Kreativität im Doppelpack
Noch bis zum 22. Mai ist in der Synagoge die Ausstellung „Eins + Eins = Eins“ von Gabriele June Michel und Ulrike Bernardt zu sehen.
Noch bis zum 22. Mai ist in der Synagoge die Ausstellung „Eins + Eins = Eins“ von Gabriele June Michel und Ulrike Bernardt zu sehen.
Foto: Heike Schülein
Kronach – Ausstellung Seit Samstag läuft in der Synagoge die Ausstellung „Eins + Eins = Eins“ der Zwillinge Gabriele June Michel und Ulrike Bernardt. Die beiden sind auf Frauenbilder spezialisiert.

Frauen treffen auf eine Katze, Fische, Blumen; aber auch vom Himmel fallende tote Vögel: Bereits vor zwei Jahren hätte erstmals eine gemeinsame Ausstellung der Zwillingsschwestern Gabriele June Michel aus Küps und Ulrike Bernardt aus Kronach stattfinden sollen. Nun konnte das Ausstellungsprojekt der Regionalen Kunstförderung Kronach endlich verwirklicht werden.

Großformatige Bilder, die sich vom Stil und Motiv her ähneln, die gleiche Botschaft bergen; aber doch mit einer ganz eigenen charakteristischen künstlerischen Handschrift. Es sind faszinierend-magische Bilderwelten, die sich derzeit in der Synagoge auftun – Bilder, in denen der Betrachter geradezu spazieren gehen kann: Gabriele June Michel malt zumeist Frauen, Bruchstücke und Fragmente verschiedener Persönlichkeiten – immer in Zusammenhang mit der Natur. Ihre Schwester thematisiert ebenfalls geheimnisvolle Verbindungen von Mensch und Universum – oftmals mit feingliedrigen elfengleichen Frauenfiguren. „Es ist spannend zu sehen, wie zwei Malerinnen an einem Bild malen“, erklärte der Vorsitzende der Regionalen Kunstförderung, Ingo Cesaro, der die Idee einer gemeinsamen Ausstellung vor 30 Jahren entwickelt und seitdem unermüdlich weiterverfolgt hatte.

Der Kulturaktivist vermittelte auch einen Einblick in die Vita der Schwestern, die Fans auf der ganzen Welt haben. Gabriele June Michel gab ihren vorher ausgeübten Beruf für ein Leben als freie Künstlerin auf. Sie ist in der hiesigen Kunstszene sehr präsent. Die Küpserin malt Öl auf Leinwand, aber auch Mischtechniken, während es sich bei den Bildern ihrer Schwestern nahezu ausschließlich um Öl auf Leinwand handelt. Arbeiten von Ulrike Bernardt waren bereits bei „Kronach leuchtet“ zu sehen. Mehrere Jahre hatte sie auch ein eigenes Atelier in der Kronacher Altstadt. „Ich male fiktiv, aus dem inneren Gefühl heraus – gegenständlich, aber nicht real. Das macht auch ein gemeinsames Malen so schwierig“, erläuterte die Kronacherin, die die Bilder mit ihrer Schwester zum „Fertigmalen“ austauschte.

Dass dies – trotz zunächst einiger Zweifel – so gut geklappt habe und man die beabsichtigen Emotionen gut vermitteln könne, liege sicherlich daran, dass sie als Zwillingsschwestern ähnlich fühlten und dächten. Man könne sich in Zukunft eine weitere Zusammenarbeit sehr gut vorstellen – vielleicht auch in anderer Richtung, beispielsweise im Bereich Skulpturen. „Das ist ein Glücksfall, dass wir die gleichen Prioritäten in unseren Bildern setzen“, pflichtete ihr ihre Schwester bei, der es bei ihrer Schaffenskraft insbesondere um einen achtsamen Umgang mit unserem Planeten geht.

Kronachs Dritter Bürgermeister Bernd Liebhardt würdigte die metaphorische Tiefe der Bilder. Sie können bis zum 22. Mai jeweils Dienstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr sowie am Samstag von 11 bis 14 Uhr betrachtet werden. Der Eintritt ist frei. hs