Vortrag
Die Rettung von Vierzehnheiligen in den letzten Kriegstagen  
Willibert Lankes
Willibert Lankes
A. Thieret
Vierzehnheiligen

Viele Besucher, darunter der Guardian der Basilika Vierzehnheiligen, Pater Maximilian Wagner, folgten der Einladung des CSU-Ortsverbandes Reundorf

zu einem Vortrag von Willibert Lankes.

Der ehemalige Dienststellenleiter der Polizei Lichtenfels, der sich längst einen Namen als Referent für heimatbezogene Geschichtsthemen gemacht hat, befasste sich in seinem Vortrag mit den Wirren der letzten Kriegstage am Ende des Zweiten Weltkrieges und besonders mit der konkreten Gefahrenlage für die Basilika.

Amerikaner besetzten Lichtenfels

Zunächst schilderte er das Vorrücken der 3. US-Armee, die nach der am 23. Februar 1945 erfolgten Bombardierung von Lichtenfels am 11. April 1945 von Thüringen kommend mit der 71. Infanterie-Division und dem 761. Panzer-Bataillon Coburg besetzten und weiter in südöstliche Richtung vorstießen, so dass die ersten Panzerverbände über Buch am Forst und Neuensee am späten Nachmittag Schney und Marktzeuln erreichten.

Nach der Übergabe von Lichtenfels an die US-Streitkräfte, zogen diese am 12. April in die Stadt ein und besetzten sie. Viele verängstigte Einwohner von Lichtenfels und insbesondere von Seubelsdorf suchten Schutz in und um Vierzehnheiligen, erläuterte Willibert Lankes.

Auf den Türmen der Basilika hätten sich noch einige Wehrmachtssoldaten befunden, die die alliierten Truppenbewegungen beobachten sollten. Der befehlende US-Offizier drohte mit dem Beschuss der Basilika.

Held auf dem Fahrrad

Der im heutigen Walsdorfer Ortsteil Feigendorf im Landkreis Bamberg 1921 geborene Georg Wagner bat den US-Offizier damit zu warten, bis er alles Menschenmögliche unternommen habe, den Ortsgruppenleiter, der bis zuletzt kämpfen wollte, zur Vernunft zu bringen.

Nach der Unterredung mit dem US-Offizier habe sich Wagner auf sein Fahrrad geschwungen und sei den Berg hoch zur Basilika geradelt.

Vor der Gaststätte Schmitt sei er auf den Ortsgruppenleiter getroffen, habe ihn mit seiner Pistole genötigt, den Befehl des amerikanischen Offiziers auszuführen und überall in Vierzehnheiligen weiße Fahnen zu hissen, um einen Beschuss des Gotteshauses zu vermeiden.

Der NSDAP-Funktionär gehorchte und bald signalisierte ein Meer von weißen Fahnen an den wenigen Häusern und an den Kirchtürmen der Basilika, dass alle den Frieden wünschten.