Schnelles Internet
Glasfaserausbau: Steinwiesen setzt auf Lückenmodell
Dünn, bunt – und schnell! Mit Glasfaser bekommt man bis zu einem Gigabit Daten pro Sekunde ins Haus.
Dünn, bunt – und schnell! Mit Glasfaser bekommt man bis zu einem Gigabit Daten pro Sekunde ins Haus.
Jens Büttner, dpa
Steinwiesen

Susanne Deuerling

Über die Fördermöglichkeiten für den weiteren Glasfaserausbau informierte Siegbert Reuther aus Bad Staffelstein den Gemeinderat. Wie der Chef des Büros Reuther NetConsulting mitteilte, kämen für Steinwiesen zwei Modelle infrage. Beim Wirtschaftlichkeitslückenmodell baue ein Provider das Netz aus und betreibe es. Beim Betreibermodell hingegen werde die Gemeinde mit einem Ingenieurbüro selbst aktiv und vergebe das Netz gegen eine Pacht an einen Betreiber.

In Zahlen heißt das laut Reuther, dass beim Lückenmodell pro Anschluss 5000 bis 8000 Euro angerechnet werden, gesamt komme man hier auf vier bis sechs Millionen Euro. Bei 90 Prozent Förderung betrage der Eigenanteil der Kommune 400.000 bis 600.000 Euro.

Höherer Personalaufwand

Beim Betreibermodell schlage der Anschluss mit 7500 Euro zu Buche, bei einem kommunalen Eigenanteil von zehn Prozent kämen auf die Gemeinde rund eine Millionen Euro zu. Die Pachteinnahmen summierten sich in 30 Jahren auf zwei Millionen Euro. Dazu komme ein erhöhter Personalaufwand.

Nachdem in Steinwiesen die Thüga bereits einen Glasfaser-Teilausbau geleistet hat, wäre das Betreibermodell nicht sehr sinnvoll, sagte der Experte. Technisch wäre es zwar möglich, aber eine große Herausforderung. Auf Rückfrage von Jürgen Eckert (CSU), ob sich die Telekom hier einklinken könnte, meinte Siegbert Reuther, dass Telekom und Thüga dies unter sich ausmachen müssten.

Die Gemeinderäte votierten einstimmig für das Wirtschaftlichkeitslückenmodell. Zudem will man das anstehende Gigabitverfahren durchführen.

Katastrophenschutzplan steht

Der Markt Steinwiesen hat einen Katastrophenschutzplan ausgearbeitet. Sammelpunkte werden die Feuerwehrhäuser in den jeweiligen Ortsteilen sein. Es wurde auch ein Katastrophenstab gebildet, der bei Bedarf schnell agieren kann.

Bürgermeister Gerhard Wunder betonte ausdrücklich, dass man „keine Paniksituation herbeirufen“, aber im Ernstfall gerüstet sein wolle. Man werde eine Liste mit den wichtigsten Telefonnummern verteilen.

Einstimmig beschloss das Gremium zudem, fünf Stromerzeuger und fünf Gasheizöfen zu einem Preis von maximal 7000 Euro anzuschaffen, diese werden dann in den Feuerwehrhäusern aufgestellt.

Ebenso zugestimmt wurde dem Kauf von Kraftstoff und Gasflaschen, so dass man mindestens zwei Tage Stromausfall überbrücken könnte. Es wurde auch angedacht, die Hackschnitzelheizung der Kirche und des Kindergartens umzurüsten, dies würde etwa 15.000 Euro kosten. In den Kläranlagen wird noch geprüft, welche Maßnahmen zur Notstromversorgung ergriffen werden können. Man sei auch immer im Austausch mit dem Katastrophenschutz im Landkreis Kronach, die Kommunikation sei hier das Wichtigste.

Vier Tankstellen im Kreis werden umgerüstet, um die Versorgung von Feuerwehr oder Rettungsdienst auch bei einem Blackout zu gewährleisten.

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen: