Vom Aussterben bedroht
Die Ausstellung zum Braunkehlchen-Projekt ist derzeit im Foyer der Arnika-Akademie in Teuschnitz zu sehen; links Projektmanagerin Janina Klug und rechts der Netzwerkmanager Andreas Bayer.
Die Ausstellung zum Braunkehlchen-Projekt ist derzeit im Foyer der Arnika-Akademie in Teuschnitz zu sehen; links Projektmanagerin Janina Klug und rechts der Netzwerkmanager Andreas Bayer.
Foto: Maria Löffler
Teuschnitz – Eine Wanderausstellung im Foyer der Arnika-Akademie in Teuschnitz soll darüber informieren, wie ernst die Lage für das Braunkehlchen tatsächlich ist.

Der Kampf um die Erhaltung des Braunkehlchens geht weiter, jetzt in Form einer Wanderausstellung, die zurzeit im Foyer der Arnika-Akademie in Teuschnitz zu sehen ist. „Wir haben uns für einen mobilen Botschafter entschieden, denn das Braunkehlchen-Schutzprojekt endet offiziell am 31. Dezember.“ Janina Klug ist die Projektmanagerin und möchte den Schutz der bedrohten Art nicht einfach aufgeben.

Gründe für das Aussterben

Über mehrere Jahre, so die Planung, soll die Wanderausstellung darüber informieren, wie ernst die Lage für das Braunkehlchen tatsächlich ist. Während der Wiesenbrüter früher sehr weit verbreitet war, kämpft die Art jetzt ums nackte Überleben.

„Entwässerung und Grünlandumbruch, zu häufiges und zu frühes Mähen, Überdüngung, Pestizide und fehlende Nahrungsangebote sind nur einige Gründe, die zum Aussterben geführt haben,“ erklärte Janina Klug. Und weil Umweltschutz und Landwirtschaft sehr eng verwoben seien, wäre eine „umsichtige Bewirtschaftung“ eine wirksame Waffe, um die Art zu erhalten. Was das bedeutet, formuliert sie so: „Man könnte Ansitzwarten durch Zaunpfähle schaffen. Es hilft auch das Anlegen von Blühstreifen an Feld- und Uferrändern oder die späte Mahd nach dem 15. Juli. Außerdem könnte man entwässerte Flächen wieder vernässen oder einfach Altgrasstreifen belassen.“

Auf all das weist auch die Ausstellung hin. Darüber hinaus zeigt sie aber auch die Erfolgsgeschichte des Braunkehlchen-Projekts in Nordost-Oberfranken. Unter anderem konnte sich nämlich der Bestand an Braunkehlchen von neun auf 17 Brutpaare steigern. Es wird aber auch darauf aufmerksam gemacht, wie eng der Schutz dieser Vogelart mit anderen Lebewesen verbunden ist, darunter auch der Mensch.

Der Verleih erfolgt kostenlos

Janina Klug wünscht sich, dass die Ausstellung, die ihr sehr am Herzen liegt, möglichst viele Menschen erreicht. Sie möchte den mobilen Botschafter vorerst in oberfränkischen Landkreisen wandern lassen; danach könnte er durch ganz Bayern ziehen. „Wer sich vorstellen könnte, diese Ausstellung zu zeigen, der kann sich gerne melden. Der Verleih erfolgt kostenlos, nur den Transport müssen wir berechnen.“

Mindestens zwei Monate solle die Präsentation auf rund 20 Quadratmetern jeweils an einem Ort zu sehen und öffentlich zugänglich sein. Für den Besuch dürfe dann auch keine zusätzliche Gebühr erhoben werden.

„Wir haben hier etwas geschaffen, das eine ganz klare Botschaft verbreitet“, meint Janina Klug und präzisiert: „Das Braunkehlchen ist leider immer noch ein gefährdeter Wiesenbrüter, den wir unbedingt schützen müssen.“ Sie freut sich deshalb auch über die Möglichkeit, die Ausstellung in der Arnika-Akademie zeigen zu können. „Die Teuschnitz-Aue ist eines der letzten Brutgebiete in Oberfranken, und durch die Akademie haben wir ein gewisses Maß an Publikumsverkehr.“