Wie die Flur wieder aufblühen kann
Eine Exkursion in die Teuschnitzaue machte die Teilnehmer der Tagung „Lebendige Offenlandschaft“ mit Maßnahmen für Braunkehlchen, Wiesenpieper und Bekassine bekannt. Hier wird gerade der Bärwurz erschnuppert. Der Biodiversitätsberater des Landkrei...
Eine Exkursion in die Teuschnitzaue machte die Teilnehmer der Tagung „Lebendige Offenlandschaft“ mit Maßnahmen für Braunkehlchen, Wiesenpieper und Bekassine bekannt. Hier wird gerade der Bärwurz erschnuppert. Der Biodiversitätsberater des Landkreises Kronach Markus Martini (rechts) und Janina Klug von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz gaben viele Erläuterungen.
Foto: Rainer Glissnik
Mitwitz – Ökologie Die Tagung „Lebendige Offenlandschaft“ der Ökologischen Bildungsstätte in Mitwitz zog bundesweites Interesse auf sich. Es ging dabei auch um Blühmischungen, die den Landwirten in der Biogasproduktion von Nutzen sein können.

Der Ökologischen Bildungsstätte Mitwitz ist mit ihrer Tagung „Lebendige Offenlandschaft“ gelungen, weit über die Region hinaus auf bundesweiter Ebene zu wirken. Zahlreiche kompetente Teilnehmer waren vor Ort im Wasserschloss und sehr viele waren online aus ganz Deutschland zugeschaltet.

„Vom produzierenden Landwirt und Jagdpächter vor Ort über verschiedenste Fachbehörden bis hin zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Ministerien. Ein richtig bunter, breiter Kreis von Teilnehmerinnen und Teilnehmern“, freute sich Andrè Maslo (Ökologische Bildungsstätte Oberfranken) über das Interesse an der Veranstaltung, bei der es auch um Blühflächen für Vielfalt und Energiegewinnung ging.

Mehr biologische Vielfalt und Nutzen für die Biogasproduktion sind mit richtigen Blühmischungen zu erreichen, erläuterte Kornelia Marzini von der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau. Gute Erfahrungen gibt es mit dem „Hanfmix“. Stauden liefern hier viel Biomasse. Die Hanfbeimischung verdoppelt die Ertragslage. Einmal im Juli gemäht, kommt es zu einer Nachblüte im September, aber auch zu einer Zunahme der Bruterfolge bei Feldlerchen, Grauammer und Braunkehlchen, Sumpfrohrsänger und Dorngrasmücke. „Die Tiere finden hier einen Lebensraum.“ Bei Trockenheit gibt es aber ab Ende Juni keine Blüten mehr.

Beim „Präriemix“ werden nordamerikanische Samen beigemischt, die schon im Januar ausgebracht werden. Diese beginnen erst richtig schnell zu wachsen, wenn die heimischen Pflanzen abgeschlossen haben. So entsteht keine Blühlücke, es gibt noch mehr Insekten und somit mehr Nahrung für viele Tiere. Diese Mischung muss dann im Herbst für die Biogaserzeugung geerntet werden, dann gelangen auch keine nichtheimischen Samen in unsere Natur.

Mit dem „Hanfmix“ entstehen sechs bis 24 Tonnen Trockenmasse pro Hektar für die Biogasanlagen. Der „Präriemix“ liefert um die elf Tonnen Trockenmasse je Hektar und kommt wegen der tieferen Wurzeln besser mit Trockenheit zurecht.

Über Schutzmaßnahmen für Feldhamster im Thüringer Becken berichtete Alexander Weiß (Stiftung Lebensraum Thüringen). Die zunehmende Trockenheit ist für viele Wildtiere ein Problem. Feldhamster sind abhängig von der Taubildung, die für immer längere Zeiträume ausfällt. Von geschaffenen Wasserstellen profitieren derzeit viele Wildtiere.

Der Fuchs bedroht das Rebhuhn

Den Rückgang bei den Feldvögeln thematisierte Eckhardt Gottschalk von der Georg-August-Universität Göttingen. Er berichtete von einer Studie, für die 200 Rebhühner mit Sendern ausgestattet wurden. Eine hohe Kükensterblichkeit von 25 Prozent hatte man erwartet. Aber dass rund ein Drittel des Nachwuchses nicht bis zum Schlüpfen überlebt, ist eine neue Erkenntnis. Meist erwischt es die Henne gleich mit. „Die Hennen werden oft im Nest gefressen.“ Eine Studie mit Tierkameras weist darauf hin, dass wohl hauptsächlich Füchse Ursache sind. Sichere Nistplätze sind deshalb zentral für Schutzmaßnahmen.

Weitere Referenten waren der in England arbeitende Dr. Francis Buner (Game and Wildlife Conservation Trust), dessen Organisation eine blühende Landschaft anstrebt, die reich an Wildtieren ist, sowie der Naturschützer Klaus Schmidt, der über seine Erfahrungen mit der Heckenpflege sprach, die nicht selten eine Biotopzerstörung zur Folge habe. rg