Dettelbach
Mit Rollstuhl und Simulationsbrille auf dem Marktplatz unterwegs
Begleitet von Florian Wirthmann vom Fachdienst Sozialdienst der Mainfränkischen Werkstätten Kitzingen und beobachtet von Landrätin Tamara Bischof und Integrationsbegleiterin Angelina Stevens sammelte Bürgermeister Matthias Bielek im Rollstuhl auf engem und ungewohntem Behindertenparcours neue Erfahrungen.
Foto: Gerhard Bauer
Landrätin Tamara Bischof tastete sich mit Langstock und Simulationsbrille unter fachkundiger Begleitung über den Marktplatz.
Foto: Gerhard Bauer
Dettelbach – Zum Kirchweihsonntag wartete die Stadt Dettelbach mit einem besonderen Angebot auf dem Marktplatz auf: Sie informierte gemeinsam mit dem Regionalmanagement Kitzinger Land, der Behindertenbeauftragten und dem Pflegestützpunkt des Landkreises sowie weiteren Partnern wie der Eutb (ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) über das Thema Barrierefreiheit.

Vorwärtskommen und Teilhabe waren die besonderen Schwerpunkte, die mit einer historischen Stadtführung mit Gebärdendolmetscherin, einer Stadtführung mit Fachleuten und Testmöglichkeiten mit einem Rollator, in einem Rollstuhl und mit einer Simulationsbrille mit Langstock selbst getestet werden konnten. Für Rollator und Rollstuhl war eine kleine Rampe vorbereitet, die selbst bewältigt werden konnten, immer dabei begleitet von einer Aufsicht, um im Falle einer Unsicherheit einen Sturz zu verhindern.

Gefahren im Straßenverkehr

Die Erfahrung mit dem Rollator: schon eine kleine Stufe, die zu Fuß gehende Menschen kaum bemerken, kann ein schier unüberbrückbares Hindernis darstellen. Kommt Nervosität ob der eigenen Unsicherheit beim Benutzenden dazu, kann es im täglichen Straßenverkehr auch gefährlich werden.

Kaum jemand kann sich vorstellen, wie es ist, in völliger Dunkelheit auf den Straßen unterwegs zu sein, nur auf Geräusche zu hören, auf das Gehör vertrauen und auf dem Weg jeden Zentimeter mit dem Langstock abtasten zu müssen. Diesen Herausforderungen stellten sich Landrätin Tamara Bischof ebenso wie Bürgermeister Matthias Bielek, die – jeweils betreut von Fachpersonal – die Wegstrecken zu meistern versuchten.

An Informationsständen am Marktplatz stellten der VdK, die Mainfränkischen Werkstätten, der Pflegestützpunkt des Landkreises und Eutb sowie andere Partner das Thema Barrierefreiheit aus ihrer jeweiligen Sicht mit dem Anliegen vor, allen am Verkehr Teilnehmenden ein möglichst selbständiges und selbstbestimmtes Vorwärtskommen zu gewährleisten.

Positive Bilanz gezogen

Für das Regionalmanagement zog Simone Göbel eine positive Bilanz für das gesamte Angebot und wünschte sich mehr solcher Veranstaltungen, um Menschen die Schwierigkeiten von am Verkehr teilnehmenden Personen aufzeigen zu können.

Die Veranstaltung am Kirchweihsonntag war mit Bürgermeister Bielek schon längere Zeit vorbesprochen. Dabei erwies sich der Behindertenparcours bei allen Besuchern als besonders gefragt.