Künstler lassen Sägen kreischen
Coronabedingt wird das internationale Kunstprojekt heuer in kompakter Form mit vier Holzbildhauern stattfinden. Im Bild der dänische Künstler Henrik Sigensgaard, der seine 2019 bei „HolzArt XXII“ entstandene Skulptur „Schlafender Gigant“ in Weißenbrunn platziert hat.
Coronabedingt wird das internationale Kunstprojekt heuer in kompakter Form mit vier Holzbildhauern stattfinden. Im Bild der dänische Künstler Henrik Sigensgaard, der seine 2019 bei „HolzArt XXII“ entstandene Skulptur „Schlafender Gigant“ in Weißenbrunn platziert hat.
Foto: Archiv
Mitwitz – Kunst  Das internationale Projekt „HolzArt“ findet heuer in kompakter Form statt.

Seit 1998 gibt es die „HolzArt“ Kronach. Bis auf eine Pause 2017 sowie im Corona-Jahr 2020 fanden alljährlich im Sommer inländische, aber auch weit angereiste Künstler den Weg nach Kronach. Rund um das Frankenwaldholz entstanden dabei höchst unterschiedliche Werke, die teilweise im Landkreis verblieben. Seinen krönenden Abschluss fand das internationale Kunstprojekt nach zwei arbeitsreichen Wochen stets mit einer großen Freilichtausstellung vor der Festung Rosenberg. Initiator und Organisator ist vonAnfang an der Vorsitzende des Vereins „Regionale Kunstförderung Kronach“, Ingo Cesaro.

„Normalerweise wären wir jetzt wieder mittendrin und könnten die besondere Stimmung erleben, den Geruch von frischem Holz, die Geräusche der Motorsägen“, meinte Landrat Klaus Löffler bei der Vorstellung eines Spar-Programms wehmütig. Nachdem das Agenda-21-Projekt bereits 2020 nicht im gewohnten Rahmen stattfinden konnte, wird es nun heuer eine kompaktere Form geben. Die Fortführung dieser Tradition sei Ingo Cesaro zu verdanken, so Löffler. Der unermüdliche Kulturvermittler entwickle auch in diesen bewegten Zeiten viele Ideen, um Kunst und Kultur aufrechtzuerhalten. Ein Paradebeispiel hierfür sei die Ausstellung im Kronacher Impfzentrum mit rund 140 Bildern von über 30 Künstlern.

„Ingo Cesaro ist für seine Heimat ein Botschafter par excellence“, würdigte der Landrat. Gerne unterstütze der Landkreis daher dessen Projekte. Auch in diesem Jahr werde der Kreis, falls notwendig, für eine finanzielle Absicherung sorgen. Großer Dank gebühre in diesem Zusammenhang auch Kreiskulturreferentin Gisela Lang, die auch einmal die Finger in die Wunden lege. Die Vorfreude sei bei allen groß, bringe doch das Projekt ein Stück weit mehr Normalität zurück.

„Im vergangenen Jahr hatten wir keine Chance, die ,HolzArt’ durchzuführen“, bedauerte Cesaro. Erfreulicherweise konnte man mit dem Kunstpark in der Nähe des Freizeit- und Tourismuszentrums in Steinbach am Wald eine Art Ersatzveranstaltung durchführen. Dort waren 19 – dem Borkenkäfer zum Opfer gefallene – Baumstümpfe künstlerisch gestaltet worden. „Ich habe mich auch heuer schwergetan, ein geeignetes Format zu finden“, räumte der Organisator ein; benötige er doch vier, fünf Monate Vorlaufzeit. Leider sei mittlerweile auch der langjährige Hauptsponsor weggefallen. Sehr freue er sich, dass nach Absprache mit Landrat Klaus Löffler und dem Mitwitzer Bürgermeister Oliver Plewa die „HolzArt“ heuer in kompakter Form überwiegend in Mitwitz stattfinden könne. Sein Dank galt den Bayerischen Staatsforsten für die unerwartet hohe Spende. Aufgrund dieses großen Engagements wird auch ein Holzbildhauer in Nordhalben zugange sei, drei weitere Künstler werden in Mitwitz die Kettensägen kreischen lassen. Derzeit läuft die Ausschreibung. Verarbeitet werden auch Teile einer großen alten Eiche, die in Mitwitz gefällt werden musste.

Mitwitz und Nordhalben

Stattfinden wird das Kunstprojekt vom 6. bis 18. September. Die Ergebnis-Ausstellung wird in Mitwitz präsentiert. Hierfür wird die in Nordhalben entstandene Skulptur nach Mitwitz transportiert. Größter Sponsor ist der Landkreis. Weitere finanzielle Unterstützung kommt von den Bayerischen Staatsforsten, der VR-Bank Oberfranken Mitte, der Sparkasse Kulmbach-Kronach sowie von Heinz Schmidt. Sehr hofft Cesaro auf Ankäufe von Skulpturen, damit diese im Landkreis verbleiben.

„Ich freue mich schon jetzt auf die besondere Atmosphäre“, erklärte Oliver Plewa, das Projekt lebe gerade auch von der Interaktion. Für die Bevölkerung sei der Austausch vor Ort mit den Künstlern jedes Mal ein sehr schönes Erlebnis. „Die Stärke unseres Landkreises ist der Wald“, bekräftige Fritz Maier von den Bayerischen Staatsforsten. In Corona-Zeiten seien mehr Menschen in den heimischen Wäldern unterwegs gewesen als je zuvor. „Die ,HolzArt“’ steht für Nachhaltigkeit und Langlebigkeit“, würdigte der Leiter des Forstbetriebs Nordhalben. Die Nordhalbener Bürger freuten sich darauf „wie die Schnitzel“; stoße das Projekt doch stets bei allen Generationen auf großes Interesse.

Gisela Lang stellte die langjährige hervorragende Zusammenarbeit mit Cesaro heraus. Der Landkreis Kronach mit seinem seit 1956 bestehenden Kreiskulturreferat habe schon immer einen Schwerpunkt auf die Kultur gesetzt. Erfreulicherweise werde es auch die Schlosskonzerte im Wasserschloss Mitwitz heuer wieder geben.

Ein großes Anliegen war dem Landrat abschließend der Dank an die langjährigen Hauptsponsoren, Margitte und Karl Weiß von der KMW-Stiftung in Marktrodach. Diese hätten die Kunst über viele Jahre hinweg finanziert und zusätzlich neun Mal den „HolzArt“-Preis gesponsert.

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