Sebastianstag
Ein beliebter Heiliger
Die Barockstatue des heiligen Sebastian am Hochaltar in Lahm
Die Barockstatue des heiligen Sebastian am Hochaltar in Lahm
Foto: Roland Schönmüller
Kronach – Prätorianer, Pfeilmärtyrer, Pestpatron – am heutigen Donnerstag, 20. Januar, ist der Tag des heiligen Sebastian. In vielen Frankenwald-Kirchen ist er ...

Prätorianer, Pfeilmärtyrer, Pestpatron – am heutigen Donnerstag, 20. Januar, ist der Tag des heiligen Sebastian.

In vielen Frankenwald-Kirchen ist er zu Hause und hält einen meist milden Blickkontakt zu den Besuchern der sa-kralen Gebäude – als Schutzpatron, Schützenheiliger und Beistand in Nöten beispielsweise in Neuses bei Kronach.

Es ist Sankt Sebastian, der überall an markanter Stelle am Hoch- oder Seitenaltar halbnackt und von Pfeilen getroffen positioniert ist: ein Symbol für den mitleidenden Glaubensbruder in schweren Zeiten.

Warum war der Heilige, für den am heutigen 20. Januar – zusammen mit Fabian – der Namenstag gefeiert wird, schon früher so beliebt? War es seine jugendliche Ausstrahlung, seine Leidensgeschichte oder die damit verbundenen Wunder- und Erlösungserzählungen?

Opfer der Christenverfolgung

Sebastian galt in der Zeit der Kreuzzüge als einer der beliebtesten Heiligen. Der junge Mann aus Mailand erlitt 288 das Martyrium unter dem berüchtigten römischen Christenverfolger, Kaiser Diokletian, in dessen Prätorianer-Diensten er fünf Jahre lang gestanden hatte. Verurteilt wurde er, weil es sich für gefangene Mitchristen einsetzte.

Irene oder auch Lucina, eine Christin, wollte ihn nach seinem vermeintlichen Tod in der Nacht bestatten. Als sie noch Lebenszeichen bemerkte, nahm sie ihn mit in ihr Haus und pflegte ihn gesund.

Basilika errichtet

Sebastian verleugnete auch weiterhin seinen Glauben nicht, so dass man ihn schließlich mit Keulen erschlug. Bestattet wurde Sebastian schließlich in einer Katakombe, über der später eine Basilika errichtet wurde.

Weil die Pfeile seiner Marter nicht den sofortigen Tod zur Folge hatten, wurde Sebastian der mächtigste Schutzpatron gegen die Pest und gegen Unwetter, denn beide kommen „pfeilschnell aus dem Hinterhalt“. So deuteten das einst die Vorfahren.

Zu seinem Ehrentag waren Weinwallfahrten üblich, das sogenannte Sankt-Sebastian-Minnetrinken. Auch wurden von den Pilgern heilkräftige Sebastiansbrote verzehrt oder schützende Sebastianspfeil-Amulette erworben.

Sebastian war nicht nur der Schutzheilige der Kreuzritter und Kriegsinvaliden, sondern auch der Soldaten, Sportschützen, Schützengilden und -vereine, der schwachen und kränklichen Kinder sowie der Sterbenden überhaupt. Der heilige Sebastian ist deswegen Schützenpatron, weil er als Leibgarde-Offizier die Gewaltlosigkeit predigte und selbst das Ziel von Bogenschützen wurde.

Winzer und Landleute verehren den Viehseuchen-Heiligen als Wetterpatron. Eine Bauernregel besagt: „Sebastian je kälter und heller, / Scheuer und Fass umso völler.“ Oder: „Zum heiligen Sebastian / fängt der rechte Winter an!“ rs