Appell
Hundekot auf der Wiese macht das Milchvieh krank
Unter dem Motto „Kein Hundekot auf Wiesen“ appellieren (von links) die Kreisbäuerin Marion Warmuth, die Stadträtin Andrea Starker und Landwirt Norbert Hofmann an die Hundebesitzer, ihre Tiere nicht auf Wiesen zu lassen.
Unter dem Motto „Kein Hundekot auf Wiesen“ appellieren (von links) die Kreisbäuerin Marion Warmuth, die Stadträtin Andrea Starker und Landwirt Norbert Hofmann an die Hundebesitzer, ihre Tiere nicht auf Wiesen zu lassen.
Foto: Alfred Thieret
Lichtenfels – Mit der zunehmenden Anzahl von Hunden wird auch für die Landwirte das Problem der Verunreinigung ihrer Wiesen und Felder mit Hundekot immer größer. De...

Mit der zunehmenden Anzahl von Hunden wird auch für die Landwirte das Problem der Verunreinigung ihrer Wiesen und Felder mit Hundekot immer größer. Deshalb nahmen die Köstner Landwirtsfamilie Elisabeth und Norbert Hofmann, die Kreisbäuerin Marion Warmuth aus Tiefenroth, die beide vornehmlich Milchwirtschaft betreiben, und die Jagdpächterin Marion Klemens die Köstner Stadträtin Andrea Starker mit ins Boot, um sich mit dem Problem zum wiederholten Mal an die Öffentlichkeit zu wenden und an die Einsicht und Rücksichtnahme der Hundehalter zu appellieren. Treffpunkt war der offene Laufstall der Familie Hofmann, die 150 Rinder, darunter 75 Milchkühe, in ihren Stallungen hat.

Das „Geschäft“ in der Wiese

„Die Leute gehen mit ihren Hunden spazieren und lassen diese außerhalb der Ortschaft frei laufen, und dann macht der Hund sein ,Geschäft‘ in der Wiese“, stellte Marion Warmuth fest. Dieses Verhalten könnten Landwirte und Milcherzeuger nicht mehr hinnehmen. Wenn ein Hund unterwegs „etwas hinterlassen hat“, dann sollte sein Herrchen oder Frauchen die Hinterlassenschaft in einen Plastikbeutel geben und in einem Abfallbehälter entsorgen.

Die Kreisbäuerin machte auch auf das bayerische Naturschutzgesetz aufmerksam, wonach landwirtschaftlich genutzte Flächen während der Nutzzeit nur auf vorhandenen Wegen betreten werden dürfen. Es könne nicht sein, dass Hunde ihr Geschäft auf fremden Grundstücken erledigen, damit der Hundekot nicht auf dem eigenen Grundstück landet. Sie habe 60 Milchkühe. Vom Hundekot seien neben Milchvieh haltenden Betrieben auch Mastbetriebe und Aufzuchtbetriebe betroffen, erklärte Warmuth.

Die Stadträtin und Ärztin Andrea Starker verwies darauf, dass das Gras der Wiesen in Form von Frischfutter oder Silage an die Tiere verfüttert werde. Die Hundekotverschmutzung von Wiesen stelle deshalb eine Gefahr für die Gesundheit der Kühe dar, da der Kot Parasiten enthalten könne. Durch das Mähwerk würden die Hundeausscheidungen breitflächig verteilt und landeten dann im Futtertrog der Kühe. In der Folge könnten die Tiere erkranken, Fehl- und Totgeburten seien mögliche Folgen, ebenso wie das Ausbleiben der Milch über einen längeren Zeitraum.

Marion Klemens, die für das Gebiet Kösten-Schönsreuth zuständige Jagdpächterin, berichtete über teilweise unvernünftige und uneinsichtige Hundebesitzer, die ihre Hunde im Wald und auf Wiesen frei herumlaufen ließen. Dies sei besonders in der Brut- und Setzzeit von Vögeln und Wildtieren schlimm.

Respektlosigkeit und Egoismus

Sie sprach auch ein grundsätzliches Problem der heutigen Zeit an: Es gebe einfach heutzutage zu wenig Rücksichtnahme und zu wenig Respekt vor anderen Meinungen. Jeder möchte nur seine eigenen Interessen durchsetzen.

Es kam auch zur Sprache, dass sich in manchen Gegenden des Landkreises mit großen Wiesenflächen, vor allem im Bereich der Mainwiesen, ein regelrechter „Hundetourismus“ entwickelt habe. Hier könne man Leute aus den umliegenden Landkreisen Coburg, Kronach oder Bamberg beobachten, die ihren Hunden hier Auslauf ermöglichen. Norbert Hofmann führte die Teilnehmer zu einem dieser Hotspots, nämlich zu den weiträumigen Mainwiesen bei Kösten. Gleich neben einem leeren Abfalleimer am Wegrand fand Hofmann in der Wiese einen Hundekothaufen.

Abschließend betonten die Landwirte und die Jagdpächterin, dass sie nicht auf Konfrontation mit den Hundebesitzern gehen, sondern vielmehr an sie appellieren wollten, ihrer Verantwortung als Hundehalter gerecht zu werden. thi