Im Herzen des Frankenwaldes
Besuchsdienst Fasching 2012: Als Wiener Sängerknaben traten die Frauen des Besuchsdienstes beim Fasching 2012 auf; links Rosi Hentschel und Marga Spranger und als Dirigent Ingrid Greim.
Besuchsdienst Fasching 2012: Als Wiener Sängerknaben traten die Frauen des Besuchsdienstes beim Fasching 2012 auf; links Rosi Hentschel und Marga Spranger und als Dirigent Ingrid Greim.
Foto: Archiv, Susanne Deuerling
Wallenfels – Besuchsdienst Warum Menschen sich im Altenheim St. Elisabeth ehrenamtlich um Senioren kümmern.

Eine Stadt mit Herz und herzlichen Menschen. Ein Herz für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und vor allem ein Herz für Senioren und Seniorinnen, die im Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth leben und betreut werden.

Und noch jemand hat ein Herz für die Bewohner des Heims. Eine starke Verbundenheit und ein Erfolgsrezept seit 40 Jahren ist der Besuchsdienst, der sich aufopferungsvoll vor allem um die Heimbewohner kümmert, die allein sind, keinen oder wenig Besuch erhalten und einfach Gesellschaft und Aufmerksamkeit benötigen. Die Frauen sind da, wenn sie gebraucht werden, sie packen einfach mit an, ohne lange zu debattieren, und helfen da, wo die Möglichkeiten der Pfleger und Pflegerinnen an ihre Grenzen kommen.

1982 wurde der Besuchsdienst von Marga Spranger und Rosi Hentschel ins Leben gerufen und ist seitdem untrennbar mit der Geschichte des Altenheims St. Elisabeth verbunden. Und die beiden Frauen sind immer noch an „vorderster Front“ dabei. Auch wenn man sich in den letzten zwei Jahre aufgrund der verstärkten Corona-Vorschriften nicht so engagieren konnte, wie man wollte. Es wurde trotzdem niemand vergessen. Man half, wo man nur konnte und durfte. Denn schließlich gibt es nicht nur Leid und Krankheit, man nimmt auch viel mit, es wird gelacht, geredet und Erinnerungen geteilt. „Man erfährt viel über Schicksale, die man nie wieder vergisst“, sagt Rosi Hentschel nachdenklich.

In den Anfängen der Pandemie war es für die Bewohner und den Besuchsdienst gleichermaßen schwer. Konnten sie sich doch nicht sehen, nicht reden oder einfach nur da sein. Als es etwas gelockert wurde, begannen die Frauen des Besuchsdienstes wieder damit, wenigstens Geschenke zum Geburtstag, zu Weihnachten oder Ostern im Heim abzugeben. Ab vergangenem Jahr war es dann wieder möglich, mit Termin die Bewohner zu besuchen. Natürlich immer mit Test, Maske und der gebührenden Vorsicht. „Es war schon schwer, niemandem die Hand geben zu können oder liebe Bekannte in den Arm zu nehmen“, meint Marga Spranger nachdenklich.

Spenden und Finanzierung

Nichts geht ohne Geld. Der Besuchsdienst finanziert sich von Anfang an durch Sommerfeste und Spenden und immer wurde das Geld zweckgebunden eingesetzt. Nicht nur zu besonderen Tagen erhalten die Bewohner Zuwendungen und Geschenke, sondern es wurden auch schon Gartenstühle, Sonnenschirme, Rollstühle und vieles mehr für das Heim beschafft. Mit dem Heim arbeiten sie gern und viel zusammen. Oft bietet man ihnen Kurse, Weiterbildungen usw. an, die bei Trauer oder Demenz viel nutzen. Unterstützung findet der Besuchsdienst bei der Stadt Wallenfels und auch den Vereinen, die immer wieder durch Spenden die Arbeit der rührigen Frauen unterstützen. Auch Jens Korn ist von der Arbeit der Frauen, momentan sind es etwa 15, sehr überzeugt und spendet deshalb aus seiner Privatkasse 800 Euro für ihre Aktivitäten. „Den Corona-Bonus, den ich als Beamter bekommen habe, spende ich gerne für gute Zwecke, da wird das Geld nötiger gebraucht“, betont Korn.

Enge Verbundenheit zur Stadt Wallenfels

Die Stadt Wallenfels und das Altenheim sind bereits seit vielen Jahrzehnten miteinander verbunden. Nach dem Ausscheiden der Ordensschwestern waren die Pflegekräfte froh, dass sich 1982 der Besuchsdienst gründete, der für einige Erleichterung sorgte. Auch als die Caritas neuer Träger wurde und 1991 der Neubau begann, blieb der Besuchsdienst natürlich an ihrer Seite. Nun arbeiten sie schon 40 Jahre zum Wohle der Bewohner, zur Unterstützung der Pflegekräfte und ehrenamtlich im Namen Gottes für und mit den Männern und Frauen, die in all den Jahren immer sehnsüchtig auf ihre „Besuchsdamen“ gewartet haben und immer noch warten.

Das Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth hat zurzeit 85 Betten, davon 15 in der beschützenden Abteilung. In dieser sind die Männer und Frauen sehr gut aufgehoben. Der große Garten, die Möglichkeit, an allen Aktivitäten des Heims teilzunehmen und die Geborgenheit sind hier ein großes Plus. Es gibt eine hervorragende Küche, eine eigene Wäscherei und vor allem eine eigene gut genutzte Kapelle. Diese wird auch gerne von den vier Geistlichen benutzt, die sich als Bewohner im Heim sichtlich wohlfühlen. Sie halten Andachten oder Gebetsstunden und können bei einer Krankensalbung schnell geholt werden. Welches Heim hat diese Möglichkeiten schon? Nun nach Corona ist man auch wieder ein offenes Haus, nur vor demn Besuchen muss noch getestet werden. Aber alle können das Heim verlassen, spazieren gehen oder einkaufen.