Kunst im Impfzentrum
Kerstin Sperschneider zeigt Fotografien von hohem ästhetischen Reiz
Die kreativen Fotografien von Kerstin Sperschneider sind ästhetisch sehr reizvoll.
Die kreativen Fotografien von Kerstin Sperschneider sind ästhetisch sehr reizvoll.
Foto: Heike Schülein
Kronach – Wild, rau und charmant: Der zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gehörende Darßer Weststrand ziert derzeit das Kronacher Impfzentrum. Festg...

Wild, rau und charmant: Der zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gehörende Darßer Weststrand ziert derzeit das Kronacher Impfzentrum. Festgehalten wurde die herrliche Küstenlandschaft an der Ostsee von Kerstin Sperschneider, die in „Cesaros temporärer Galerie“ mit ganz unterschiedlichen Fotografien vertreten ist. Hierzu zählt beispielsweise auch die kreative Bilderserie „Herbst im Teufelsmoor“.

„Ich sehe mich weniger als dokumentarische Fotografin, sondern vielmehr als jemand, der schöne spannende Dinge darstellt. Fotos sind für mich sehr subjektiv“, erklärt die gebürtige Jenaerin, die bereits mit 13 Jahren erste Schritte mit der analogen Fotografie unternahm. In vielen Kursen, bei Fotoreisen und Workshops beschäftigt sie sich mit den technischen Aspekten der Fotografie, wobei sie immer Neues ausprobiert. Durch ihren professionellen Umgang mit der Technik und dem feinen Blick für Motive erhebt sie ihre Bilder zu Kunstwerken, in denen der Betrachter „spazieren gehen“ kann.

„Für mich sind das profihafte Landschaftsfotografien, die von eingefangener Stille handeln“, zeigt sich Ingo Cesaro, Vorsitzender der Regionalen Kunstförderung Kronach, zutiefst beeindruckt von den Werken.

„Wenn ich ein Motiv betrachte, habe ich ein Bild für eine Fotografie im Kopf. Das, was ich bereits vor mir sehe und in dem Moment fühle, versuche ich, mit dem Fotoapparat darzustellen. Das ist wie Malen mit der Kamera“, erklärt die Fotografin, die gerade auch das Spiel mit der Farbe sehr fasziniert – wie beispielsweise in ihren Herbst-Bildern. Während des Lockdowns hat sie sich insbesondere der Naturfotografie gewidmete, oftmals mit Mehrfachbelichtung. Auch mit Keramik arbeitet sie – gerne in der ruhigen Jahreszeit, wenn ihr Garten noch nicht so viel Zeit in Anspruch nimmt.

Ihre kreativen, oftmals ganz erstaunlichen Fotografien sind von einer enormen stilistischen und thematischen Vielfalt. „Personen fotografiere ich tatsächlich am wenigsten – ganz bewusst, um Beruf und Hobby zu trennen. Ich habe den ganzen Tag mit Menschen zu tun“, bekundet die HNO-Ärztin. Durch Fortbildungen und den Austausch mit Gleichgesinnten erhalte sie sehr viel Input.

Eine wunderbare Idee

„Man merkt, wie sich die eigenen Bilder mehr und mehr verändern“, verrät Kerstin Sperschneider, deren geplante Ausstellung „Unser Planet“ im Frühjahr 2020 beim Kronacher Kunstverein coronabedingt leider ausfallen musste.

Die aktuelle Schau erachtet sie als wunderbare Idee. Für Menschen, die das Impfzentrum sicherlich auch mit gemischten Gefühlen aufsuchten, sei das eine sehr schöne Sache. Gleichzeitig biete die Ausstellung Kunstschaffenden derzeit die einzige Möglichkeit, sich zu präsentieren. „Für mich ist das ein schönes Hobby. Aber für Menschen, die ihren Lebensunterhalt schwerpunktmäßig mit der Kunst gestalten, ist das eine sehr schwierige Situation“, bedauert Sperschneider.

Bald möchte sie wieder auf Reisen gehen – in der Hoffnung, viele neue tolle Motive vor die Kamera zu bekommen und neue überraschende Bildideen umzusetzen.