„HolzArt“ komprimiert
Michael Pickl bearbeitet seine beschwingte Tänzerin.
Michael Pickl bearbeitet seine beschwingte Tänzerin.
Foto: Archiv/Heike Schülein
Kronach – Kultur  Ingo Cesaro hat bei der Übergabe des Pressespiegels an Landrat Klaus Löffler bekanntgegeben, das internationale Kunstprojekt trotz Corona fortsetzen zu wollen

Seit 1998 gibt es die „HolzArt“ Kronach. Mit Ausnahme von 2017 und 2020 fanden alljährlich inländische wie auch weit angereiste Künstler den Weg nach Kronach. Von Anfang an handelte es sich dabei um offene Ateliers, in denen Interessierte den Künstlern über die Schultern schauen konnten – und zwar nicht nur in der Kreisstadt, sondern verteilt über den ganzen Landkreis.

Die 23. Ausgabe des internationalen Kunstprojekts konnte 2021 lediglich in kompakter Form stattfinden – und so wird es auch heuer sein. „Es ist wichtig, die HolzArt nach außen zu tragen, gerade auch für die Teilnehmer“, betonte Initiator und Organisator Ingo Cesaro bei der Übergabe des Pressespiegels im Landratsamt. Er freute sich, dass nach Absprache mit Landrat Klaus Löffler und dem Mitwitzer Bürgermeister Oliver Plewa trotz der Erschwernisse durch die Corona-Pandemie und der angespannten finanziellen Situation im Vorjahr wenigstens eine abgespeckte Version überwiegend in Mitwitz durchgeführt werden konnte.

Großer Dank, so Cesaro, gebühre den Bayerischen Staatsforsten für die unerwartet hohe Spende. Aufgrund dieses großen Engagements sei auch der Bildhauer Michael Alexandrov in Nordhalben zugange gewesen, während seine Künstlerkollegen Ralf Klement, Michael Pickl und Daniel Amadeus Michel in Mitwitz die Kettensägen kreischen ließen.

Die Ergebnisse konnten sich mehr als sehen lassen. Voller Freude dachte Cesaro zurück an die ebenfalls erstmals im Park des Wasserschlosses durchgeführte Ergebnis-Ausstellung, bei der auch das Werk von Michael Alexandrov bestaunt werden konnte. „Das Problem sind immer die Finanzen“, bedauerte er, und das trotz eines sehr sparsamen Wirtschaftens. Sein Dank galt ferner der scheidenden Kreiskulturreferentin Gisela Lang, deren Einsatz so vieles möglich gemacht habe. Aufgrund des Wegfalls der Stiftung als Hauptsponsor habe der Landkreis 60 Prozent der Kosten übernommen.

„Botschafter par excellence“

„Es geht nur im Miteinander“, schloss sich der Landrat dem Vorredner an. Als „Botschafter par excellence“ trage Ingo Cesaro Kronach und den Frankenwald weit über die Grenzen hinaus in die weite Welt. Auf dieses jahrzehntelange Engagement könne er sehr stolz sein. „Der Landkreis steht auch weiterhin an Ihrer Seite“, versicherte Löffer.

Die traditionelle Übergabe des Pressespiegels erfülle ihn mit etwas Wehmut, sei doch Gisela Lang letztmals offiziell in ihrer Funktion als Kreiskulturreferentin dabei. Voller Herzblut und mit größtem Einsatz habe sie in den vergangenen gut 36 Jahren fantastische Arbeit für die Kunst und Kultur im Landkreis geleistet und diese stetig weiterentwickelt.

„Zerstört ist schnell, aufgebaut ist schwer“, verinnerlichte Gisela Lang, die die Kultur als einen der stärksten Standortfaktoren überhaupt erachtete. Sie sei für sie ein Grundnahrungsmittel wie Bier. „Die Kultur ist mehr als lediglich ein Sahnehäubchen: Das ist ein Wirtschaftsfaktor, der sich rechnet“, appellierte sie, derartige Projekte weiterhin zu unterstützen.

So sahen es auch Bürgermeister Oliver Plewa sowie Fritz Maier von den Bayerischen Staatsforsten. Plewa zeigte sich begeistert vom traumhaften Stimmungsbild im Herbst im Mitwitzer Schlosspark. Die Bevölkerung habe es sehr zu schätzen gewusst, dass solch hochkarätige Künstler in die Gemeinde kamen. „Es waren immer Leute vor Ort, die ihnen bei der Arbeit zugeschaut und die Fortschritte beobachtet haben“, berichtete er. Für ihn sei die HolzArt ein Highlight des vergangenen Jahres gewesen. Projekte wie diese erzeugten echte Wertschöpfung.

Besonders hob Plewa auch die Gastfamilien um Altbürgermeister Hans-Peter Laschka hervor. Der Markt Mitwitz werde das Projekt auch in Zukunft unterstützen, versprach er.

Gleiches gilt für die Bayerischen Staatsforsten. Das Agenda-21-Projekt stehe für Nachhaltigkeit und Langlebigkeit ebenso wie für die Zukunft des Waldes, würdigte Fritz Maier. Besonders erfreulich sei es, dass die von Michael Alexandrov geschaffene Skulptur „Engel und Löwe“ dank der Unterstützung privater Sponsoren, der Banken und des Lions-Clubs Kronach in Nordhalben bleiben konnte. „Das Kunstwerk musste einfach hierbleiben – als unser Schutzsymbol“, bekundete der Leiter des Forstbetriebs. Auch in Mitwitz verbleibt eine Skulptur.

Die diesjährige HolzArt wird wieder in angepasster Form stattfinden. „Ich sehe keine andere Möglichkeit. Die finanziellen Mittel reichen nach dem Wegfall der Stiftung nicht mehr“, bedauerte Ingo Cesaro. Wo das Kunstprojekt stattfinde, stehe noch nicht fest, er bevorzuge Gemeinden, die sich von Anfang an daran beteiligten.

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen: