Presseck
Draußen bei Tag und Nacht
Wildromantisch ist der Weg, der zum Trekkingplatz am Pressecker Knock führt.
Wildromantisch ist der Weg, der zum Trekkingplatz am Pressecker Knock führt.
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Frankenwald-Tourismus-Chef Markus Franz (links) und der Pressecker Bürgermeister Christian Ruppert machen es sich im Trekkingzelt gemütlich.
Frankenwald-Tourismus-Chef Markus Franz (links) und der Pressecker Bürgermeister Christian Ruppert machen es sich im Trekkingzelt gemütlich.
Foto: Sonny Adam

Wald erleben ohne Wenn und Aber – das ist jetzt auch im Landkreis Kulmbach möglich. Denn am Pressecker Knock wurde der erste Trekkingplatz des Landkreises in Betrieb genommen.

Die Fläche liegt mitten in einem Buchenhain, in der Nähe des Pressecker Knocks. Nicht weit davon entfernt verlaufen der Frankenwaldsteig sowie die Wege durch das Fränkische Steinreich und der Fränkische Marienweg. Feudal ist die Ausstattung des Platzes nicht, doch das ist auch nicht das Ziel des Trekkingerlebnisses. Es geht darum, Natur pur zu erleben, auf Tuchfühlung mit dem Wald zu gehen, sich zu entschleunigen und auch nachts die Ruhe und die Geräusche der Natur zu erleben.

Balance zwischen Komfort und Natur

Auf dem Trekkingplatz gibt es vier Stellplätze für Zelte. Sie sind durch kleine Nummernschilder gekennzeichnet und sind eigentlich nichts anderes als freie Flächen, in denen keine Wurzeln aus der Erde ragen. Außerdem wurde eine Feuerstelle mit Sitzmöglichkeiten eingerichtet. Kernstück des Trekkingplatzes ist ein Toilettenhäuschen mit Treppe und Geruchsabzug. Im Inneren befindet sich eine Kompost-Biotoilette, ohne Spülung. Denn Wasser ist im Wald natürlich nicht verfügbar.

Für Toilettenpapier müssen die Wanderer selbst sorgen, erklärt Markus Franz vom Frankenwald-Tourismus. In einem separaten Unterstand ist genügend Brennholz, das die Trekker verwenden dürfen. Und für alle Fälle gibt es auch einige Fässer Wasser – zum Ablöschen der Feuerstelle. In den Fässern befindet sich allerdings nur Brauchwasser, kein Trinkwasser.

Als kleines Stückchen Luxus ist der Trekkingplatz am Knock noch mit einer Kiste ausgestattet. Diese Kiste ist mit einem Zahlenschloss verschlossen. Trekker bekommen bei der Buchung den Code und können sich – auf Spendenbasis – mit Getränken in begrenztem Rahmen versorgen. Auch Schaufel und Besen zum Aufräumen und der Schlüssel für die Toilette sind in der Box. Das bedeutet: Nur Trekker, die auch ordnungsgemäß gebucht haben, können die Einrichtungen benutzen. Für alle anderen Annehmlichkeiten müssen Trekker selbst sorgen.

Trekkingplätze werden immer beliebter

Insgesamt gibt es im Frankenwald bereits fünf weitere solcher Trekkingplätze: den in Kobach, den Trekkingplatz Rehwiese in Geroldsgrün, den Trekkingplatz Döbraberg, einen in Leitschtal und einen Trekkingplatz an der Thüringer Warte. Manche dieser Plätze sind mit Holzplattformen für Zelte ausgestattet.

Allein in dieser Saison wurden die fünf Trekkingplätze mehr als 2000 Mal gebucht. Die Plätze sind nur zwischen April und Oktober nutzbar. Als Besonderheit kann jeder Platz immer nur für eine Nacht gebucht werden. Probleme mit Hinterlassenschaften hat es bislang noch nicht gegeben. „Die Leute, die dieses Erlebnis suchen, wollen das Naturerlebnis und genießen die Ruhe“, erklärt Markus Franz vom Frankenwald-Tourismus. Auch mit Partys gab es an den Plätzen bislang noch keine Probleme. Denn die Plätze sind nicht anfahrbar.

Die Trekkingplätze sind auf dem Gelände der Bayerischen Staatsforsten errichtet. „Die Plätze sollen die Verbindung der Menschen zum Wald stärken. Jeder soll die Faszination Wald selbst erleben“, sagt der Leiter des Forstbetriebes Nordhalben Fritz Maier.

Die Region stärken

Betreut wird der Trekkingplatz am Pressecker Knock von Peter Michalka ehrenamtlich. Michalka schaut nach dem Rechten, kümmert sich, dass die Getränkekiste aufgefüllt wird und die Plätze immer wieder ordnungsgemäß hinterlassen werden. Auch für die Toilette ist Michalka zuständig. Als kleinen Gag hat er kleine Wurzelmännchen an den Bäumen versteckt. „Das Gestell hier dient dazu, dass Wanderer feuchte Kleidung trocknen können“, erläutert der Outdoor-Freak und hofft auf große Resonanz.

„Wir wollen mit dem Trekkingplatz den Frankenwald weiter nach vorne bringen und die Region stärken“, betonte der Pressecker Bürgermeister Christian Ruppert. Auch Ruppert hofft, dass die Trekker Rücksicht auf die Bewohner des Waldes nehmen. Landrat Klaus Peter Söllner freute sich bei der Einweihung über die neue Möglichkeit, den sanften Tourismus zu stärken. Den finanziellen Rahmen für die Trekkingplätze stellte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zur Verfügung. Simon Stözel erklärte, dass das Amt für vier Plätze 100.000 Euro bereitgestellt habe.

Zur Einweihung des Trekkingplatzes am Pressecker Knock sprach Pfarrer Siegfried Welsch ein Gebet. „Bei einer Übernachtung auf dem Trekkingplatz kann man sich der Schöpfung näher fühlen“, ergänzte der Pfarrer. Und die ersten Übernachtungsgäste stellten sich auch schon ein: Bereits am Tag der Einweihung war ein Zeltplatz gebucht.

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