Gemeinderat
Schneckenlohe will nach Starkregen digitale Nachbarschaftshilfe einrichten
Schneckenlohe – Maria Löffler Könnte in Schneckenlohe bald eine App am Start sein, die es möglich macht, dass Nachbarn über Notlagen informiert werden, um sich dann g...

Maria Löffler

Könnte in Schneckenlohe bald eine App am Start sein, die es möglich macht, dass Nachbarn über Notlagen informiert werden, um sich dann gegenseitig zu helfen? Diese Idee tauchte während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates auf und ins Spiel gebracht hatte sie Heiko Eichhorn (SPD).

Eigentlich ging es um die Schäden, die der Starkregen vor kurzem im Ort verursacht hatte. Unter anderem wurde im Un-tergeschoss der Grundschule das Wasser durch die Wand gedrückt und stand drei bis vier Zentimeter hoch im Raum. Da es an einem Samstag geschah und laut Bürgermeister Knut Morgenroth niemand auch nur den Hauch einer Ahnung hatte, habe man den Wassereinbruch erst am darauffolgenden Montagmorgen entdeckt. Da sei aber alles schon zu spät gewesen, denn das gesamte Mobiliar sei dadurch aufgequollen und größtenteils nicht mehr brauchbar gewesen. Rund 5000 Euro Schaden habe das Wasser angerichtet und die Elementarversicherung werde für diese Summe schon mal nicht aufkommen, denn für das Grundschulgebäude bestehe gar keine Elementarversicherung, sagte Bürgermeister Knut Morgenroth. Er hat daraufhin reagiert und den Versicherer um eine diesbezügliche Erweiterung gebeten.

Lufttrockner im Einsatz

Auf dem Schaden bleibe die Gemeinde aber dennoch nicht sitzen, denn das Mobiliar sei glücklicherweise versichert. Zur Beseitigung des Wasserschadens habe man einen Lufttrockner in Betrieb genommen und später will man die betroffene Wand neu tapezieren und streichen.

Morgenroth versicherte: „Zu Beginn des neuen Schuljahres im September wird der Raum wieder zur Nutzung bereitstehen.“

Ende gut, alles gut, jedenfalls für dieses Mal. Aber der Starkregen habe auch viele Keller volllaufen lassen, erfuhr der Gemeinderat. Sandsäcke sollten das Schlimmste verhindern, aber trotzdem entstanden enorme Schäden. Yannik Hummel (CSU) brachte die Lage auf den Punkt: „Man bekommt ja teilweise gar nicht mit, wenn es beim Nachbarn drei Häuser weiter eine Notlage gibt.“

Und hier kam dann Heiko Eichhorn (SPD) ins Spiel, der auf die Idee mit einer Nachbarschaftshilfe-App kam. Den Gedanken fanden alle gut und Morgenroth möchte jetzt auch die Feuerwehr ins Boot nehmen. Die sollte zumindest Sandsäcke im Feuerwehrhaus zur Verfügung stellen, falls sie gebraucht werden. Andreas Kristek (CSU) verwies darauf, dass eine solche App wohl schon existiere. Jetzt will der Gemeinderat das Thema vertiefen, um eine Nachbarschafts-Alarmierungsplattform zu schaffen.

Der Starkregen hat auch viele Straßen unterspült und Gräben verschlammt. Eventuell soll hier eine Fachfirma Abhilfe schaffen.

Der Bereich des Wohnmobilstellplatzes in Neubrand wird bald erleuchtet werden durch eine Solarlaterne. Morgenroth fand das Angebot einer entsprechenden Firma unwiderstehlich, weil das vorsehe, die Laterne für volle zwölf Monate kostenlos zu testen. Während dieser Zeit könne man sich dann von den Vorteilen dieser umweltfreundlichen und modernen Form der Beleuchtung überzeugen, heißt es in einem entsprechenden Schreiben an den Bürgermeister. Möchte man nach diesem Jahr die Laterne wieder zurückgeben, seien lediglich die Transport- sowie die Befestigungskosten zu tragen. Behält man sie, dann koste das 2500 Euro. Der Gemeinderat war sich einig, dass man die Leuchte auf jeden Fall für ein Jahr behalten möchte, um sie zu testen.

Feuerwehrwesen

Verlängert um längstens ein halbes Jahr wurden die Amtszeiten der Feuerwehrkommandanten und ihrer Stellvertreter für Schneckenlohe und Beikheim. Morgenroth stellte in Aussicht, dass man aufgrund der aktuellen Corona-Situation noch vor Ablauf dieser Frist eine ordentliche Wahl abhalten könne.

Kurze Informationen gab es zum Bürgerhaus und zum Feuerwehrgerätehaus in Beikheim. Am Bürgerhaus sind die Dachdeckerarbeiten im Gange und Dach und Turm will man mit Schiefer eindecken. Parallel läuft auch die Sanitärinstallation. Nach achtwöchiger Lieferzeit der OSB-Platten hat man jetzt auch die Zimmererarbeiten abschließen können.

Anfragen und Antworten

Aus den Reihen der Gemeinderäte kamen Anfragen, was den Rückschnitt von Bäumen betraf, die teilweise sogar die Verkehrssicherheit gefährdeten. So sei konkret eine Zufahrtsstraße betroffen. Hier müsse der Grundstückseigentümer dafür sorgen, dass die Bäume zurückgeschnitten werden. Ansonsten werde dies der Bauhof übernehmen und die Kosten dafür in Rechnung stellen, hieß es.

Jetzt soll ein Appell an die Bevölkerung gehen, dafür zu sorgen, dass Bäume und Sträucher so zurückgeschnitten werden, dass sie die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen.