Wiesentheid
Zehn Bands an zehn Locations: Auf der Musikmeile einmal quer durch Wiesentheid
Die Gruppe "Little Cat" begeisterte das Publikum bei den Eisdealern.
Die Gruppe "Little Cat" begeisterte das Publikum bei den Eisdealern.
Foto: Regina Sterk
Das Duo TimoLina eröffnete den Abend im vollbesetzten Kuhstall.
Das Duo TimoLina eröffnete den Abend im vollbesetzten Kuhstall.
Foto: Regina Sterk
Die Hagenbacher Brunnebutzer waren der musikalische Gruß aus Wiesentheids Partnergemeinde.
Die Hagenbacher Brunnebutzer waren der musikalische Gruß aus Wiesentheids Partnergemeinde.
Foto: Regina Sterk
Motorsägenkunst am nächtlichen Marienplatz: Edwin Karl schälte eine Gitarre aus einem massiven Baumstamm.
Motorsägenkunst am nächtlichen Marienplatz: Edwin Karl schälte eine Gitarre aus einem massiven Baumstamm.
Foto: Regina Sterk
Wiesentheid – Klatschen, mitsingen, tanzen, feiern: Weder Corona bei den Vorbereitungen noch die Baustelle in Wiesentheid bremsten die Freude über die 7. Musikmeile in Wiesentheid.

Endlich wieder Musikmeile in Wiesentheid! Nach der zweijährigen Pandemie-Pause wurde am Samstag in Wiesentheid wieder an zehn Orten gleichzeitig Musik gemacht, gefeiert und getanzt. Veranstalter Andreas Liebald war sichtlich froh, dass in seinem Kuhstall und im restlichen Ort wieder die Post abging.

Zum siebten Mal fand die Musikmeile statt, mit dem bewährten Konzept: zehn Locations mit handgemachter Livemusik, dazwischen transportiert ein Shuttlebus die Gäste von Ort zu Ort, sodass jeder möglichst viel erleben kann. Die Vorbereitungen waren diesmal ein wenig holpriger, das lag auch an Corona. Schließlich wusste man im Frühjahr noch nicht so genau wie es im Herbst sein würde. Dazu kommt, dass wegen der Baustelle in der Ortsmitte der Shuttlebus nicht an alle Locations fahren konnte. Dies alles tat der Feierfreude aber keinen Abbruch.

Die Gäste, die sich um 18 Uhr zur Eröffnung im Kuhstall einfanden, waren jedenfalls alle bester Stimmung. Den musikalischen Auftakt für den Abend bildete das Duo "TimoLina". Die rund 50 Sitzplätze im Kuhstall waren alle besetzt und einige Stehplätze noch dazu. Damit war zwar zu "Achy breaky heart" kein Line Dance möglich, wie Sänger Timo Lechner schmunzelnd feststellte, aber klatschen und mitsingen klappe hervorragend. Nicht nur der gemütliche Holzofen heizte den Gästen ein, das schafften die beiden Musiker auch ganz gut.

Szenenwechsel gegen 20 Uhr, als in den meisten anderen Locations die Bands loslegen. Das katholische Pfarrheim ist das Ziel, wo die "Hagenbacher Brunnebutzer" so richtig Krach machen. Hier findet die wohl musikalischste Form der Partnerschaft statt: Hagenbach ist die Partnergemeinde von Wiesentheid und die "Brunnebutzer" sind mit einem kleinen Fantross aus der Südpfalz angereist. Untergebracht sind sie in Gastfamilien und mitgebracht haben sie Soul, Pop und Rock vom feinsten. Neun Musiker, ein Sänger und eine Sängerin lassen das Pfarrheim erbeben und die vier Bläser zeigen fein abgestimmt ihr Können.

Genauso kraftvoll auch in den leiseren Tönen ist die Gruppe "Little Cat", die mitten im Ort bei den Eisdealern spielen. Mit Akustikgitarre, Cachon und Gesang verzaubern sie die vielen Gäste, die sich im Zelt drängen. Die aufgestellten Heizstrahler sind fast nicht nötig, so viele Menschen sorgen hier für Wärme oder tanzen sich warm, sofern sie Platz dafür haben.

Musikalisches Kunstwerk mit der Motorsäge erschaffen

Vor der Eisdiele ist der Marienplatz ebenso gut gefüllt. Ein Lagerfeuer lädt zum gemütlichen Sitzen ein, hier gibt es auch Snacks für hungrige Mägen. Im Rücken der Mariensäule geht es weniger musikalisch, aber ebenso künstlerisch zu: Edwin Karl zaubert mit seiner Motorsäge ein musikalisches Kunstwerk. Im Laufe des Abends schält sich eine Gitarre aus dem massiven Baumstamm, den er Stunde um Stunde bearbeitet.

Bis zum großen Finale in der Fränkischen Toskana mit Latin-Pop von Algeria war noch genug Zeit, sich einmal quer durch Wiesentheid zu hören. Ob im Schafhof bei Swingmusik von Red Pack, in Eddis Gaststube bei Rock, Pop und Soul von André Carswell und Michael Hauck oder an einer der zahlreichen anderen Locations: Es war für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Und vor allem: Alles live und handgemacht von Musikerinnen und Musikern, die mit Herzblut bei der Sache waren. Das Konzept ist wieder einmal aufgegangen und lässt vermuten, dass die siebte Musikmeile nicht die letzte war.