Vorschalg
BN: Wiese soll naturnah gestaltet werden
BN-Kreisvorsitzenden Anton Reinhardt vor einem Teilbereich des Eingriffs auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule. Im Hintergrund ist das kleinstrukturierte Wiesenareal des bereits als FFH-Fläche ausgewiesenen Naturraums zu sehen.
BN-Kreisvorsitzenden Anton Reinhardt vor einem Teilbereich des Eingriffs auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule. Im Hintergrund ist das kleinstrukturierte Wiesenareal des bereits als FFH-Fläche ausgewiesenen Naturraums zu sehen.
Foto: Jan Ebert
Michelau

Wie die Kreisgruppe Lichtenfels des Bund Naturschutz (BN) berichtet, schlägt die Rodung einer ehemaligen Baumschule am westlichen Ortsrand von Michelau hohe Wellen. Den BN erreichten in letzter Zeit zahlreiche Mitteilungen von besorgten und empörten Bürgern, die ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck brachten, dass die mit wertvollen Hecken und Brachflächen durchsetzte Baumschule komplett gerodet wurde.

Durch die feuchte Witterung seien bei dem Eingriff außerdem erhebliche Bodenschäden entstanden. Die Fläche diene dem stark gefährdeten Rebhuhn sowie Feldhasen als wertvolles Rückzugsgebiet, außerdem befinde sich in nur 40 Metern Entfernung das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) Maintalwiesen.

Die betreffende Fläche, auf der der Eingriff vorgenommen wurde, gehöre der Gemeinde Michelau, die laut Bayerischem Naturschutzgesetz Art. 1 dazu verpflichtet ist, ihre Grundstücke im Sinn der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu bewirtschaften. Der BN weist darauf hin, dass ökologisch besonders wertvolle Grundstücke im Eigentum von Staat und Gemeinden vorrangig den Zielen des Naturschutzes und der Landschaftspflege dienen sollen. Der BN schlägt deshalb vor, die Folgenutzung nicht nur an den Anforderungen eines Wasserschutzgebietes auszurichten, sondern auch den gesetzlichen Verpflichtungen im Sinne des Naturschutzes nachzukommen, da es sich bei dem Areal auch um einen Übergangsbereich zum FFH-Gebiet handle. Der BN empfiehlt daher dringend, auch den Lebensraumtyp einer Flachlandmähwiese mit extensiver Bewirtschaftung anzulegen und durch die Verwendung von autochtonem Saatgut eine artenreiche Pflanzengemeinschaft zu etablieren, die beispielsweise dem seltenen Wiesenknopf-Ameisenbläuling zugutekäme. Um Rebhühnern und Feldhasen wieder dringend nötige Unterschlupfmöglichkeiten zu bieten, sollten niedrigwüchsige Hecken und Teilbrachen angelegt werden, damit zumindest mittelfristig wieder ein intakter, kleinstrukturierter Teillebensraum entstehen kann.

„Dem Auge des Naturliebhabers bietet sich im Moment zwar ein unschöner Anblick, aber wir müssen jetzt den Blick nach vorne richten und das Beste für einen künftig naturnahen Lebensraum daraus machen, um den Forderungen des Gewässer- und Naturschutzes zu entsprechen“, so BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt. red