Klassik-Open Air
Künstler der Sonderklasse geben sich ein Stelldichein
Lichtenfels – Es geht ins vierte Highlight: Das Lichtenfelser Klassik-Open-Air findet statt und einmal mehr sind die Künstler Sonderklasse. Am 18. und 19. August er...

Es geht ins vierte Highlight: Das Lichtenfelser Klassik-Open-Air findet statt und einmal mehr sind die Künstler Sonderklasse. Am 18. und 19. August erklingt in der Innenstadt Klaviermusik. Mit Anna Zassimova und Christophe Sirodeau wird ein Duo in der Korbstadt gastieren, das höchste Weihen genießt.

Roberto Bauer hat so seine Vorstellungen. Der Mann, der auf Lichtenfelser Seite nicht nur ein Sponsor, sondern auch so etwas wie das Gastgebergesicht für klassische Klaviermusik ist, geht durch den Innenhof des Geländes Marktplatz 10 und schüttelt den Kopf. Etwas, das hier und jetzt gerade gebräuchlich ist, wird so nicht bleiben: „Da kommen Hussen hin“, erklärt der Herrenausstatter zu dem, was hier an beiden Augusttagen die Bestuhlung zieren soll. Noch sind hier Bierbänke aufgebaut, denn noch gibt es hier Kabarett, Lesungen und Popularmusik.

Doch seit Jahren ist Lichtenfels auch ein Ort, der in den Fokus von Klassikliebhabern gerückt ist, sei es durch die Reihe „Weltklassik am Klavier“ oder das Klassik-Open-Air. In diesem Jahr wird das Klassik-Open Air nicht coronabedingt ausfallen, dafür sorgen auch Sponsoren und die „Stiftung unser Lichtenfels“. Eine Abordnung nahm jüngst im Rahmen einer Pressekonferenz zum kommenden Ereignis die Adresse Marktplatz 10 in Augenschein.

Hohes Besucherinteresse

Valentin Babic betreibt die Firma Druckprofi. Er ist ebenfalls vor Ort, so wie auch Andreas Leikeim von der gleichnamigen Altenkunstadter Brauerei. Mit Daniela Buchberger findet sich auch eine Abgesandte der R+G Beteiligungs GmbH ein, und der einzige Sponsor, der zeitlich verhindert ist, ist Rolf Müller von Piano Müller. Sie alle verbindet der Gedanke, ein Lichtenfelser Veranstaltungs-Highlight am Laufen zu halten.

Die Verbundenheit der Lichtenfelser Bevölkerung zu ihrem Open Air kennt Bürgermeister Andreas Hügerich. „Das Bedauern, dass es im letzten Jahr nicht stattfinden konnte, war riesig“, sagt er. „Es hat Menschen auch immer zusammengebracht.“ Wie er das sagt, blickt er auch auf die Sponsorentreue, denn sie hat Corona überdauert. Auch das Interesse der Besucher scheint sich erhalten zu haben, davon jedenfalls konnte Citymanager Steffen Hofmann schon weit im Vorfeld der Veranstaltung selbst berichten. 50 Tickets seien schon verkauft worden – nicht nur an Einheimische, sondern sogar an Besucher aus Nürnberg. „Und das, obwohl die Veranstaltung noch nicht beworben wurde“, fügt er an.

Doch was heuer anders sein wird, dürfte sich auf das Tempo beim Ticketkauf auswirken. Waren sonst in den Jahren zuvor über 1000 Menschen auf dem Marktplatz zusammengekommen, so ist die Besucherzahl nun auf rund 400 begrenzt. Doch dahinter, wird in der Runde betont, stecken auch Freundlichkeit und Entgegenkommen der beiden Künstler. Sie standen schon im vergangenen Jahr auf dem Spielplan des hiesigen Klassik-Open-Airs und werden nun ihr wegen der Pandemie ausgefallenes Konzert nachreichen. An zwei Abenden und mit einer Aufteilung der Zuschauerzahl in zweimal 200 Besucher.

So weit so gut, doch etwas ist noch von Tragweite, denn, auch das macht Hofmann klar, Ticketkauf ist nicht gleich Ticketkauf. Je früher Interessenten ihre Eintrittskarten erwerben und je klarer sie wissen, mit wie vielen Personen sie die Konzerte besuchen kommen, umso leichter kann die Bestuhlung unter Corona-Vorschriften erfolgen. „Am besten schnell buchen“, rät Hofmann, und Bauer geht noch einen Schritt weiter: „Die Telefone müssen glühen!“

Angenommen werden Bestellanfragen in der Tourist-Information der Stadt unter Telefon 09571/795-101, bestellt werden kann aber auch online unter www.flecht-kultur-sommer.de.

Künstler mit großer Geste

„Die Künstler sind uns finanziell entgegengekommen – das ist eine große Geste“, hebt Bauer hervor. Doch wer sind die Künstler eigentlich und was genau soll geboten sein? Auf der einen Seite findet sich Anna Zassimova, Musikwissenschaftlerin, Kunsthistorikerin und Musikpädagogin russischer Herkunft. Aber vor allem ist sie eine Pianistin mit hohen Weihen, nominiert für CD-Preise und ausgewiesene Kennerin von Klavier- und Kammermusik des Fin de Siècle in Russland sowie Werken von Frédérich Chopin. Auf der anderen Seite der Pariser Pianist Christophe Sirodeau, ein Instrumentalist und Komponist von internationalem Ansehen, unter anderem ein Experte für Johannes Brahms. Um den wird es am 18. und 19. August auch gehen, so wie auch um Antonin Dvorák, Franz Listz, Robert Schumann, Claude Debussy oder Peter Tschaikowski.

Die Vorbereitungen laufen und die Hussen werden auch da sein. Bauer, der angibt, wegen Terminierungen auch häufiger Kontakt mit den Künstlern gehalten zu haben, freut sich auf den 18. und 19. August. Augenzwinkernd sagt er, es gehe auch darum, ab jeweils 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) „etwas Niveau nach Lichtenfels zu bringen“.

Mit dem Niveau ist es aber auf rein akustischer Ebene noch nicht getan, denn es kann noch gesteigert werden.

Für die Lichtenfelser und Gäste dieser Stadt verspricht Hügerich die Aussicht, das Konzert bei gutem Essen und Getränken zu genießen. Auch dafür werde gesorgt sein.

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