Mainbernheim
Viele Ideen für die Herrnstraße 35/37
Das kleine Gebäude zwischen den großen Gebäuden Herrnstraße 35 und 37 soll abgerissen werden. Dafür soll ein nutzbarer Innenhof entstehen. Bücherei, Archiv und eine historische Druckerei sollen in den Häusern nach der Sanierung unter anderem Platz finden.
Das kleine Gebäude zwischen den großen Gebäuden Herrnstraße 35 und 37 soll abgerissen werden. Dafür soll ein nutzbarer Innenhof entstehen. Bücherei, Archiv und eine historische Druckerei sollen in den Häusern nach der Sanierung unter anderem Platz finden.
Foto: Gerhard Krämer
Mainbernheim – Für die beiden Gebäude Herrnstraße 35 und 37 will die Stadt Mainbernheim ein Nutzungskonzept realisieren, das sich am Bedarf orientiert und die Attraktivität der Altstadt für die Bürgerinnen und Bürger wie auch für Besucher erhöht. Eine Idee sind die "Bernemer Werkstätten".

Zusammen mit Vertretern des Architekturbüros Schlicht-Lamprecht-Kern aus Schweinfurt fand nun in der Radlerherberge ein Treffen mit Mitgliedern des Stadtrats und möglichen Nutzern statt, bei dem über die Nutzungen in den verschiedenen Räumen gesprochen wurde. Diesem Akteurstreffen soll bald ein weiteres mit Vereinsvertretern folgen. Vereine sollen mitteilen, wann sie vermutlich für wie viele Personen einen Raum benötigen. Und vor allem sollen sie mitteilen, was sie für Equipment brauchen.

Im September 2019 habe die Stadt die beiden Gebäude erworben, erinnerte Bürgermeister Peter Kraus. Seitdem habe sich äußerlich nichts verändert, aber hinter den Kulissen hätte sich einiges bewegt. Mittlerweile gebe es eine Machbarkeitsstudie und eine Zusage, dass es bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten als Zuschuss gebe.

Mittlerweile sei das Architekturbüro Schlicht-Lamprecht-Kern mit der Sanierungsplanung beauftragt. Fachplaner würden mit einbezogen. Baubeginn könnte Mitte 2023 sein, zwei Jahre später könne mit der Nutzung begonnen werden. Abgerissen werden soll lediglich das bisher als Garage und Reifenlager genutzte kleine Gebäude, um zwischen den Gebäuden 35 und 37 einen attraktiven Innenhof zu bekommen, sagte Kraus.

Einige Ideen hätten sich mittlerweile erledigt. Kraus nannte hier eine Rezeption für das Beherbergungskonzept Albergo diffuso oder eine Poststelle. Dafür sei nach wie vor geplant, die Stadtbücherei, das Archiv und eine historische Druckerei unterzubringen. Im Erdgeschoss soll ein Raum für Vereinstreffen zur Verfügung stehen.

Anlaufstelle im Eingangsbereich

Der Eingangsbereich mit einer Theke soll Anlaufstelle für die Leute sein. Dort sollen diese die benötigten Informationen erhalten, zu loszuziehen, erklärte Stefan Schlicht, der zusammen mit seiner Kollegin Katharina Schubert die Möglichkeiten vorstellte. Hier kamen aus den Reihen der Teilnehmer des Treffens auch schon etliche Vorschläge zur Gestaltung. Auch konkretere Ideen zur Bücherei wurden geäußert. Hier solle man schon jetzt damit beginnen, ein Team aufzubauen, dass dann nach Fertigstellung einsatzbereit sei.

Arndt Poser stellte seine Idee der "Bernemer Werkstätten" vor. Einmal könnte es natürlich die Druckwerkstatt sein. Conny Hügelschäffer will je dort eine historische Druckerei einrichten und Seminare halten. Hier könne man dann zum Beispiel selbstgestaltete Grußkarten drucken.

An die Tradition von Bären-Schmidt anknüpfend, könnte auch eine Lebkuchen-Werkstatt möglich sein. Falls das Backen in der kleinen geplanten Küche nicht möglich sei, könne das auch zum Beispiel im Gemeindehaus stattfinden. Es könne aber mit einigen Dingen im Gebäude Herrnstraße 35 daran erinnert werden und auf einen "Außenstandort" hingewiesen werden. So könne man etwas in Szene setzen, auch was die lange Schützentradition in Mainbernheim betrifft. Des Weiteren wären eine Lese- und Weinwerkstatt möglich, meinte Poser.