Kulmbach
Was der Schulstart Neues bringt
Nach sechs Wochen Sommerferien startet diese Woche wieder der Unterricht an den Schulen.
Nach sechs Wochen Sommerferien startet diese Woche wieder der Unterricht an den Schulen.
Foto: Patrick Seeger/dpa

Die Grundschulen im Landkreis starten mit leicht steigenden Schülerzahlen in das neue Schuljahr. Im Grundschulbereich nimmt die Schülerzahl um 70 zu, im Mittelschulbereich sinkt die Zahl um zehn im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus einer Pressemitteilung des Staatlichen Schulamts hervor. 2123 Kinder besuchen ab dieser Woche die Grundschulen, 893 Schüler die Mittelschulen.

Im Landkreis werden am Dienstag 528 Erstklässler eingeschult. Sechs Schulen mit 13 ersten Klassen besitzen das Schulprofil „Flexible Grundschule“: Das sind die Kulmbacher Grundschulen in Burghaig, Ziegelhütten und in der Blaich, in Stadtsteinach, Marktschorgast und Untersteinach-Ludwigschorgast. Weitere sieben erste Klassen werden in Jahrgangsmischung unterrichtet: in der Max-Hundt-Grundschule, in Neuenmarkt und in Presseck.

An den Grund- und Mittelschulen im Landkreis Kulmbach wurden 101 Grundschulklassen und 43 Mittelschulklassen gebildet. In den Mittelschulklassen beinhaltet sind sieben Mittlere-Reife-Klassen an der Hans-Edelmann-Schule mit 120 Schülern. Erstmals wurde im Schuljahr 2019/20 an der Mittelschule Mainleus eine sogenannte Vorbereitungsklasse eingeführt, in der Schüler mit bestandenem Qualifizierendem Mittelschulabschluss in zwei Jahren den Mittleren Schulabschluss erwerben können. Diese nun seit dem Schuljahr 2020/21 voll ausgebauten beiden Vorbereitungsklassen besuchen 42 Schüler.

Das Kooperationsmodell der Berufsschule-Wirtschaftsschule an der Mittelschule Neuenmarkt-Wirsberg wird in den Jahrgangsstufen sieben bis zehn weitergeführt.

Bereits bestehende Jahrgangskombinierte Klassen wurden an folgenden Grundschulen fortgeführt bzw. neu eingerichtet: Marktschorgast, Presseck, Stadtsteinach, Kulmbach (Max-Hundt-Grundschule) und Neuenmarkt. Somit bestehen im Landkreis zehn jahrgangskombinierte Grundschulklassen, in denen 215 Kinder unterrichtet werden. Diese Klassenbildung entspringt teils schulorganisatorischen, teils pädagogischen Gründen.

Jahrgänge in Klassen kombinieren

Es ist absehbar, dass in den kommenden Schuljahren weitere Schulen mit jahrgangskombinierten Klassen versorgt werden, heißt es in der Pressemitteilung. Die durchschnittlichen Klassenstärken liegen im Grundschulbereich bei 21,1, im Mittelschulbereich bei 20,8 Kindern.

Die Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund und erfassbaren Sprachdefiziten (inklusive der aktuell bekannten Zahl der Flüchtlings- und Asylantenkinder) beträgt 612. Die betroffenen Schulen halten in diesem Schuljahr zusätzliche Unterrichtsstunden für DeutschPLUS (Deutsch-Vorkurse, Deutsch-Förderunterricht, Sprachförderunterricht) und islamischen Religionsunterricht ergänzend zu den lehrplanbezogenen Unterrichten bereit. Schwerpunktmäßig verteilen sich die Förderangebote für Flüchtlings- und Asylantenkinder auf folgende Standorte: Pestalozzischule Kulmbach, Obere Schule Kulmbach, Max-Hundt-Schule, Grund- und Mittelschule Neuenmarkt-Wirsberg und Mainleus sowie die Hans-Edelmann-Mittelschule.

In den Jahrgangsstufen eins bis vier werden die 80 Kinder an den Grundschulen unterrichtet. Sie nehmen gemeinsam mit ihren Mitschülern am regulären Unterricht der Grundschulen teil. Durch vielfältige Begegnungen mit Gleichaltrigen lernen die Schüler in dieser Altersgruppe die deutsche Sprache besonders schnell. Zusätzliche Angebote zur Sprachförderung machen es möglich, dass die Schüler dem Unterricht rasch folgen können.

In den Jahrgangsstufen fünf bis neun wird für die 110 Schüler, die die deutsche Sprache gerade erst erlernen oder bisher lediglich über geringe Kenntnisse des Deutschen verfügen, im Schuljahr 2022/2023 ein passgenaues Angebot der Integration eingerichtet, die „Brückenklassen“. Ziel ist es, dass die Kinder und Jugendlichen die deutsche Sprache schnell so gut erlernen und sich im bayerischen Schulsystem orientieren können, dass sie künftig dem Regelunterricht folgen und begabungsgerecht gefördert werden können. Im Landkreis werden diese Brückenklassen an folgenden Standorten eingerichtet: 5. Jahrgangsstufe Markgraf-Georg-Friedrich Gymnasium Kulmbach, Mittelschule Neuenmarkt-Wirsberg, 6. Jahrgangsstufe: Caspar-Vischer Gymnasium Kulmbach, 7. Jahrgangsstufe: Carl-von-Linde-Realschule Kulmbach, 8. Jahrgangsstufe: Max-Hundt-Mittelschule Kulmbach, Friedrich-Baur-Mittelschule Stadtsteinach, 9. Jahrgangsstufe: Hans-Edelmann-Mittelschule Kulmbach.

Neue Chefs in mehreren Schulen

Folgende Schulen starten unter neuer Leitung ins Schuljahr: Friedrich-Baur-Grund- und Mittelschule: Britta Schiele-Smeelen, Grundschule Himmelkron-Lanzendorf: Christiane Mayer, Grundschule Kasendorf: Andrea Gust, Grundschule Presseck: Petra Wettermann. Neue Konrektoren sind an der Pestalozzi-Grundschule Kulmbach Nina Schneider und an der Max-Hundt-Grund- und Mittelschule Frank Macht.

An den Grund- und Mittelschulen im Landkreis Kulmbach unterrichten 178 Lehrkräfte, 14 Förderlehrer, 34 Fachlehrer, 21 Lehramtsanwärter, ein Fachlehramtsanwärter, eine Förderlehreranwärterin und 27 Religionslehrer.

Unter dem Motto „gemeinsam.Brücken.bauen“ richten die Schulen zusätzliche „Brückenkurse“ aus. Das Angebot wächst ab Herbst – je nach Bedarf und Situation vor Ort – schrittweise. Dabei geht es nicht nur darum, Lernrückstände abzubauen – die Schülerinnen und Schüler sollen auch wieder Gemeinschaft erleben und so ihre sozialen Kompetenzen stärken können. red