Weil Neukauf keine Lösung ist
Die Jeans ist beschädigt. Ulrike Rudolph-Wagner (rechts) und Sarah Sonani (links) beraten, was getan werden kann. Beim Reparatur-Café wurde deutlich, dass es sich durchaus lohnt, Textilien zu reparieren. Mit im Bild Kreisrat Matthias Rudolph
Die Jeans ist beschädigt. Ulrike Rudolph-Wagner (rechts) und Sarah Sonani (links) beraten, was getan werden kann. Beim Reparatur-Café wurde deutlich, dass es sich durchaus lohnt, Textilien zu reparieren. Mit im Bild Kreisrat Matthias Rudolph
Foto: Rainer Glissnik
Mitwitz – Nachhaltigkeit  In Mitwitz zeigen die Grünen, dass Reparieren oft besser ist als Wegwerfen.

Socken bekommen Löcher – das ist so etwas wie ein Naturgesetz. Die Frage ist dann: Stopfen oder Wegwerfen? Beim jüngsten Reparatur-Café der Kronacher Grünen wurde deutlich, wie schnell jeder Einzelne Ressourcen sparen kann.

Der Verfasser dieser Zeilen hatte etliche löchrige Socken dabei. Irgendwie hatte er es fertiggebracht, dass die noch gar nicht so alten Fußwärmer oft an ähnlichen Stellen kleine Löcher aufwiesen.

„Natürlich weg damit und neue kaufen“, dachte er sich zuerst. Dann las er die Einladung der Grünen zum Reparaturcafé und machte sich auf die Socken.

Nach Mitwitz gekommen war auch eine Stockheimerin mit einem Kaffeeautomaten, in dem die Wasserpumpe den Geist aufgegeben hatte. Grünen-Kreisrat und Mediziner Matthias Rudolph legte die Maschine mit einem Mitstreiter und der Besitzerin kurzerhand auseinander.

Einige Frauen kamen, um Schäden an Stoffen, etwa an einem grob gestrickten Umhang zu beseitigen. Gemeinsam gingen die Frauen das an.

Eine Jeans hatte ein Loch. Da wurde zunächst die Naht aufgetrennt, um besser heranzukommen, und dann so geflickt, dass die Hose weitergetragen werden konnte. Hier ist es manchmal besser, gleich einen ganzen Flicken auf das Loch zu nähen.

Es gibt auch immer mehr Schneiderinnen, die so etwas reparieren, beispielsweise in Kronach. Dort erfolgen die Ausbesserungen professionell und wirklich kostengünstig.

Ja, und dann die Socken. „Wenn ich mich abends vor die Glotze setze, schlafe ich oft ein“, erklärte Ulrike Rudolph-Wagner, die sich mit dem Nähen bestens auskannte. „Deswegen stopfe ich gerne und bleibe wach.“

Neue Socken gibt es unendlich billig. Warum reparieren dann viele so etwas? „Weil es einen einfach ärgert, so etwas wegzuwerfen“, erklärte Ulrike Rudolph-Wagner. „Und dann hängt man auch an manchen Sachen. Manches möchte man einfach behalten, vielleicht auch weil eine Erinnerung daran hängt. Ich finde es einfach voll schön.“

Im nächsten Jahr geht’s weiter

Im neuen Jahr werden die Grünen in Mitwitz wieder ihr „Reparatur-Café“ anbieten. Fachkundige Mitstreiter, die anderen helfen können, sind gefragt. Jetzt hoffen die Initiatoren nur noch, dass das Angebot auch genutzt wird.