Bayreuth
Digitale Ordnung im Schulsystem
Michael Zeising, Mitbegründer und Geschäftsführer der indibit GmbH, die digitale Ordnung ins Schulsystem bringen will.
Michael Zeising, Mitbegründer und Geschäftsführer der indibit GmbH, die digitale Ordnung ins Schulsystem bringen will.
Foto: Michael Benz

Eltern kennen das: Ihr Kind ist plötzlich krank geworden. Sie möchten deshalb persönlich mit dem Lehrer sprechen. Der jedoch ist gerade nicht erreichbar. Klassenlehrer können auch ein Lied davon singen, wenn es an die Jahreszeugnisse geht. Fachlehrer übermitteln ihnen normalerweise auf dem Papier die Noten der Kinder zum Übertrag. Doch einige Aussagen fehlen, oder der Kollege hat sich noch nicht festgelegt und will später anrufen. Damit ist jetzt Schluss. Das Bayreuther Unternehmen für Digitalisierung im Bildungswesen indibit GmbH hat neben der Webanwendung edoop.de auch eine App entwickelt, die dafür sorgt, dass Lehrkräfte und Eltern einfach und zudem sicher zusammenarbeiten können.

Vereinfachte Terminkoordination

Die App vereinfacht die Terminkoordination zum Beispiel für Elternsprechtage und Lernentwicklungsgespräche. Elternbriefe können nun schnell gelesen werden – selbst Push-Mitteilungen sind möglich. Die App ist für Grund- und Mittelschulen gedacht und in die Bereiche Kommunikation, Noten und Zeugnisse aufgeteilt. Doch wie erfahren die bayerischen Schulleiter davon? „Wir werben auf Messen, schalten Anzeigen und präsentieren uns auf Veranstaltungen der Gemeinden“, berichtet Michael Zeising, Mitbegründer und Geschäftsführer der indibit. „Es passiert natürlich auch, dass Schulleiter uns gezielt kontaktieren, sich informieren und danach entscheiden, ob sich unser System für ihren Schulbetrieb eignet.“

Eltern wissen sofort Bescheid

Da geht es im „Paket Eltern“ um den Kontakt zwischen Lehrern und Eltern. Fällt etwa eine Unterrichtsstunde aus, gibt dies der Lehrer in das System ein – und die Eltern wissen sofort Bescheid. Auch ein wegen schlechten Wetters verschobener Wandertag wird im Handumdrehen offiziell. In den Bereichen Noten und Zeugnisse weist Zeising auf früher bestehende Probleme hin. „Man musste sich damals direkt an den Fachlehrer wenden, um Näheres wie z.B. Noten für das Zwischenzeugnis oder die Versetzung zu erhalten. Oft ein langwieriges Unterfangen. Nun kann dieser Ablauf über edoop.de stattfinden und jede Klassenlehrkraft erhält Zugriff auf die Daten, die sie braucht.“

Persönliche Schülerdaten online über das Internet? Da dürfte so mancher Datenschutzbeauftragte aufstöhnen, oder? „Da kann ich Entwarnung geben“, versichert der Geschäftsführer. „Unser Rechenzentrum in Deutschland genügt der weltweit strengsten Sicherheitsnorm. Aber gute Dinge kosten Geld. Und der öffentliche Dienst und damit viele Schulen haben dies bekanntlich nicht. Doch auch hier kann Zeising Entwarnung geben. Zunächst seien die ersten sechs Monate kostenfrei, um sich mit edoop.de ausführlich vertraut zu machen. Buche man danach, kämen circa. 20 Euro pro Jahr, Paket und Klasse an Kosten auf die Schule zu, je nachdem, welche der drei Unterteilungen ausgewählt würden. „Wir befinden uns damit am unteren Ende der Preisspanne und möchten lieber durch Qualität überzeugen.“ Dass edoop.de eingeschlagen habe, beweise die hohe Teilnahme von 1100 Schulen.

Natürlich bleibt es jedem Elternteil überlassen, ob es sich kostenfrei in das von der Schule ausgewählte Informationssystem per Lehrereinladung und Registrierungscode per E-Mail einklinken möchte (dies ist über Android und iOS möglich) oder die herkömmlichen Wege bevorzugt. Und auch Zeising gesteht zu: „Das Telefon und das persönliche Gespräch sollen und dürfen durch unsere Vereinfachung nicht weichen. Das wollen wir keinesfalls erreichen.“

Ralf Knöchel, Schulleiter der Grundschule Weißenbrunn im Landkreis Kronach und Abonnent, ist ein überzeugter Befürworter der App: „Edoop ist ein treuer und bewährter Begleiter in unserem Schulalltag geworden. In diesen schnelllebigen Zeiten können wir die Eltern rasch und unkompliziert erreichen. Die Notenverwaltung und das Zeugnismodul sind übersichtlich und konfigurierbar gestaltet - eine echte Erleichterung. Spitzenmäßig funktioniert der schnelle und freundliche Support.“

Der Blick geht in andere Länder

Selbstverständlich blickt das noch junge Unternehmen indibit auch in die Zukunft. In mehreren Sprachen wolle man künftig kommunizieren. Arabisch sei dabei nur eine Sprache.