Jugendhilfe
Die neue Familien-App bewährt sich – der Landkreis erreicht die Familien
Franziska Neumann zeigt die Familien-App.
Franziska Neumann zeigt die Familien-App.
Foto: Karl- Heinz Hofmann
Steinbach am Wald – Karl-Heinz Hofmann Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Kronach zog in der Sitzung am Montag in der Rennsteighalle Steinbach am Wald eine durchweg...

Karl-Heinz Hofmann

Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Kronach zog in der Sitzung am Montag in der Rennsteighalle Steinbach am Wald eine durchweg positive Bilanz. In der umfangreichen Tagesordnung standen der Jahresbericht der Jugendhilfe für 2020, die Weiterführung des Projekts „Familien-App Kronach“ und eine Vorstellung des „Jugend- und Kulturtreffs Struwwelpeter“ Kronach im Fokus.

Der Jugendamtsleiter Stefan Schramm gab den Jahresbericht. Das Jugendamt habe 2020 gegenüber dem Haushaltsplan Minderausgaben in Höhe von 682 941 Euro und Mehreinnahmen in Höhe von 860 164 Euro zu verzeichnen gehabt. Das hängt laut Schramm mit der Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge zusammen; einerseits habe der Landkreis mehr Kostenerstattungen erhalten, und andererseits seien weniger Kosten angefallen als kalkuliert; dies wiederum sei aber nur einer zeitlichen Versetzung zuzuordnen, weil Zuschüsse bisher nicht zeitnah geflossen sind. Der Zuschussbedarf im Haushalt beläuft sich auf 3,488 Millionen Euro. Bezogen auf den Verwaltungshaushalt liegt das Ergebnis 2020 mit 1 576 258 Euro um 31 Prozent unter den Haushaltsansätzen.

Landrat Klaus Löffler zeigte sich angetan von der guten Arbeit des Jugendamtes und dankte Stefan Schramm und seinem engagierten Team. Der Dank des Landrats ging auch an die Organisationen der freien Jugendhilfe, in Einrichtungen und Kindertagesstätten. Überall werde hervorragende Arbeit geleistet, lobte Löffler.

Neue Aufgaben

Jugendamtsleiter Schramm hob hervor, dass die Corona-Pandemie das Jugendamt vor neue Aufgaben gestellt habe. Pragmatisch und mit viel Energie haben die Akteure der Kinder- und Jugendhilfe im Landkreis gemeinsam dagegengehalten, wie er beschrieb. Alle hätten mitgezogen, ob im Landratsamt, in den Pflegefamilien und den stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, in Kindertagesstätten, der Kindertagespflege, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien, der Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit an Schulen.

Eine der jüngsten Einrichtungen, die „Familien-App Kronach“, kann bereits beachtliche Erfolge vorweisen, so die zuständige Mitarbeiterin Franziska Neumann. Seit dem Start im Februar 2020 gab es bis Ende Juni 2021 insgesamt 188 008 Seitenaufrufe. Auffallend häufig war die Suche nach Kontaktdaten von Hebammen.

Landrat Klaus Löffler dankte für die gelungene Einführung der Familien-App als Instrument der Familienbildung im Landkreis Kronach. Der bisherige Projektverlauf zeige, dass Bedarf an einem digitalen Medium bestehe, um Familien im Landkreis Kronach zu erreichen. Es ist laut Landrat eine sinnvolle und gute Ergänzung für einen familienfreundlichen Landkreis, stellte der Landrat fest und bekam aus dem Gremium den einstimmigen Beschluss, die Nutzung zu verlängern und die jährlichen Kosten in Höhe von 6000 Euro ab dem Jahr 2022 und in den folgenden Jahren im Jugendhilfehaushalt einzuplanen.

Vorzeigeprojekt

Ein weiteres Vorzeigeprojekt im Landkreis ist der „Jugend- und Kulturtreff Struwwelpeter“, den der Leiter Samuel Rauch vorstellte. Er berichtete von einem bunten und intakten Haus, das durch eine kürzliche Sanierung weitere Aufwertung erlangt habe. Außer in den eigenen Räumen mit Jugendcafé, Fernseh- und Billardraum, Skaterscheune, Kreativscheune und mehr biete der Jugendtreff auch ein vielfältiges Programm für Unterhaltung, Freizeit- und Kulturevents. Mittlerweile wird das Haus von über 60 ehrenamtlich engagierten Helfern in verschiedenen Teams unterstützt. Eine beeindruckende Leistung, bestätigten Jugendamtsleiter Schramm und Landrat Löffler.

Die Schaffung einer Stelle für Jugendsozialarbeit (JaS) an der Lucas-Cranach-Grundschule in Kronach fand die einhellige Zustimmung des Gremiums.

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