Ausstellung
Flechtwerke aus aller Welt begeistern nicht nur Lichtenfels
Lichtenfels – Man ist die deutsche Korbstadt und schon im zweiten Jahr findet kein Korbmarkt statt. Das geht ja gar nicht, sagten sich die Organisatoren um Stadtarc...

Man ist die deutsche Korbstadt und schon im zweiten Jahr findet kein Korbmarkt statt. Das geht ja gar nicht, sagten sich die Organisatoren um Stadtarchivarin Christine Wittenbauer und stellten den Flecht- und Kultursommer auf die Beine. Am 27. August ging die Veranstaltungsreihe in die nächste Runde mit der Eröffnung einer Ausstellung der besonderen Art im Stadtschloss. Titel: „Flechtwerke aus aller Welt begeistern Lichtenfels“, das Ganze in Zusammenarbeit mit dem Korbmuseum Michelau, der staatlichen Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung und dem Zentrum europäischer Flechtkultur (ZEF). Nicht weniger als dreißig Flechtwerkgestalter aus elf Ländern zeigen Flechtkunst, die besonders typisch für das Land, charakteristisch für den ausstellenden Flechtwerker und letztlich einzigartig innovativ sind.

Verteilt auf drei Räume wird die breite Palette an Kreationen präsentiert, die zum Staunen und Bewundern einlädt. Darüber hinaus können einige Objekte auch käuflich erworben werden. Vertreten sind neben Deutschland Dänemark, Belgien, Neuseeland, Japan, Niederlande, Spanien, Ukraine, Großbritannien, Italien und Frankreich. Ein Verein von Flechtwerksgestaltern aus Südfrankreich belegt mit seinen Exponaten einen eigenen Bereich im Freskenraum. „Vannerie des possibles“, also „Weidengeflecht des Möglichen“ nennen sie sich.

Die Korbstadtkönigin Alicia I. ging in ihrem Grußwort bei der Ausstellungseröffnung insbesondere auf die Nachhaltigkeit der Flechtprodukte ein. Mit natürlichen, nachwachsenden Materialien könne man Alltags- und Gebrauchsgegenstände auf höchstem handwerklichen Niveau herstellen und nutzen. „Gib dem Plastik einen Korb“ sei hier die Devise. Wie einzelne Stäbe beim Flechten verbunden und zusammengehalten werden, so solle auch diese Ausstellung Generationen und Nationen miteinander verbinden.

Stadtarchivarin Christine Wittenbauer berichtete von den großen Anstrengungen im Vorfeld, um diese Ausstellung auf die Beine zu stellen. Alle angeschriebenen Künstler und Gruppierungen hatten zugesagt, ihre Exponate zur Verfügung zu stellen und alle wurden eingeladen. Leider konnte – aus bekannten Gründen – kaum einer persönlich nach Lichtenfels kommen, aber täglich trudelten Pakete aus aller Herren Länder im Rathaus ein, alle sorgsam verpackt und ebenso sorgfältig ausgepackt, ins Stadtschloss gebracht und dort in den einzelnen Räumen publikumswirksam drapiert. Sie könne nicht genug allen danken, die hier mitgewirkt hätten, vom fleißigen Postboten über den Bauhofmitarbeitern bis zu ihren Mitarbeitern in der Stadtverwaltung. Ein kleines Präsent überreichte Christine Wittenbauer an dieser Stelle den Helfern. Nur eine Ausstellerin konnte persönlich anwesend sein, diese empfing stellvertretend für alle elf Nationen und ihre 29 Kolleginnen und Kollegen einen frenetischen Applaus der Gäste.

Mit letzten Gruß- und Dankesworten eröffnete dann Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner offiziell die Ausstellung und wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf. hf