Helfer im Dienst der Nächstenliebe
Die vier Diakone im SSB Kronach laden zu der Ausstellung „Vielfältig dienen – 50 Jahre Ständiger Diakonat“ in die Stadtpfarrkirche St. Johannes in Kronach ein; von links Wolfgang Fehn, Jürgen Fischer, Diethard Nemmert und Georg Zenk.
Die vier Diakone im SSB Kronach laden zu der Ausstellung „Vielfältig dienen – 50 Jahre Ständiger Diakonat“ in die Stadtpfarrkirche St. Johannes in Kronach ein; von links Wolfgang Fehn, Jürgen Fischer, Diethard Nemmert und Georg Zenk.
Foto: Karl-Heinz Hofmann
Kronach – Kirche  In der Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer wurde am vergangenen Sonntag die Wanderausstellung über die Diakonatsarbeit im Erzbistum Bamberg unter dem Titel „Vielfältig dienen – 50 Jahre Ständiger Diakonat“ eröffnet.

Seit 50 Jahren gibt es Diakone im Erzbistum Bamberg. Sie sind Diener und Helfer im Dienst der Nächstenliebe und Verkündigung. Die Ausstellungseröffnung wurde von einem Gottesdienst eingeleitet, der von Kaplan Dominik Stehl zelebriert wurde. Musikalisch wurde der „Rhythmo-Gottesdienst“ von Maik Förner (Panflöte) und Lukas Löffler an der Orgel umrahmt.

Zu dieser besonderen Messfeier begrüßte Pfarrgemeinderatsvorsitzender und Rhythmo-Team-Mitglied Stefan Lindinger neben vielen Kirchenbesuchern auch die vier im Seelsorgebereich Kronach amtierenden Diakone. Wolfgang Fehn (Stockheim), Jürgen Fischer (Kronach), Diethard Nemmert (Mitwitz und Georg Zenk (Neuenreuth).

In der Ausstellung wird auf ein ganz besonderes Jubiläum eingegangen. Nachdem das Zweite Vatikanische Konzil (1962 – 1965) den Ständigen Diakonat als eigenständigen Teil des kirchlichen Amtes wieder eingeführt hatte, wurde am 30. März 1970 mit Philipp Herrmann in der Erzdiözese Bamberg ein erster Mann zum Ständigen Diakon geweiht. Seit über 50 Jahren gibt es diese Berufsgruppe im Erzbistum Bamberg.

Wegen der Corona-Pandemie wurde das Jubiläum schon einmal verschoben und soll nun mit dieser Wanderausstellung besonders beleuchtet werden. „Im Erzbistum Bamberg gibt es derzeit 54 Ständige Diakone. Davon sind im Seelsorgebereich Kronach vier Diakone tätig, was in der Erzdiözese Bamberg einsamer Rekord ist“, hob Diakon Jürgen Fischer hervor. Er selbst wurde im Jahr 2007 zum Ständigen Diakon geweiht, ist gebürtiger Kronacher und schon seit 1984, also annähernd vier Jahrzehnte, in der Erzdiözese tätig. Zunächst als Pastoralassistent in Bamberg, nach der zweiten Dienstprüfung als Pastoralreferent in Lichtenfels, Ebersdorf bei Coburg und Kronach.

Was macht ein Diakon?

Auf den ersten Blick ist ein Diakon rein äußerlich von einem Priester fast nicht zu unterscheiden: Er trägt wie der Pfarrer oder Kaplan während der Eucharistiefeier Stola und Messgewand. Er predigt, steht beim Abendmahl mit am Altar usw. Wandeln darf er im Unterschied zum Priester allerdings nicht. Auch die Krankensalbung und Beichte sind Sakramente, die nur der Priester spenden darf. Was Diakone aber dürfen: Sie assistieren unter anderem bei der Messe, spenden die Taufe, halten Trauungen und Beerdigungen, bereiten Kinder und Jugendliche auf den Empfang der Sakramente vor, feiern Wortgottesdienste, Andachten sowie Segnungsfeiern und bringen alten und kranken Menschen die heilige Kommunion. Das Wort Diakon kommt aus dem Griechischen. „Diakonos“ heißt auf Deutsch Diener oder Helfer.

In den ersten Jahrhunderten hatte der Diakon bei den Christen eine sehr bedeutende und tragende Funktion: Er war das Auge und das Ohr, die rechte Hand des Bischofs, und vor allem für die karitativen Dienste in der Gemeinde zuständig. Für die Sorge für die Armen und Unterdrückten. Die Diakone verkörpern insbesondere den dienenden Christus.

So kamen auch Wolfgang Fehn, Diethard Nemmert und Georg Zenk zum Diakonat.

Fehn studierte nach der Lehre zum Energieanlagenelektroniker Gemeindepastoral und Religionspädagogik in Mainz und wurde 1980 in der Erzdiözese Bamberg als Gemeindeassistent, dann als Gemeindereferent angestellt. Anschließend führte der Weg in die Arbeitsstelle Ständiger Diakonat mit der Diakonweihe 1992. Seither war er 19 Jahre in der Großgemeinde Stockheim und danach zehn Jahre im Klinikum Coburg tätig.

Diethard Nemmert und Georg Zenk studierten Theologie und Religionslehre und waren als Gymnasiallehrer im Religionsunterricht tätig. Ihnen liegt besonders die Ökumene am Herzen. Zenk wurde 1986 zum Diakon geweiht; er ist dienstältester Diakon im SSB Kronach.

Einen längeren Weg zum Diakon hatte Diethard Nemmert vor sich. Seine Ehefrau, mit der er seit 1983 verheiratet ist, ist nämlich evangelisch. Als Voraussetzungen für seine Berufung zum Diakon nannte er humorvoll als „3G-plus“-Kriterien: getauft, gefirmt, geheiratet plus Lehramtsstudium. Auch Nemmert ist Befürworter lebendiger Ökumene.

Die Wanderausstellung ist für alle katholischen Christen interessant. Sie gibt in Wort und Bild viele Impulse und regt zum Nachdenken an. Sie ist zwei Wochen lang in der Kronacher Stadtpfarrkirche zu sehen. eh

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