Kronach
Baukosten steigen um 20 Prozent
Die Großbaustelle an der Gottfried-Neukam-Mittelschule am Schulzentrum Kronach macht gute Fortschritte. Derzeit werden die Roharbeiten am Anbau für das Treppenhaus (links) und eine Erweiterung im Erdgeschoss getätigt.
Die Großbaustelle an der Gottfried-Neukam-Mittelschule am Schulzentrum Kronach macht gute Fortschritte. Derzeit werden die Roharbeiten am Anbau für das Treppenhaus (links) und eine Erweiterung im Erdgeschoss getätigt.
Karl-Heinz Hofmann

Die Generalsanierung der Gottfried-Neukam-Mittelschule stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Schulverbands Kronach III. Geschäftsführender Gesellschafter André Völk und Bautechniker Nils Beinke vom Büro „Spindler+“ berichteten von guten Fortschritten auf der Großbaustelle am Schulzentrum.

Bürgermeisterin Angela Hofmann, zugleich Vorsitzende des Schulverbandes, freute sich, dass man gut im Zeitplan liege. Immerhin handle es sich um eine Generalsanierung mit Neustrukturierung nach dem Münchner Lernhauskonzept und um eine Erweiterung mit Treppenhaus und neuen Klassenräumen im Erdgeschoss.

Es sei ein großes Verdienst des Planungsbüros, dass es so gut vorwärtsgehe, meinte Hofmann. Sie lobte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Dies konnte André Völk nur bestätigen. Er nannte die Umstrukturierung des bestehenden Gebäudes in das Münchner Lernkonzept eine besondere Herausforderung. Die räumlichen, pädagogischen und personalorganisatorischen Anforderungen seien enorm.

Derzeit befänden sich das neue Treppenhaus und der Erweiterungstrakt im Rohbau. Im Innenbereich werde wesentlich mehr Platz für Lehrräume und zugleich eine größere Lichtdurchflutung geschaffen, so Völk.

Der für die barrierefreie Erschließung notwendige Aufzug werde auf Anregung der Schulleitung größer geplant, um auch den Transport multimedialer Geräte zwischen den drei Stockwerken zu gewährleisten.

Ab Januar sind laut Geschäftsführer Stahlbauarbeiten für die neue Dachkonstruktion vorgesehen, im Februar sollen, wenn das Wetter mitspiele, die Dachdecker mit ihrer Arbeit beginnen. Die Rohbauarbeiten sollen bis April 2023 abgeschlossen sein.

Im Herbst 2024 will man fertig sein

Mitte 2023 beginne dann der Innenausbau nach der neuen Konzeption, sagte Völk. Ziel sei, dass der Unterricht ab dem Schuljahr 2024/2025 wieder in dem Gebäude stattfinden kann. Momentan seien die Klassenzimmer übergangsweise im ehemaligen Loewe-Verwaltungsgebäude untergebracht.

Der Geschäftsführer des Schulverbands Kronach III stellte auch die Zahlen des Haushalts 2023 vor. Die Stadt Kronach (212) und die Gemeinde Wilhelmsthal (51) schicken insgesamt 263 Schüler in die Mittelschule. Hinzu kämen 254 Gastschüler aus verschiedenen Gemeinden des Landkreises Kronach.

Im Ergebnishaushalt stehen den Erträgen von 1,725 Millionen Euro Aufwendungen von knapp 1,674 Millionen Euro gegenüber. Der Finanzhaushalt schließt mit einem Minus von einer Million Euro ab. Das ergibt eine Umlage von 3802,28 Euro pro Verbandsschüler. Damit entfallen auf die Stadt Kronach 806.084 Euro und auf die Gemeinde Wilhelmsthal 193.916 Euro.

Das Jahr 2021 schloss mit einem Minus von 580.056,47 Euro ab, so dass sich der Schuldenstand zum Jahresende auf 2,5 Millionen Euro belief. Ende 2022 werden die Verbindlichkeiten voraussichtlich 5,78 Millionen Euro betragen.

Sparsamkeit ist angesagt

Die Kosten für die Generalsanierung waren 2017 auf ca. zwölf Millionen Euro geschätzt worden, tatsächlich muss man derzeit mit einem Kostenplus von 20 Prozent, also mit gut 15 Millionen Euro, rechnen.

Oberste Prämisse für die Geschäftsführung wird es Völk zufolge sein, jegliche Möglichkeit von Förderungen auszuschöpfen, Einsparungen zu lokalisieren und entsprechend umzusetzen sowie stets Ausgaben auf Wirtschaftlichkeit und Notwendigkeit zu überprüfen. „Das Wohl der Schüler muss dabei stets eine wichtige Rolle spielen, aber auch die Motivation der Mitarbeiter und der Lehrkräfte“, so der Geschäftsführer.

Haushaltssatzung und Finanzplan wurden vom Gremium einstimmig beschlossen. eh

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