Kunst
Neue Wege, zu sich selbst zu finden
Das „Parzival Quartett“ umrahmte die Finissage von Roland Friedrich mit Werken von Ludwig van Beethoven und Franz Schubert.
Das „Parzival Quartett“ umrahmte die Finissage von Roland Friedrich mit Werken von Ludwig van Beethoven und Franz Schubert.
Foto: Werner Reißaus
Himmelkron

Werner Reissaus

Mit einer Finissage fand ein festlicher Abschluss der Ausstellung „Das Antlitz des Selbst“ von Roland Friedrich, Veitlahm/Mainleus, in der Stiftskirche statt. Inga Lebermann las Gedichte von „Roldan“ (Roland Friedrich), und das „Parzival Quartett“ umrahmte das Gegenstück zur Vernissage mit Werken von Ludwig van Beethoven und Franz Schubert.

Der Kunsthistoriker Matthias Liebel aus Bamberg ging auf die Ausstellung von Roland Friedrich im Stiftskirchenmuseum ein. Dabei stellte er fest, dass Ausstellungen mit seinen Werken immer so etwas wie ein Gesamtkunstwerk sind, abgerundet nicht selten durch literarische Beiträge und durch Beiträge, wie sie auch in der Stiftskirche aus dem Bereich der Musik zu Gehör gebracht wurden. Liebel: „Gesprochene Worte, zumal literarischer Art, und Musik können die Wirkung von Kunstwerken deutlich beeinflussen, mehr noch, sie können die Wirkung von Bildwerken inhaltlich in eine ganz bestimmte Richtung lenken. “

Der Kunsthistoriker machte deutlich, dass sich der gotische Bau der Stiftskirche Himmelkron, die Musik vom „Parzival Quartett“ und schließlich die vorgetragenen Texte ganz wunderbar mit den ausgestellten Werken von Roland Friedrich im Stiftskirchenmuseum zu einem synästhetischen Ganzen fügten, bei dem das Eine auf das Andere wirkt.

Mit dem Titel der Ausstellung „Das Antlitz des Selbst“ gehe es nicht um die Zurschaustellung des Ich des Künstlers, sondern darum, den Betrachtern neue Wege zu eröffnen, zu sich selbst zu finden – mit den Worten von Roland Friedrich: „Die Werke sollen den Betrachter zum Antlitz des Selbst führen, zum Höheren seiner Persönlichkeit, zur ewigen Individualität. Es geht darum, sich selbst in Freiheit durch die Kunst der Liebe und der Erkenntnis in die Hand zu nehmen, zu Selbst-Andacht und Selbstbesinnung zu gelangen.“

Insgesamt gab die Ausstellung einen guten Überblick über das bildnerische Schaffen von Roland Friedrich, von seinen Anfängen bis heute, und sie hätte bereits vor zwei Jahren stattfinden sollen, als Geschenk sozusagen des Künstlers anlässlich seines 60. Geburtstages an den Landkreis Kulmbach.