Volkach
Stadt Volkach tritt Wasser- und Bodenverband bei und will seine Kulturlandschaft noch besser schützen
Der Altmain bei Escherndorf, hier von der Vogelsburg aus betrachtet, ist ein Refugium für Tiere und Pflanzen.
Der Altmain bei Escherndorf, hier von der Vogelsburg aus betrachtet, ist ein Refugium für Tiere und Pflanzen.
Johannes Kiefer
Volkach – Ein Paradies für Tiere und Pflanzen ist das Gebiet am Altmain von Astheim bis Escherndorf. Welcher seltenen Vogelart sie eine Heimat bietet und was die Stadt dort vorhat.

Er arbeitet nicht wirklich im Verborgenen, doch bekannt ist der Wasser- und Bodenverband Escherndorf/Köhler in Volkach kaum. Dabei leistet er einen wichtigen Beitrag zur Einsparung der wertvollen Ressource Wasser: mit der Betröpfelung der Weinberge. Nun erklärt sich dieser Verband bereit, sich auch für Volkach und Ortsteile wie Obervolkach, Krautheim oder Rimbach zu öffnen. Und da das kostbare Gut Wasser knapper wird, stimmte der Volkacher Stadtrat auch einstimmig dafür, dem Verband beizutreten.

Vorsitzender des Verbandes ist der Winzer Daniel Sauer, der neben Ralph Düker und dem Planer Wolfgang Patzwahl im Stadtrat als Referent zu Wort kam. "Jedem von uns ist bewusst, dass wir ohne Wasser nicht auskommen und die Reben auch nicht halten könnten", sagte Sauer. Sein Verband sei bereit, sich für Volkach zu öffnen. Dazu müsse die Satzung geändert werden, "woran wir fleißig arbeiten".

Dass die Stadt gern mit im Boot wäre, verdeutlichte Ratsmitglied Uwe Koßner. "Wenn wir als Kommune dabei sind, bringen wir noch ein Pfund mehr auf die Waage, auch wegen der staatlichen Förderung", sagte er. "Und wir haben die notwendigen Flächen an Weinbergen." Zudem sei die Stadt in der Pflicht, ihre Gewerbetreibenden, also auch die Winzer, zu unterstützen. Der genaue Umfang der Beteiligung der Stadt müsse separat diskutiert werden. "Wir sollten auf jeden Fall ein Mitspracherecht bekommen", so Koßner.

Mitsprache ist auch deshalb wichtig, weil das Wasser in Escherndorf bislang aus Brunnen entnommen werde, sagte Sauer. Er rechnet damit, "dass wir wohl bald im Sommer kein Wasser aus dem Main mehr entnehmen dürfen. Dafür brauchen wir Alternativen." Deshalb wolle der Verband nachhaltig arbeiten und sich vergrößern. Ein Beitritt, erklärte Bürgermeister Heiko Bäuerlein, sei finanziell wesentlich günstiger als einen eigenen Verband zu gründen. Und mit der Stadt im Boot könnte der Verband bessere Kreditkonditionen erhalten. Nicht nur deshalb gingen in der Ratssitzung alle Hände nach oben als Zustimmung.

Die Kulturlandschaft am Altmain soll besser geschützt werden

Um seine Kulturlandschaft am Altmain von Astheim bis Escherndorf zu schützen, hält der Stadtrat an seinem Grünordnungsplan "Eichholz und am Wert" fest. Das bedeutet, dass sich eine großflächige und gleichzeitig kleinteilige Kulturlandschaft mitsamt der Nordheimer Au ohne störende Eingriffe durch Sand- und Kiesabbau entwickeln darf. Bestehende Obstbaumbestände sollen erhalten bleiben und neue Flächen entwickelt werden. Das gesamte Gebiet ist ein Paradies für die gesamte dort lebende Tier- und Pflanzenwelt mit einer Gesamtgröße von etwa 60 Hektar Obstanbau.

In den vielen Einwänden und Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange kam immer wieder der Wunsch zur Sprache, das Gebiet zu erhalten. Max Wehner, Landschaftsarchitekt der Firma Team4 aus Nürnberg, verlas nicht jedes einzelne eingegangene Schreiben. Gegen den Plan hatte sich eine private Stimme ausgesprochen. Man könne doch die abgebauten Flächen mit Kies wieder auffüllen, dann sähe es aus wie vorher, hieß es sinngemäß.

Doch damit war Wehner nicht wirklich glücklich. "Dann hätten wir einen Allerweltstandort, und zu einer Obstwiese gehört auch ein gescheiter Untergrund", so eines seiner Argumente. Ein weiteres war das Vorkommen des Wendehalses, einer Vogelart aus der Familie der Spechte. "Der ist sehr störungsanfällig, und den können wir nicht einfach so aus- oder umsiedeln", sagte Wehner.