Mainstockheim
Zu teuer und wenig effektiv: Absage an die Umgehung Mainstockheim
Gut besucht war die Bürgerversammlung in Mainstockheim, in der das "Integrierte städtische Entwicklungskonzept" ISEK vorgestellt wurde.
Foto: Robert Haass
Mainstockheim – "Das war ein Riesenpaket", sagte Mainstockheims Bürgermeister Karl-Dieter Fuchs, als Bertram Wegner und seine Mitarbeiterin Eva Liebich in einer Bürgerversammlung am Montagabend in der Mehrzweckhalle gut 75 Minuten lang das "Integrierte städtische Entwicklungskonzept" (ISEK) für den Ort am Main vorgestellt hatten. Ziel des Ganzen: In der Städtebauförderung einen Platz für Zuschüsse zu gemeindlichen und private Maßnahmen zu bekommen.

Vor rund einem Jahr hatte er an gleicher Stelle die Auftaktveranstaltung zur Entwicklung eines ILEK gegeben, danach gab es noch einige Treffen von Mitarbeitern des Planungsbüros Wegner, Mainstockheimer Bürgerinnen und Bürgern und Gemeinderäten. All das hat nun zu einem umfangreichen Konzept geführt, das sowohl die soziale Struktur des Ortes, die baulichen Gegebenheiten und auch den Verkehr in Mainstockheim betrachtet, analysiert und am Ende ausgewertet hat.

Rund 4200 Fahrzeuge in der Ortsmitte täglich

Da ist zum einen eine Überalterung der Bevölkerung im Ortskern und im Wohngebiet Haselberg. Da ist die städtebauliche Analyse, die als Defizite Leerstände, im Westen eine sehr hohe Besiedlungsdichte und vor allem die Hauptstraße als hohe Belastung ausweist. Das Plus ist das für alle zugängliche Mainvorland, der Bahnhaltepunkt und eine gute Infrastruktur.

Bestätigt wird das durch das Verkehrskonzept, das ebenfalls die Hauptstraße als großen Problempunkt sieht: Rund 4200 Fahrzeuge in der Ortsmitte im täglichen Schnitt, eine durchgehende Fahrbahn im Kontrast zu den Gehsteigen, die teilweise nur noch bis zu 70 Zentimeter breit sind und deren Rundborde zum Überfahren einladen. Einer möglichen Ortsumgehung zwischen Main und Bebauung erteilte Planerin Liebich dennoch eine Absage: Mit vorsichtig geschätzten fünf Millionen Euro zu teuer und wegen rund einem Drittel Quellverkehr zu wenig Effekt, zudem müsste die Ortsdurchfahrt trotzdem umgestaltet werden.

Aufwertung des Umfelds von Kindergarten und Schule

Ziele der ILEK sollten nach den Planern unter anderem eine Aufwertung der Fußgängerverbindungen im Ort sein, eine Aufwertung des Umfelds Kindergarten und Schule, eventuell eine Verlegung des Mainradwegs an den Fluss und der Erhalt der Fähre. Auch für den Städtebau selber ist die Ortsmitte, die Hauptstraße und die Achse Fähre – Kirche ganz wichtig mit einem Schwerpunkt der Sanierung und Umnutzung des ehemaligen Gasthauses Stern. Dazu kommt das Mainvorland zwischen Albertshöfer Straße und Sandspitze, das ordentlich gegliedert werden sollte. Insgesamt werden im ISEK-Katalog etwa 40 Maßnahmen in einem Sanierungsgebiet ausgewiesen, was aber erweiterungsfähig ist.

In den nächsten Schritten sollte der Gemeinderat ein Sanierungsgebiet festlegen und eine Sanierungssatzung erarbeiten. Dazu werden dann die Öffentlichkeit und die Träger öffentlicher Belange gehört. Ist das etwa im März kommenden Jahres erledigt, kann mit der Sädtebauförderung begonnen werden. Dort können im Privatbereich im Sanierungsgebiet Bauwerber architektonisch beraten und auch bezuschusst werden. Gleiches gilt auch für die Gemeinde, die dann für Sanierungen, etwa des Stern, mit erheblichen Zuschüssen rechnen kann.