Bergbau
Bereicherung für das Archiv
Vorsitzender Gerwin Eidloth (Mitte) und Beisitzer Günther Scheler (rechts) nehmen die von Johannes Stauch gespendete Archivalie entgegen.
Vorsitzender Gerwin Eidloth (Mitte) und Beisitzer Günther Scheler (rechts) nehmen die von Johannes Stauch gespendete Archivalie entgegen.
Heike Schülein
Stockheim

Im bergbaulichen Magazin in Stockheim wird die über 400-jährige Bergbaugeschichte des Haßlachtals mit vielen Exponaten, Relikten, Modellen sowie geschichtlichen Aufzeichnungen dokumentiert. Nun erfuhr das in einem Betriebsgebäude des Katharinen-Schachts untergebrachte Bergbau-Museum eine immense Bereicherung: eine Steinkohle-Bestellung nach Haßfurt aus dem Jahre 1860.

„Auf die Archivalie stieß ich beim Stöbern im Internet“, erzählt Johannes Stauch, der das altehrwürdige Dokument einschließlich Nebenkosten für rund 200 Euro ersteigerte und nun offiziell dem Bergbau-Magazin überreichte. Datiert ist das erstaunlich gut erhaltene und in altdeutscher Schrift gut leserliche Dokument auf den 26. April 1860. Auftraggeber ist ein Matthias Müller aus Haßfurt, der bei der Swain´schen Steinkohlengrube Stockheim zwei „Lowry Steinkohle prima Qualität“ bestellte.

Bei Lowry handelt es sich um eine frühere Maßeinheit, die insbesondere als Kohlenmaß Verwendung fand. Die Bezeichnung leitete sich von der Eisenbahn-Lore − einem offenen mit niederen Kasten versehenen Transportfahrzeug − ab. Ein Lowry entspricht 90 Zentner und somit 4500 Kilogramm.

Voller Dankbarkeit entgegengenommen wurde der kostbare Internet-Fund von Gerwin Eidloth sowie Günther Scheler vom „Arbeitskreis Bergbau-Magazin“.

„Wahrscheinlich wurde damals die Fracht vom Bergwerk mit Pferden zum Bahnhof nach Gundelsdorf gebracht“, vermutet Günther Scheler, Beisitzer im 2004 gegründeten Förderverein Bergbaugeschichte Stockheim / Neuhaus. Der Förderverein ist auch Träger des im Jahre 2015 eröffneten bergbaulichen Magazins. „Der Wert eines solchen Dokuments ist für uns gar nicht zu beziffern“, freute sich Fördervereins-Vorsitzender Gerwin Eidloth über die historisch bedeutende Bereicherung des Archivguts.

Belege für den Abbau des „Schwarzen Goldes“ in der Gegend von Stockheim finden sich erstmals im 18. Jahrhundert und für 1809 lassen sich bereits acht Zechen nachweisen. hs