin Tamara Bischof an.
Auf eine gute Zukunft des Diakonie-Tagespflege in der Sickershäuser Str. 2g stießen (von links): Erste Bürgermeisterin Astrid Glos, Zimmerermeister Jürgen Haag, Einrichtungsleiter René Kinstle, Dekanin Kerstin Baderschneider, Diakonie-Geschäftsführer Carsten Bräumer und Landrätin Tamara Bischof an.
Foto: Gerhard Bauer
Kitzingen – Seit den ersten Planungen sind Jahre vergangen, nun nahm die Tagespflege Mühlenpark ihren Betrieb auf und wurde in einer Feierstunde eingeweiht. "Endlich fertig", fasste Dekanin Kerstin Baderschneider ihre Eindrücke zusammen. Zimmerermeister Jürgen Haag stellte das Gebäude als modernen Holzbau vor und dankte der Familie Michael Goller für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Trotz der Verzögerungen seien Miet- und Pachtpreise unverändert geblieben.

Zunächst war die Tagespflege als zweistöckiges Gebäude geplant, wegen Grundwasser und schwieriger Bodenverhältnisse erfolgte dann eine Änderung, es wurden zwei Gebäude mit acht Wohneinheiten für Mitarbeiter und Beschäftigte errichtet und eine Erschließungsstraße gebaut.

Tagespflege eine noch nicht allgemein bekannte Möglichkeit

Haag zeigte sich überzeugt, dass der Tagespflegebedarf weiter ansteigen werde. Diakonie-Geschäftsführer Carsten Bräumer erklärte, dass die Frage der Ausgestaltung lange diskutiert wurde, damit das Haus auch angenommen werde und der Besuch bezahlbar bleibe. Pflege mit dauerhaftem Wohnen und mit großem Hilfebedarf werde nun durch den Baustein Tagespflege ergänzt, eine noch nicht allgemein bekannte Möglichkeit mit gestaltetem Verweilen und mit Ruhezeiten.

Die Finanzierung erfolge aus der Pflegeversicherung, öffentlichen Mitteln und dem Tagesbeitrag. Eine soziale Gesellschaft zeichne sich dadurch aus, wie sie mit Menschen umgehe, die Hilfe brauchen und die möglichst lange selbstbestimmt zuhause bleiben wollen. Die Besucherzahl sei seit der Öffnung allmählich angestiegen, dennoch gebe es das Angebot Schnuppertag, um die Räume mit Leben zu erfüllen.

Landrätin Tamara Bischof zeigte sich dankbar, dass die Diakonie die Aufgabe Tagespflege übernommen habe. Im Altenbetreuungszentrum Iphofen seien einst zwölf Tagespflegeplätze im Landkreis entstanden, inzwischen seien es 150 und ab 2025 dann 240 Plätze. Am Standort Kitzingen seien Plätze im Grünen entstanden, die zur Entlastung der durch Personalmangel überlasteten Pflege beitragen.

Bau war nicht immer reibungslos verlaufen

Oberbürgermeister Stefan Güntner merkte an, dass die Planungen 2012 noch unter seinem Vorgänger Siegfried Müller begannen und der Bau nicht immer reibungslos verlief. Selbst in der Siedlung aufgewachsen erinnere er sich noch gut an die Goller'sche Mühle und das Sägewerk. Was aus dem Areal nun entstand, verdiene großen Respekt. Er kündigte an, dass die Stadt das Areal noch weiter attraktivieren wolle.

Dekanin Baderschneider unterstrich in einer von Posaunenchor der Siedlung mitgestalteten Andacht, wie sich die Sicht des Menschen auf das Älterwerden im Laufe des Lebens ändert. Mancher fühle sich mit 70 noch zu jung, um einen Seniorenkreis zu besuchen. Menschen, die noch zuhause wohnen wollen, könnten in der Tagespflege nun eine Seelenstärkung erfahren.