Bürgersolarpark nimmt Form an
Auf dieser Freifläche mit rund 29 Hektar zwischen Weißenbrunn und Wildenberg rechnet man durch die Errichtung des Bürgersolarparks mit einer Stromerzeugung von circa 29 Millionen kwh, was der Energieversorgung von 695 Personen entspricht. Die Bürger können sich beteiligen.
Auf dieser Freifläche mit rund 29 Hektar zwischen Weißenbrunn und Wildenberg rechnet man durch die Errichtung des Bürgersolarparks mit einer Stromerzeugung von circa 29 Millionen kwh, was der Energieversorgung von 695 Personen entspricht. Die Bürger können sich beteiligen.
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Weißenbrunn – Gemeinderat  Im Weißenbrunner Gemeinderat fand das Projekt, das fast 700 Personen umweltfreundlich mit Strom versorgen soll, Zustimmung. Die Bürger können sich finanziell beteiligen.

Weißenbrunn —  In der Gemeinderatssitzung am Dienstag standen die Errichtung eines Bürgersolarparks Weißenbrunn und die Gestaltung des Anwesens Kanzleistraße 2 in Thonberg im Mittelpunkt. Bürgermeister Jörg Neubauer freute sich über das Interesse einiger Zuhörer, die sich in der Bürgerfragestunde aber nicht zu Wort meldeten.

Dem Projekt Bürgersolarpark Weißenbrunn stand der Gemeinderat erstmals in seiner Sitzung am 27. Juli positiv gegenüber. Nun waren die Vertreter des Initiators und Ideengebers Südwerk-Gruppe Burgkunstadt erneut im Gremium, um ausführlich zu informieren. Eigentlich wollte dies das Gemeindeoberhaupt gerne in einer Bürgerversammlung tun, doch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Auflagen und Einschränkungen haben dies verhindert. Dennoch soll das Projekt weiter forciert werden, wozu aber die Öffentlichkeit mitgenommen werden soll, weshalb man in der Gemeinderatssitzung erneut informierte.

Dazu waren Geschäftsführer Manuel Zeller-Bosse und Christopher Kohles in die Sitzung gekommen. Sie möchten nun mit dem Projekt an die Öffentlichkeit und auch per Flyer möglichst viele Bürger informieren und mitnehmen. Schließlich ist das Projektkonzept so aufgebaut, dass mehrere davon profitieren und kurz gesagt die ganze Region neben dem ökonomischen auch einen ökologischen Nutzen davon hat.

Das funktioniert so: Die Gemeinde wird bis 20 Megawatt Peak (MWp) mit 0,2 Cent per Kilowattstunde (kwh) beteiligt Eine weitere Beteiligung an weiteren 8,2 KWp erfolgt mit 0,08 Cent/kWh, das dürften circa 960 000 Euro in 20 Jahren sein; dies entspricht rund 48 000 Euro jährlich. An Gewerbesteuereinnahmen darf die Kommune mit rund 620 000 Euro für 20 Jahre rechnen (rund 30 000 Euro jährlich).

Rendite von vier Prozent erwartet

Die Bürger können sich zu attraktiven Konditionen ab 500 Euro Einlage am Solarpark beteiligen. Dafür wird eine jährliche Rendite von vier Prozent erwartet, nach Wahl des Beteiligungsmodelles. Ein weiterer großer Vorteil für alle ist, dass der Strom in Weißenbrunn regional, erneuerbar und nachhaltig erzeugt wird und 90 Prozent der Gewerbesteuer am Standort Weißenbrunn als Wertschöpfung für die Kommune verbleiben. Die ökologischen Vorteile lägen auf der Hand, so die beiden Experten: Saubere CO2- freie Stromerzeugung vor Ort, kein Beton, keine Bodenversiegelung, der vollständige Rückbau sei durch unwiderrufliche Bürgschaften gesichert. Die Nachnutzung als landwirtschaftliche Fläche wird gewährleistet. Sie sprechen von Bodenaufwertung durch Reduktion der Nitratwerte und einer Förderung der Biodiversität durch Hecken und Bäume, dazu schafft man neue Bienen- und Insektenlebensräume. Es könne sich eine artenreiche Naturwiese frei entwickeln.

Man rechnet mit einer Stromproduktion von jährlich circa 29 Millionen Kwh, was der Energieversorgung für 695 Personen entspricht. Man vermeidet jährlich circa 17 400 Tonnen CO2- Ausstoß.

Das Ratsgremium erklärte einstimmig das Einverständnis, dass die Firma Südwerk das Projekt Bürgersolarpark Weißenbrunn weiterverfolgt und die Bürger hierüber per Flyer und in persönlichen Gesprächen informiert werden.

Ideen für Thonberg

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war die Gestaltung der Freifläche Kanzleistraße 2 in Thonberg. Gedanken und Anregungen hierzu wurden in einer Bürgerversammlung am 7. Oktober von der Verwaltung aufgenommen. Bürgermeister Neubauer rief die wichtigsten Anregungen in Erinnerung: Platzgestaltung, Sitzgelegenheiten, Dorfbrunnen, Dorfbaum, Feuerwehrhaus, Fahrzeughalle für die Feuerwehr.

Inzwischen hat man sich auch über Fördermittel schlau gemacht. Es sind Investitionen zuwendungsfähig, die in die dorfgerechte Gestaltung von Wegen, Straßen, Plätzen und Freiflächen inklusive Ausstattungselemente wie Bänke, Brunnen, sowie ökologische Maßnahmen, fließen. Nach Austausch von Sachargumenten fasste der Gemeinderat einen Beschluss. Folgende Maßnahmen sollen auf dem Gelände Kanzleistraße 2 umgesetzt werden: völlig neue Platzgestaltung mit Sitzgelegenheiten, Errichtung eines Dorfbrunnens mit Dorfbaum und Spielgelegenheiten für Kinder. Der Bürgermeister wird ermächtigt, diese Maßnahmen beim Amt für Ländliche Entwicklung anzumelden, um in die bayernweite Rangliste zur Förderung aufgenommen zu werden.