Klingender Bilderbogen
Am Mittwoch, den 25. Mai gelangt das Oratorium „Der Venus süß und herbe Früchte“ aus der Feder von Max Baumann im Kreiskulturraum zur Aufführung.
Am Mittwoch, den 25. Mai gelangt das Oratorium „Der Venus süß und herbe Früchte“ aus der Feder von Max Baumann im Kreiskulturraum zur Aufführung.
Foto: Max-Baumann-Gesellschaft, Archiv
Kronach – Musik Im Jahr 2022 steht Kronach ganz im Zeichen des 550. Geburtstags von Lucas Cranach d. Ä. Am 25. Mai gibt es die Aufführung des Cranach-Oratoriums „Der Venus süß und herbe Früchte“.

1972 feierte die Stadt Kronach den 500. Geburtstag ihres berühmtesten Sohns, dem damals auch Max Baumann eine Würdigung ganz eigener Art zuteil werden ließ. Inspiriert von dessen Kunstwerk, widmete ihm der ebenfalls aus Kronach stammende Komponist, Pianist und Dirigent ein wahrhaftes Meisterwerk: „Der Venus süß und herbe Früchte“ – ein oratorienartiger, „klingender Bilderbogen“ aus der Werkstatt Lucas Cranachs nach Texten von Hans Sachs und anderen Zeitgenossen. Ein Sprecher gibt bei der Tonschöpfung für vier Solisten, Chor sowie Orchester als Erzähler Erläuterungen zu den Szenen und schafft somit die epische Basis für die musikalischen Dialoge und Arien.

Am 15. Oktober 1972 wurde das Werk im Kreiskulturraum, damals unter Leitung des Komponisten, uraufgeführt. Nahezu 50 Jahre später wird es an gleicher Stelle erneut dargeboten.

Doppeljubiläum in Kronach

Mit einem facettenreichen Programm begeht die Stadt Kronach das Cranach-Jahr 2022 mit einem Doppeljubiläum: 550. Geburtstag des Meisters sowie 500 Jahre Septembertestament. Mit der Aufführung von „Der Venus süß und herbe Früchte“ bringt Kirchenmusikdirektor Marius Popp die Kombination der beiden Größen – Cranach und Baumann – abermals zusammen.

Max Baumann wurde am 20. November 1917 als Sohn eines Musiklehrers in Kronach geboren. Die Familie wohnte in der Drullgasse (heute Rosenbergstraße).

Ab 1946 war er zunächst als Dozent für Klavier und Tonsatz, dann mit mehreren Fächern in der Abteilung Schulmusik an der Berliner Musikhochschule tätig. Dort wurde er 1960 zum Professor berufen und 1978 emeritiert. Bis zu seinem Tod am 17. Juli 1999 lebte er in Berlin.

Sein kompositorisches Schaffen umfasst nahezu alle Gattungen der Musik – vom einfachen Lied und Instrumentalwerk über die Kammermusik bis hin zu Bühnenwerken sowie kleineren und großen Orchesterwerken. Unter seinen Kompositionen nimmt die geistliche Vokalmusik einen weiten Raum ein.

Das Werk lebendig erhalten

Im September 1999 von ehemaligen Schülern und Freunden gegründet, trägt die Max-Baumann-Gesellschaft dafür Sorge, dessen Werk und Gedankengut für nachfolgende Generationen lebendig zu erhalten. „Max Baumann war ein großer Verehrer von Lucas Cranach“, verdeutlicht Vorsitzende Adelheid Geck. Als Baumann entdeckte, dass der Nürnberger Meistersinger und Dichter Hans Sachs in seinen Gedichten gleiche Themen verwendete wie Cranach in seinen Gemälden, habe er den Entschluss gefasst, ein Cranach-Oratorium zu schaffen.

„Max Baumann ist ebenfalls ein wirklich großer Sohn der Stadt, der Aufmerksamkeit verdient“, würdigt auch Dekanatskantor Marius Popp seine Leistung. Popp hat mit Anna Maria Schmidt (Sopran), Nanora Büttiker (Alt), André Khamasmie (Tenor), Florian Götz (Bariton) sowie Elmar Koziel (Sprecher) einmal mehr hochkarätige Solisten für den Auftritt in Kronach gewinnen können.

Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr im Kreiskulturraum. Karten sind in allen Pfarrämtern im Dekanat Kronach-Ludwigsstadt zu den üblichen Bürozeiten erhältlich. Restkarten gibt es an der Abendkasse.