Die Bürger entscheiden
Im Altenkunstadter Ortsteil Strössendorf soll ein neues Feuerwehrgerätehaus errichtet werden. So könnte es einmal aussehen. Die Kosten werden auf 446 234 Euro beziffert. Die Feuerwehrleute wollen kräftig anpacken und somit die Kosten senken.
Im Altenkunstadter Ortsteil Strössendorf soll ein neues Feuerwehrgerätehaus errichtet werden. So könnte es einmal aussehen. Die Kosten werden auf 446 234 Euro beziffert. Die Feuerwehrleute wollen kräftig anpacken und somit die Kosten senken.
Foto: Visualisierung: Dechant Baumanagement GmbH
Altenkunstadt – Bürgerbegehren  Der Altenkunstadter Gemeinderat machte den Weg frei für den Bürgerentscheid zum umstrittenen Bau eines Lehrschwimmbeckens. Das Quorum wurde klar erreicht. Strössendorf will ein neues Feuerwehrhaus haben.

Stephan Stöckel

„Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Altenkunstadt ein Lehrschwimmbecken errichten soll?“ Beantworten dürfen diese Frage die Bürger von Altenkunstadt am Sonntag, 21. November. In einem Bürgerbegehren haben sich 553 Bürger für einen Bürgerentscheid ausgesprochen. „Das Quorum von zehn Prozent, das bei 4459 Wahlberechtigten eine notwendige Anzahl von 446 Unterschriften ergibt, wurde deutlich überschritten“, stellte Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff am Dienstagabend bei der Gemeinderatssitzung im katholischen Pfarrjugendheim fest. Das Gremium erklärte das Begehren einstimmig für zulässig und machte somit den Weg frei für den Entscheid.

Stephanie Dittrich von den Bündnisgrünen freute sich, dass es im November zu einer basisdemokratischen Entscheidung komme. Zuvor müssten die Bürger in einer Informationsveranstaltung nicht nur über das geplante Lehrschwimmbecken, sondern auch über den Haushalt und den Finanzplan der Gemeinde informiert werden. „Das geht nur im Gesamtpaket, da alle Punkte miteinander zusammenhängen“, betonte die Rednerin.

Bürgermeister Robert Hümmer versicherte, bei der Bürgerversammlung am Mittwoch, 13. Oktober, in der Kordigasthalle die Einwohner ausführlich über diese Punkte zu informieren. Gunther Czepera begrüßte es, dass den Einwohnern bei einer Bürgerversammlung Fakten an die Hand gegeben werden. Dann werde das Herumhantieren mit Meinungen endlich ein Ende haben, meinte der Gemeinderat.

Karlheinz Hofmann (SPD) hingegen äußerte die Befürchtung, dass in der Bürgerversammlung das Thema nur verkleinert dargestellt werde. Besser wäre es gewesen, wie einst angedacht, die Öffentlichkeit in einer Sondersitzung des Gemeinderates über das Lehrschwimmbecken zu informieren.

Der Bürgermeister sah sich bei diesem Thema zu einer Korrektur veranlasst. Die Freie Wähler Gemeinschaft (FWG) und die Freien Bürger der Ortsteile (FBO) hatten in ihrer Jahresversammlung die jährlichen Unterhaltskosten der Gemeinde für das Lehrschwimmbecken auf 400 000 Euro beziffert. „Sie betragen aber nur 234 700 Euro“, stellte der Bürgermeister in der Ratssitzung klar.

Weitere Themen

Am Feuerwehrgerätehaus der Strössendorfer Floriansjünger nagt der Zahn der Zeit. Kommandant Daniel Domes hatte in der Gemeinderatssitzung im September gemeinsam mit Feuerwehrmann Christian Mittelstädt die Planung für einen Neubau vorgestellt. Das alte Gerätehaus wollen die Feuerwehrmänner aus Strössendorf abreißen und mit viel Eigenleistung auf der Wiese dahinter ein schmuckes neues Gebäude errichten.

Wie viel kostet der Neubau? Diese Frage beantwortete nun Planer Stefan Graß von der Dechant Baumanagement GmbH mit Sitz in Weismain. Der Experte bezifferte die Gesamtkosten abzüglich der Eigenleistungen durch die Floriansjünger auf 446 234 Euro. Diese haben Handwerker in ihren Reihen und wollen einen Teil der Arbeiten für die Gemeinde unentgeltlich ausführen. „Außen-, Fenster-, Maler- und Stromarbeiten übernimmt die Feuerwehr“, sagte Domes.

Noch lange keine Selbstversorgung

Wie viele Anlagen zur Stromerzeugung gibt es in der Gemeinde Altenkunstadt? Reichen sie aus, um Altenkunstadt energieautark zu machen? Eine Antwort auf diese Fragen gab der Bürgermeister. „Eine Biogasanlage, fünf Kraftwärmekopplungen, sechs Wasserkraftanlagen und 231 Photovoltaikanlagen speisen jährlich zwölf Millionen Kilowattstunden ins Stromnetz ein. Verbraucht werden in Altenkunstadt aber 23 Millionen Kilowattstunden. Von Selbstversorgung kann also noch keine Rede sein.“