Die Kosten steigen
Beim Umbau des Herrenhauses der ehemaligen Katharinenzeche sind nicht ganz unerwartet einige Überraschungen zutage getreten, die die Kosten nach oben treiben.
Beim Umbau des Herrenhauses der ehemaligen Katharinenzeche sind nicht ganz unerwartet einige Überraschungen zutage getreten, die die Kosten nach oben treiben.
Foto: Karl-Heinz Hofmann
Stockheim – Grossprojekte  Der Gemeinderat Stockheim sieht sich mit Mehraufwendungen für Rentei und die Dorferneuerung Reitsch konfrontiert.

Zwei Bauprojekte bereiten dem Gemeinderat Stockheim Kopfzerbrechen. Die zwei Großprojekte beschäftigten das Gemeinderatsgremium in der jüngsten Sitzung. Es geht um die einfache Dorferneuerung in Reitsch, die wegen wasserrechtlicher Belange nach reger Bautätigkeit im Jahr 2019 nun zum Stillstand gekommen ist, und um die Rentei (ehemaliges Verwaltungsgebäude der Katharinenzeche in Stockheim). Baubeginn war im Sommer 2019.

Überraschungen

Dieses aus dem Jahr 1847 stammende Gebäude hatte so manche Überraschungen in seinem Gemäuer. Schon zu Beginn der Baumaßnahme waren sich der Architekt Jörg Detsch (Architekturbüro 3 D Detsch Kronach) und Robert Pick vom bayerischen Landesamt für Denkmalpflege einig, dass diese Baustelle einige Überraschungen birgt und den Verantwortlichen einiges an Nerven abverlangen wird. Dennoch wird hier seit Sommer 2019 kontinuierlich gearbeitet, wenn auch mit kleinen Unterbrechungen. Aktuell erfolgt eine Verpressung mit einer Trasszement-Mörtelsuspension, um Hohlräume zu sichern. Der Umfang von Hohlräumen oder losen Verfüllungen ist erst im Verpressungsvorgang tatsächlich feststellbar. Auch wenn in 170 Jahren nichts passiert ist, erfordert laut dem Architekten Detsch das Prinzip der Gründlichkeit einen sorgfältigen Umgang mit den Hohlräumen. Aufgrund dieser Situation war eine sorgfältige Zwischenbilanz über die finanzielle Situation angebracht.

Bürgermeister Rainer Detsch bezifferte den momentanen zusätzlichen Maßnahmenumfang auf circa 300 000 Euro. Insgesamt weiche die Gemeinde nach bisherigen Erkenntnissen von der ursprünglichen Kostenberechnung aus dem August 2018 von 2 749 593 Euro ab und komme nach neuen Berechnungen auf circa 3,5 Millionen Euro, womit sich der Eigenanteil der Gemeinde von rund 400 000 auf circa 800 000 Euro erhöhe.

Hierzu meinte der Rathauschef, dass nun wohl die Verteuerungen alle verarbeitet seien und es beim Innenausbau zu keinen Risiken mehr kommen dürfte.

Neuer Beschluss

Zur Dorferneuerung Reitsch war ein neuer Beschluss des Gemeinderates erforderlich. Aufgrund der geänderten Finanzausstattung des Amtes für ländliche Entwicklung (ALE) Bamberg wurde die Gemeinde zu einem Gespräch nach Bamberg ins Amt eingeladen. Dort wurde aufgezeigt, dass man sichtbare Einsparungen zum einen machen müsse, zum anderen die Finanzierung aus den Mitteln des Dorferneuerungsprogramms auch wegen der gestiegenen Kosten auf 2,77 Millionen Euro nicht mehr möglich sei. Die Mittel müssten in die Zuwendungsbereiche Dorferneuerung und „Eler“ (Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) aufgeteilt werden, wobei die Entscheidung für Mittel aus dem Programm „Eler“ auf höherer Ebene noch zu treffen ist und dann im Rahmen eines Wettbewerbs einzelner Maßnahmen zu ermitteln ist, was für Maßnahmen zum Tragen kommen. Im Klartext, die Karten werden neu gemischt, weshalb die Gemeinde auch einen neuen Beschluss benötigte. Der Gemeinderat beschloss, einen Antrag auf Einleitung der einfachen Dorferneuerung Reitsch beim Amt in Bamberg zu stellen.

Dem Bürgermeister ist das Thema wichtig, weshalb er sich entschloss, die Reitscher zu einer Information in die Dorfmitte unter freiem Himmel einzuladen. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 21. November, um 11 Uhr auf dem Dorfplatz statt.

Weitere Themen im Rat

In der Sitzung wurden die neu gewählten Kommandanten der Feuerwehr Stockheim, Christian Rebhan und Stellvertreter Felix Schwabe sowie der weitere Stellvertreter Daniel Wachter, in ihrer Funktion bestätigt. Dem 1. FC Stockheim wurden für die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Umkleidekabinen am Kunstrasenplatz sowie für den Neubau eines Geräteschuppens Zuschüsse in Höhe von jeweils zehn Prozent der nachgewiesenen zuwendungsfähigen Kosten gewährt.