Bimbach
Zeit der Teich-Kläranlage Bimbach ist abgelaufen
Prichsenstadts Bürgermeister René Schlehr (rechts) beendete mit der Bürgerversammlung in Bimbach die Reihe der Versammlungen in diesem Jahr, nächstes Jahr stehen fünf weitere Ortsteile auf dem Programm.
Prichsenstadts Bürgermeister René Schlehr (rechts) beendete mit der Bürgerversammlung in Bimbach die Reihe der Versammlungen in diesem Jahr, nächstes Jahr stehen fünf weitere Ortsteile auf dem Programm.
Guido Chuleck
Bimbach – Die Bimbacher murren, aber der Regierung ist das egal und will die Kläranlage abschaffen. Doch wo soll das Abwasser dann hin?

Die Tage der Teich-Kläranlage im Prichsenstädter Ortsteil Bimbach sind gezählt. Noch funktioniert sie, aber die Staatsregierung macht Druck und will sie abschaffen. Diesem Druck muss sich Bimbach wohl oder übel beugen, auch wenn bei den gut 30 Bimbacher Bürgerinnen und Bürgern in der Bürgerversammlung (BV) im Schützenhaus ein leichtes Murren zu vernehmen war. Was nicht Bürgermeister René Schlehr, sondern der Staatsregierung gegolten hatte.

Die Regierung, so Schlehr, habe die Abwasserwerte in der Vergangenheit ständig erhöht, "selbst unsere Kläranlage in Prichsenstadt ist davon betroffen". Wie die Lösung für Bimbach aussehen könnte, arbeitete der Bürgermeister Schritt für Schritt aus.

Durch Bimbach fließt die Schwarzach, und die sorgt nach Starkregen gern mal für Überflutungen. Ein großes Problem dabei ist, die Kommunikation zwischen den zuständigen Wasserwirtschaftsämtern Aschaffenburg und Bamberg eher schleppend verlaufen ist. Das habe sich mit dem neuen Chef des WWA Aschaffenburg, Friedrich Altmann, nun geändert, so der Bürgermeister. Denn am runden Tisch hatten sich Altmann, die betroffenen Bürgermeister in der Region, die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof und die Landtagsabgeordnete Barbara Becker (CSU) intensiv über den Hochwasserschutz der Region unterhalten. Das Ergebnis ist, kurz gesagt, ein großes Programm zum Hochwasserschutz auch mit den Gewässern der zweiten und dritten Ordnung (für letztere sind die anliegenden Kommunen zuständig), wobei allein die Planung zehn Jahre in Anspruch nehmen dürfte.

Frage ist noch, wohin mit dem Abwasser

Und somit stünde die interkommunale Allianz "Dorfschätze" nicht mehr allein mit dem Hochwasserschutz, sondern sei eingebunden in ein ganz großes Programm, was in der Bürgerversammlung mit Erleichterung aufgenommen worden ist. Was auf mehrere Gegenfragen stieß war die Frage: wohin mit dem Abwasser? Nach einem Gemeinderatsbeschluss soll ein Ingenieurbüro beauftragt werden, einen möglichen Anschluss Bimbachs an die Gruppe Prichsenstadt zu prüfen. Das, so eine erste Aussage, sei technisch durchaus möglich.

Aber es gäbe auch die Möglichkeit, sich an eine neu zu bildende Gruppe mit den Ortschaften Oberschwarzach, Lülsfeld und Frankenwinheim anzuschließen. "Das hat den großen Vorteil, dass es dann mehr Beitragszahler sein werden", so Schlehr. Auch würde eine solche große Anlage vom Freistaat finanziell gefördert werden. Die ist übrigens Teil einer groß angelegten Variantenstudie, dessen Erstellung und Auswertung noch etwas Zeit in Anspruch nehmen wird.

In weiteren Themen stellte der Bürgermeister den aktuellen Stand zum Anbau am Haus für Kinder sowie die Kanalsanierung in der historischen Altstadt von Prichsenstadt vor. Auch die neuen Baugebiete, etwa "Zum Gehäg" in Stadelschwarzach, standen auf der Liste des Bürgermeisters.

Den Bimbachern ist außerdem wichtig, den Mietvertrag mit dem Schützenheim zu überprüfen. Der gelte noch bis 2025 und würde ab dann immer nur für ein Jahr verlängert, da baten die Bürger um eine dauerhaftere Lösung. An der ist auch dem Bürgermeister gelegen, da neben den Schützen auch der Feuerwehrverein das Schützenheim nutze. "Wir können über alles reden, kommen Sie einfach auf mich zu", ermunterte er seine Mitbürgerinnen und Mitbürger. Das gelte auch für Straßenschäden, um die sich der Bauhof kümmern wird.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version stand, dass die Schwarzach auf ihrem Weg von der Oberpfalz durch den Steigerwald bis zur Regnitz schon das Hochwasser mitbringt. Das ist nicht richtig. Die Schwarzach, die durch Bimbach fließt hat ihre Quelle in Oberschwarzach. Wir haben das korrigiert.