Gemeinderat
Die sanierungsbedürftige Festhalle bleibt das Tettauer Sorgenkind
Die Tettauer Festhalle, einst größte Veranstaltungshalle im Landkreis, dient derzeit nur für die Gemeinderatssitzungen. Man hat weder einen Pächter, noch kann man die Halle wegen der anstehenden Sanierungsmaßnahmen vermieten.
Die Tettauer Festhalle, einst größte Veranstaltungshalle im Landkreis, dient derzeit nur für die Gemeinderatssitzungen. Man hat weder einen Pächter, noch kann man die Halle wegen der anstehenden Sanierungsmaßnahmen vermieten.
Foto: Michael Wunder
Tettau

Die Festhalle in Tettau bereitet dem Gemeinderat weiterhin Sorgen. Die Sitzungen der Gemeindevertreter sind derzeit die einzige Nutzung für die sanierungsbedürftige Festhalle. Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT) ging in seinem Sachstandsbericht auf die unzureichenden Dachtraglasten ein. Die Sanierung könne aufgrund der finanziellen Situation nur in mehreren Bauabschnitten erfolgen.

Baubeginn noch nicht in Sicht

„Wir erhalten eine Million Förderung, drei Millionen wären mir lieber gewesen“, sagte der Bürgermeister. Kämmerin Doris Neubauer wies auf den Förderantrag von 2018 hin, der erst jetzt bewilligt wurde. Als nächster Schritt stehe die Ausschreibung für einen Planer an. Objektiv gesehen werde deshalb heuer kaum mit den Baumaßnahmen begonnen, sagte sie.

Für Gemeinderat Willi Güntsch (SPD/ZMT) war der Kostenfaktor einfach zu hoch, dies hätten ihm auch Fachleute bestätigt, sagte er. Eine rege Diskussion löste schließlich die Nutzung der Halle durch die Theatergruppe aus. Die Kritik über die Pachterhöhung von 150 Euro auf 225 Euro pro Einzelnutzungstag habe in den sozialen Medien eine Diskussion aus der „untersten Schublade“ ausgelöst, sagte der Bürgermeister. Er verwies darauf, dass man seit 20 Jahren – trotz erheblicher Mehrausgaben bei den Nebenkosten – keine Preisanpassung vorgenommen hat.

Gemeinderat Carl August Heinz beendete schließlich die Diskussion mit der Feststellung, dass man den Beschluss für die Mietpreiserhöhung in nichtöffentlicher Sitzung gefasst habe und deshalb auch jetzt dort darüber reden soll.

Als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses sagte Carl August Heinz, dass man dank der guten Förderung durch den Staat glimpflich durch das Krisenjahr 2020 gekommen sei. Seitens der Rechnungsprüfer gebe es lediglich kleinere Ermahnungen. So sollte der Vertrag mit dem Wasserlieferanten aufgrund der Mindermengen angepasst werden. Weiterhin sei aufgrund der Energiepreise eine nochmalige Überprüfung des Schulgebäudes im Hinblick auf Photovoltaik angeraten. Der Gemeindewald sei eine „Achterbahn“, die Holzpreise waren bei der Borkenkäferschädigung total im Keller, aufgrund des schnellen Preisanstiegs konnte man 2020 noch ein gutes Ergebnis erzielen. In Zukunft seien die Gewerbesteuereinnahmen aufgrund der explodierenden Energiepreise nicht vorhersehbar.

Die Entlastung der Verwaltung und des Bürgermeisters erfolgte schließlich einstimmig.

Erfreut zeigte man sich, dass in Kronach ein zentraler Verkehrsübungsplatz für Grundschüler errichtet wird. Leider habe es wie in allen Bereichen eine drastische Preiserhöhung gegeben. Der Eigenanteil der Gemeinde beträgt für die Haushaltsjahre 2022 und 2023 insgesamt 28 697 Euro. Bei einer Gegenstimme wurde der Vereinbarung zugestimmt.

Thema Tropenhaus-Bistro

Diskutiert wurde auch über das Bistro im Tropenhaus. Man habe im Vorfeld gewusst, was auf die Gemeinde zukommt, informierte der Bürgermeister. Vor der Corona-Pandemie gab es auch interessierte Pächter; dass man jetzt nicht verpachten könne, sei doch klar. Die Gemeinde habe ihre Hausaufgaben gemacht und mit einer Förderung durch das Landaufschwung-Programm innerhalb weniger Wochen den Umbau durchgezogen. Es sei deshalb eine „Sauerei“, dass man Verantwortliche in den sozialen Medien diskriminiere. Carl August Heinz ergänzte, dass dieses Bistro auch ein Wunsch des Kreises war. Sowohl der jetzige Landrat als auch sein Vorgänger hätten sich für das Projekt starkgemacht.