Wallfahren
Die Kirche ist auf dem Weg
Auf dem Fränkischen Marienweg bei Wiesen hörten die Teilnehmer der Fortbildung Gebetstexte zum Thema „Schöpfung“.
Auf dem Fränkischen Marienweg bei Wiesen hörten die Teilnehmer der Fortbildung Gebetstexte zum Thema „Schöpfung“.
Foto: pr
Bad Staffelstein – Pilgern gehört zu den ältesten Gebetstraditionen des Christentums und stößt in der heutigen Zeit auch bei eher kirchenfernen Menschen auf großes Inter...

Pilgern gehört zu den ältesten Gebetstraditionen des Christentums und stößt in der heutigen Zeit auch bei eher kirchenfernen Menschen auf großes Interesse. Laufen, Abstand vom Alltag, durchschnaufen in der Natur, Gebet, Besinnung, Gemeinschaft – all dies sind wesentliche Bestandteile. Wallfahrer gehen durch die von Gott geschaffene Natur.

Kürzlich fand ein Fortbildungstag für Wallfahrtsführer in Vierzehnheiligen unter dem Thema „Gottes Schöpfung“ statt, an dem 14 Frauen und Männer aus ganz Franken teilnahmen. Schöpfung gilt als ein wichtiges Thema auf Wallfahrten, Prozessionen und Bittgängen.

In bewährter Weise gestaltete Pfarrer Josef Treutlein, Wallfahrtsseelsorger im Bistum Würzburg und „Erfinder“ des Fränkischen Marienwegs, den Tag . Er stellte Materialien und Impulse zum Thema vor.

„Seit vielen Jahren begleite ich Wallfahrten und biete Workshoptage für die Gestaltung von Wallfahrten und Prozessionen an. Da geht es um grundsätzliche Informationen, Hinweise, Tipps und Materialangebote. Jede gewachsene Wallfahrt hat ihren eigenen Stil und ihr Flair. Es erstaunt mich immer wieder, wie viel Engagement und Kreativität sich hier mit Bodenständigkeit, Erfahrungswissen und langjähriger Treue verbinden. Diese engagierten Laien sind wahre Experten in einer Kirche, die sich auf den Weg macht. Sie lernen gern voneinander und sind dankbar für neue Impulse“, erklärte Josef Treutlein.

Die Schöpfung und der Mensch

Der Begriff „Schöpfung“ ist religiöser Herkunft. Als Christ glaubt man, dass Gott alles, was ist, erschaffen hat – den Menschen, die Tiere, Blumen und Bäume, Berge und Meere, Sterne und Monde –, alles hat Gott in Liebe geschaffen. Bis heute hält Gott die Schöpfung in seinen Händen, und alles Geschaffene hat in Gott seinen Ursprung und sein Ziel. Der Mensch als Teil der Schöpfung hat von ihm einen besonderen Auftrag erhalten. Er soll die Schöpfung gestalten und bewahren. Der Mensch gestaltet die Schöpfung, indem er sie für seine Zwecke nutzt, sie in seinen Dienst stellt und über sie herrscht. Diese Herrschaft ist aber nicht als eine Tyrannei des Menschen über die Schöpfung zu verstehen, sondern vielmehr als ein Eintreten für ihre Schutzbedürftigkeit. Deshalb hat der Mensch auch von Gott den Auftrag erhalten, die Schöpfung zu bewahren und mit ihr sorgsam umzugehen. Das Engagement für den Klimaschutz ist Zeichen der Sorge um die Bewahrung der Schöpfung.

Im praktischen Teil unternahm Pfarrer Treutlein eine Wanderung auf dem Fränkischen Marienweg bei Wiesen. Die Tour stand unter dem Thema Schöpfung.

„Es gab sehr viel Anregungen und Praxistipps, die ich heute mitnehme“, erklärte der Teilnehmer Peter Capek.

„Bei einer Wallfahrt muss man nicht auf alte Traditionen setzen, sondern man kann auch neue Formen an Texten einsetzen. Das Werkbuch von Pfarrer Treutlein gefällt mir wunderbar, es sind schöne Anregungen darin. Ich habe einen schönen Baukasten gefunden, um im nächsten Frühjahr einen Bittgang in der Natur zu veranstalten“, fügt Teilnehmer Herbert Schlemmer an. red

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