Interkulturelle Woche
Plakatausstellung „Grenzerfahrungen“ rüttelt auf
Die Ausstellung „Grenzerfahrungen“ eröffnete die Interkulturelle Woche.
Die Ausstellung „Grenzerfahrungen“ eröffnete die Interkulturelle Woche.
Foto: Heike Schülein
Kronach

Täglich werden an den EU-Außengrenzen Schutzsuchende entrechtet und oft mit Gewalt daran gehindert, diese Grenzen überhaupt zu erreichen. Damit hat sich eine Politik normalisiert, die gekennzeichnet ist von der Missachtung des Völkerrechts und Verstößen gegen die Genfer Flüchtlingskonvention. In erschütternden Bildern und aufrüttelnden Texten führt die Ausstellung „Grenzerfahrungen“ diese Brutalität der „Festung Europa“ vor Augen.

„Es lohnt sich, für Offenheit und Vielfalt einzustehen“, verinnerlichte der Integrationslotse für den Landkreis Kronach, Jonas Müller, bei der Ausstellungseröffnung im Seminarraum des Kronacher Kreiskulturraums. Sein Dank galt dem Planungsteam, bestehend aus haupt- und ehrenamtlichen Akteuren der Migrations- und Flüchtlingsberatung der Diakonie, der Partnerschaft für Demokratie Kronach, der Flüchtlingshilfe Kronach, des Jugendmigrationsdienstes Oberfranken-West, der Jugendsozialarbeit an Schulen, des „Struwwelpeter“ Kronach sowie von Kirche, Stadt und Landkreis. Das gemeinsam erarbeitete bunte und vielseitige Programm solle die kulturelle Vielfalt im Landkreis Kronach widerspiegeln wie auch das hier vorhandene große Engagement.

Obwohl sich der Landkreis erstmals an der alljährlich bundesweit stattfindenden „Interkulturellen Woche“ beteilige, sei diesbezüglich seitens der Flüchtlingshilfe in der Vergangenheit schon vieles gelaufen.

Mitwirkende willkommen

„Die Interkulturelle Woche soll fester Bestandteil in der jährlichen Veranstaltungslandschaft des Landkreises werden“, kündigte Jonas Müller an. Wer zukünftig als Verein, Institution oder Privatperson mitwirken möchte, möge sich an ihn wenden.

„Eine Veranstaltung mit dem Ziel, Rassismus und Diskriminierung entgegenzuwirken und das friedliche Miteinander zu fördern, hat jede Unterstützung verdient“, bekundete Kronachs Bürgermeisterin und Schirmherrin Angela Hofmann. Kronach sei in seiner langen Geschichte schon oft bei der Integration von Neubürgern gefordert gewesen und habe dies immer gemeistert, insbesondere durch die tatkräftige Mitarbeit vieler Engagierter in der Migrationsarbeit.

„Es brennt derzeit überall“, appellierte die zweite weitere Stellvertreterin des Landrats, Edith Memmel, den Blick auf das ganze Weltgeschehen zu lenken. Man müsse um jedes Menschenleben kämpfen, egal welcher Herkunft, womit sie auch das diesjährige Motto #offengeht aufgriff – Ein Appell, alle Geflüchteten aufzunehmen und in der Gesellschaft keine Spaltung zwischen verschiedenen Gruppen entstehen zu lassen.

„Wer ist unser Nächster?“, fragte Pfarrer Achim Gerber in seinem eindrücklichen Impuls. Schalteten wir nicht auch manchmal unsere Abwehrmechanismen ein, wenn wir Menschen am Wegesrand begegneten?

Die Geschichte von Grenzerfahrungen könne auch, wünschte er sich, in einem Perspektivenwechsel zum Akt der Neugierde werden, Menschen aus anderen Ländern, deren Erfahrungen und Lebensentwürfe kennenzulernen.

Kontakt und Anmeldung

Die Plakatausstellung ist im „Haus der Diakonie“ (Rodacher Straße 15, Kronach) zu sehen und gerade auch für Schulklassen interessant. Anmeldung erfolgt bei Jonas Müller (Telefon 09261/6208-72, E-Mail: MF2@diakonie-klm.de).