Tradition
Am Wochenende ist „Haache Kerwa“
Das Haiger Gotteshaus St. Anna ist 1929 konsekriert worden. Am Wochenende wird Kirchweih gefeiert.
Das Haiger Gotteshaus St. Anna ist 1929 konsekriert worden. Am Wochenende wird Kirchweih gefeiert.
Foto: Gerd Fleischmann
Haig – Der 500 Einwohner zählende Stockheimer Ortsteil Haig steht am 4. und 5. September ganz im Zeichen der „Haache Kerwa“. Am Sonntag findet um 8.45 Uhr de...

Der 500 Einwohner zählende Stockheimer Ortsteil Haig

steht am 4. und 5. September ganz im Zeichen der „Haache Kerwa“. Am Sonntag findet um 8.45 Uhr der Festgottesdienst mit Pater Helmut Hagen statt. Das traditionelle Kirchweihständela am Samstag durch die Haache Volksmusikanten zählt ebenfalls zum Kerwa-Ritual. Weitere Aktivitäten fallen dagegen der Corona-Pandemie zum Opfer.

Das Gotteshaus St. Anna wurde einst durch Weihbischof Adam Senger konsekriert. Damit fand ein finanzieller Kraftakt im Jahre 1929 in schwieriger wirtschaftlicher Zeit – hervorgerufen durch einen gigantischen Börsencrash an der New Yorker Wallstreet – ein glückliches Ende.

Bürger legten mit Hand an

Der Nürnberger Architekt Fritz Mayer plante eine kühne, tonnenförmige Leimbinderkonstruktion. Die dazu benötigten Spezialbinder wurden beim Sägewerk Detsch in Haig angefertigt. Die Gemeindeangehörigen – 1927 zählte Haig 424 Einwohner – verpflichteten sich, alle Hand- und Spanndienste kostenlos zu leisten.

Der Bauplatz sowie das Bauholz wurden von der Freiherrlich Cramer Klett’schen Gutsherrschaft aus Mitwitz zur Verfügung gestellt. Das Projekt fiel in eine wirtschaftlich ungünstige Zeit, denn der Stockheimer Steinkohlenbergbau steckte in einer schwierigen Krise.

Bereits Mitte Juni 1928 wurde der Grundstein gelegt. Die Mauersteine stammen aus der Ziegelei in Gundelsdorf. Die Bauern stellten kostenlos die Fuhren für den Transport. Die Weihe mit Weihbischof Adam Senger wurde zum großen Ereignis für die tüchtigen Katholiken. Die Kirche wirkte allerdings noch recht armselig. Es waren noch keine Bänke vorhanden, und der Turmbau begann erst 1931. Doch nach und nach schufen sich die Haiger unter großer Opferbereitschaft ein Kleinod, das sich sehen lassen kann.

1969 – zum 40-jährigen Bestehen – wurde das Gotteshaus unter der Leitung von Baptist Detsch umfassend renoviert. Angefangen von Pfarrer Michael Hofmann mit seinen Kirchenräten über den örtlichen Bauleiter Georg Detsch bis zu den unermüdlich tätigen Frauen und Männern der Gemeinde gaben alle ihr Bestes, um ihre Heimatkirche in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Weitere wesentliche Verbesserungen folgten 1976. So konnten die Außengestaltung abgeschlossen und eine neue Orgel eingebaut werden. Ende 1980 ging ein lange ersehnter Wunsch in Erfüllung: Domkapitular Georg Schley weihte im Beisein von Pfarrer Rudolf Scharf drei Glocken. gf