Schauspiel
Szenen aus dem bewegten Leben einer Vorzeigeforscherin
Im Kreiskulturraum wurde das biografische Schauspiel „Marie Curie“ aufgeführt.
Im Kreiskulturraum wurde das biografische Schauspiel „Marie Curie“ aufgeführt.
Foto: Michael Wunder
Kronach – Das biografische Schauspiel „Marie Curie“ von Susanne Felicitas Wolf stand beim Kronacher Kreiskulturring auf dem Programm. Die 1867 in Warschau als T...

Das biografische Schauspiel „Marie Curie“ von Susanne Felicitas Wolf stand beim Kronacher Kreiskulturring auf dem Programm.

Die 1867 in Warschau als Tochter eines Mathematik- und Physiklehrers geborene Marya Salomea Slodowska zeigte schon früh ihre wissenschaftlichen Talente. Das Lyceum schloss sie mit Auszeichnung ab. Um die mittlerweile verarmte Familie zu unterstützen nahm sie verschiedene Jobs an, ehe sie ab 1881 an der Pariser Sorbonne Mathematik und Physik studierte und Doktorandin bei Antonie Henri Becquerel wurde.

Sie promovierte im Jahr 1903 und erhielt im gleichen Jahr mit Becquerel den Physik-Nobelpreis für die „Entwicklung und Pionierleistung auf dem Gebiet der spontanen Radioaktivität und der Strahlungsphänomene“. Seit 1895 war sie mit dem Physiker Pierre Curie verheiratet, mit dem sie sich im gemeinsamen Labor intensiv mit Pechblende beschäftigte.

Nach dem Unfalltod ihres Mannes führte sie 1906 dessen Vorlesungen an der Sorbonne fort und wurde 1908 die erste Professorin der weltberühmten Universität.

Als einzige Frau erhielt sie sogar einen zweiten Nobelpreis für die Isolierung des Elements Radium. Das bewegte Leben der Wissenschaftlerin, die im ersten Weltkrieg mit ihrer Tochter Irène eine mobile Röntgenstation für verletzte Frontsoldaten betrieb, in Brasilien, Spanien, Belgien, den USA und der Tschechoslowakei Vorträge hielt und 1934 an strahlenbedingter Leukämie starb, gäbe Stoff für mehrere Theaterabende. In ausgewählten Szenen setzte die Inszenierung von Thomas Luft der ikonenhaften Vorzeigeforscherin und Kämpferin gegen Widerstände einer männerdominierten Welt ein Monument in Wort und Bild.

Anja Klawun in der Hauptrolle

Die Titelrolle der überzeugten Europäerin und Polin mit „Leib und Seele“, die das Gemeinwohl über das eigene stellte und sich beim Völkerbund für Frieden, Freiheit und Gleichberechtigung engagierte, spielte die in Kronach bestens bekannte Schauspielerin Anja Klawun, die schon als Hildegard von Bingen, Päpstin und Wanderhure nachhaltig beeindruckt hatte.