Preisverleihung
Lichtenfelser Ausbildungs-Löwen gegen den Akademisierungswahn
So sehen Sieger aus: die Preisträger des Ausbildungs-Löwen mit Landrat Meißner (rechts) und Schirmherrn Matthias Graßmann.
So sehen Sieger aus: die Preisträger des Ausbildungs-Löwen mit Landrat Meißner (rechts) und Schirmherrn Matthias Graßmann.
Foto: Heinz Fischer
Kloster Banz – Qualifizierte Arbeitskräfte und deren Ausbildung sind das größte Kapital einer modernen Industriegesellschaft. Mit dem Preis des „Lichtenfelser...

Qualifizierte Arbeitskräfte und deren Ausbildung sind das größte Kapital einer modernen Industriegesellschaft. Mit dem Preis des „Lichtenfelser Ausbildungs Löwen“ sollen Spitzenleistungen heimischer Betriebe in Sachen Ausbildung öffentlich anerkannt und honoriert werden.

Zur Verleihung der Preise an die besten Unternehmen in dieser Hinsicht begrüßte Landrat Christian Meißner neben den anwesenden Bürgermeistern der Landkreisorte, Unternehmer, Ausbildungsleiter, Schul- und Behördenleiter ganz besonders den Schirmherrn der Veranstaltung, Matthias Graßmann, den Präsidenten der Handelskammer Oberfranken.

Zwei Löwen zu vergeben

Zwei Preiskategorien gäbe es in diesem Jahr wieder, den „Ausbildungs Löwen für die beste Quote im quantitativen Bereich“ sowie den „Ausbildungs Löwen für das beste Konzept im qualitativen Bereich“. Landrat Christian Meißner erläuterte anschließend, wie es zu diesem Ausbildungspreis kam.

Es waren schwere Zeiten von 2000 bis 2010, mit Verlusten von mehreren Tausend Arbeitsplätzen, im Februar 2005 lag die Arbeitslosenquote bei 12,3 Prozent. Der Zweck der Auslobung des Preises, der dann 2009 zum ersten Mal vergeben wurde, war, Jugendlichen zu zeigen, welche Unternehmen trotz Krise eine gute Ausbildung bieten. Heute wisse man, dass nach dem Zahlenwerk alles wieder im Lot sei, doch Pandemie und Ukraine-Krise hätten noch immer eine lähmende Hand auf die Unternehmen gelegt.

Trotz alledem gelte im Ausbildungsbereich immer noch: „Führend bleibt, wer Topausbildung bietet“, schloss der Landrat seine Ausführungen, „der AusbildungsLöwe ist wichtig und seine Funktion aktueller denn je.“

Schirmherr Matthias Graßmann freute sich, dass nach den Pandemie-Beschränkungen nun die Preisverleihung endlich durchgeführt werden könne. Man brauche die öffentliche Wahrnehmung für die berufliche Bildung. Gut gewählt sei die Namensgebung des Preises, sei doch der Löwe als König der Tiere stark, stolz und erhaben.

Wachsam müsse man sein, die Tendenz in der Gesellschaft sei es, nach immer Höherem zu streben und die Basis aus den Augen zu verlieren. Er sprach in diesem Zusammenhang von „Akademisierungswahn“, in dessen Folge immer mehr Fachkräfte fehlen werden. So seien 2022 knapp 40 Prozent der angebotenen Lehrstellen unbesetzt geblieben.

Spannende Preisvergabe

Dann folgte die mit Spannung erwartete Preisverleihung. In der Kategorie „Beste Quote“ (Firmen bis zehn Beschäftigte), das heißt die Zahl der Auszubildenden im Verhältnis zur Anzahl der gesamt Beschäftigten, ging die Auszeichnung an RM-Bau Raab aus Ebensfeld. Freudig überrascht nahm der Ausbildungsleiter den Preis und die Skulptur in Empfang.

Eine weitere Kategorie „Beste Quote“ für Firmen mit 51 und mehr Beschäftigte gab es zu vergeben. Dieser Preis ging an den Hausherrn, die Hanns-Seidel-Stiftung aus Kloster Banz.

Ein Preis für das qualitativ beste Konzept bei der Ausbildung stand schließlich noch bereit. Dazu bat Landrat Meißner den Ausbildungsleiter der Karl-Eugen-Fischer-Maschinenfabrik, Markus Petterich, auf die Bühne und überreichte ebenfalls Preis und Skulptur.

Sichtlich ergriffen bedankte dieser sich für die große Ehre und sprach nicht ohne Stolz von den großartigen Leistungen seiner Auszubildenden.

Für einige Unternehmen gab es noch Dankesurkunden für ebenfalls großartige Leistungen in Sachen Ausbildung. Darunter waren Dechant Hoch- und Ingenieursbau GmbH, Robert Hofmann GmbH, Siegfried Hofmann GmbH, IBC Solar AG, Rießner-Gase GmbH und die Weismainer Püls-Bräu KG.

Heribert Ritzel von der Firma Rießner-Gase machte sich zum Sprecher der Geehrten. Er bedankte sich beim Landrat und der Jury und versprach, auch in Zukunft alles für die gute Ausbildung in den Betrieben zu tun.

Nach einigen Musikstücken der Formation „Huebnotix“, die bereits die ganze Veranstaltung musikalisch umrahmt hatte, lud Landrat Christian Meißner noch zu einem kleinen Imbiss, mit Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch ein. hf

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